Mehr über Annette von Droste-Hülshoff (hier auf einem Gemälde von Sprick)

Sie möchten Annette von Droste-Hülshoff kennenlernen? Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin, erfahren Sie mehr über ihren Alltag, ihre Arbeit, ihr Privatleben und den Briefverkehr zu ihrer Zeit. Lernen Sie ihre Wohnorte kennen, verfolgen Sie ihre Korrespondenz mit Zeitgenossen, und gehen Sie mit Annette von Droste-Hülshoff auf Reisen.

300 Briefauszüge der Dichterin sind hier verfügbar, kategorisiert und verschlagwortet. Auch alle Kommentare sind authentisch und stammen von Zeitgenossen.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


An: Therese von Droste, aus: Meersburg
1848 27.Februar

Wie froh bin ich, Dir mal wieder selbst schreiben zu können, mein lieb Mütterchen, und zwar nur Gutes. Wir sind zwar alle krank gewesen, aber auch alle glücklich entwischt. Mit Laßberg hielt es etwas lange an, sein Winterhusten hatte sich ungewöhnlich stark eingestellt, weil er im vorigen Sommer die Badekur versäumt, und nun kam die Grippe dazu und zog sich so in die Länge, dass er am Ende recht schwach dabei wurde. Seit 14 Tagen ist aber alles vorüber, und seine Kräfte nehmen noch rascher zu als sie abgenommen, so dass ich ihn jeden Tag wenigstens um ein halbes Jahr jünger geworden finde. Jenny, die Kinder, Tony, Hohbach, Obsers Annchen, alle die Grippe! Von den Kindern Gundel am stärksten, doch haben sich beide nachher… Weiterlesen »

Hintergrund: Der genannte Bernhard Zeerleder konvertiert 1846 zum Katholiken und kämpft 1847 für den Sonderbund der konservativen Schweizer Kantone. Am 11. Februar 1848 wird der Major auf der Meersburg verhaftet.
Sequestention: Amtliche Beschlagnahme
An: Elise Rüdiger, aus: Rüschhaus
1846 30.Januar

Junkmann soll in Bonn sehr vergnügt sein. Er hat mir kürzlich geschrieben, und ich zögere mit der Antwort, um es weniger auffallend zu machen, wenn ich auf keinen seiner Briefpunkte eingehe. Ich fürchte, er kömmt oder ist bereits in schlechten Händen, ich meine denen der Demagogen, der eine Redakteur der „Kölner Zeitung“, Brüggemann (ein berüchtigter Demagog, unter dem das Blatt bereits eine sehr böse Richtung soll genommen haben) ist sein intimster Freund, und in seinem Briefe steht: „Schaffen Sie sich das Vorurteil aus dem Kopfe, als hätte ich politische Vorurteile; Ja! politische Einsicht habe ich, und politischen Spott, mehr als man in Westfalen vertragen kann, und die sogenannte katholische Partei. Aber was kann man… Weiterlesen »

Hintergrund: Karl Heinrich Brüggemann, vom 1. November 1845 bis 1855 Chefredakteur der "Kölnischen Zeitung", hat in Berlin den "Zentralverein zum Wohl der arbeitenden Klassen" mitbegründet; er gilt, auch nach seiner Mitwirkung beim Hambacher Fest 1832, als Revolutionär, und ist dem Adel ein Dorn im Auge. Nicht zuletzt seine Berufung zum Leiter der Kölnischen Zeitung veranlasst Annettes Bruder Werner, ihr die weitere Mitarbeit an dem Blatt zu untersagen. Johann Gottfried Kinkel ist als Liberaler bekannt und mit einer geschiedenen Katholikin verheiratet.
An: Joseph von Laßberg, aus: Rüschhaus
1832 8.Januar

1. Wie ist die Kleidung in den ersten Sardinischen Flecken? der Stoff, die gewönlichste Farbe, der Schnitt jedes Kleidungsstücks? im Hause sowohl als im Puze? Schmuck, Halsband, Armringe. Besonders die Kleidung der Männer. 2. Ist das Klima schon gleichbedeutend anders als diesseits der Alpen, macht die Luft einen andern Eindruck? Was für andre Pflanzen sind da? Mehr oder weniger Gewitter, Regen? Kommen Ende Febr. schon Gras und Blumen hervor? 3. Welchen Charakter hat die Fassnacht dort auf dem Lande? Schon einen italienischen? Maskiert man sich? Erinnert etwas an die italienischen Volksmasken? Feiert man die Fassnacht mit Tanzen, Herumschwärmen, öffentlichen Spielen und Übungen? 4. Gibt es vielleicht ein anderes… Weiterlesen »

Hintergrund: Joseph von Laßberg war ursprünglich ein Freund von Annettes und Jennys Onkel Werner von Haxthausen - die beiden haben sich 1814/15 auf dem Weiner Kongress kennengelernt. Auf dem Rückweg von einer Italienreise machen die Haxthausens 1831 in Konstanz Station; Jenny reist ihnen dorthin entgegen und lernt bei dieser Gelegenheit Joseph von Laßberg kennen, der im nahen Eppishausen lebt. Am 3. Oktober 1831, auf einem gemeinsamen Ausflug zum Rigi, soll der um 25 Jahre ältere Laßberg Jenny seine Liebe erklärt haben.
An: Levin SchückingLuise Schücking, aus: Meersburg
1844 20.Juni

Nun zu Euern Geschenken. Ihr gutes Volk, ich habe mich recht tüchtig darüber gefreut; kindisch, würde Luise vielleicht sagen, aber das schadet nicht, die Freude bleibt mir doch. Luise hat übrigens Recht, die Lorgnette ist mir zu lieb, als dass ich sie nicht immer bei mir haben sollte, wenn auch nicht immer an mir. Beim Schreiben und Zeichnen liegt sie neben mir auf dem Tische, weil ich sie an der Kante zu verbiegen fürchte; aber sowie ich aus meinem Turm tauche, wird sie umgehängt und verläßt mich selbst des Nachts nicht, wo sie wie ein treues Hündchen auf einem Seidenpapier-Kissen neben meinem Bette schläft. Es ist aber auch ein gar niedliches Ding mit seinem Blumenkränzchen wie ein Bräutchen, und ich werde mich eigens ihm zu… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Rüschhaus
1828 10.September

Mit der Haushaltung geht hier übrigens alles recht gut. Ich habe noch wenig darin ausgelegt. Fleisch ist gar nicht gekauft, wir hatten noch junge Tauben, Hüerländers brachten junge Enten, und vor allem ist uns Ferdinand mit seiner Jagdbeute sehr hilfreich gewesen. Er besucht uns fast immer um den andern Tag und steht in hohem Kredit bei den Lotten. … Mit dem Bau geht es hier nicht so voran, wie ich wünschte. Selkmann ist, seit du weg bist, fast nie selbst hier gewesen, sondern hat nur die Gesellen geschickt, und mir ist es vorgekommen, als gehe seitdem alles viel langsamer. Am nächsten Samstag sind es nun schon vierzehn Tage, dass die Maurer, ohne mir das geringste vorher zu sagen, gänzlich fortgegangen sind und hinterlassen… Weiterlesen »

Hintergrund: Seit Sommer 1828 arbeitet die Droste an einem Entwurf zum zweiten Gesang des "Hospiz auf dem Großen St. Bernhard". Im Herbst gerät die Weiterabeit ins Stocken - wegen gesundheitlicher Probleme (Augenleiden), aber auch, weil sie während der Abwesenheit von Mutter und Schwester, die sich - wieder ohne Annette - bei den Verwandten in Bökendorf aufhalten, Rüschhaus eine Zeitlang alleine verwalten muss.
An: Henriette von Hohenhausen, aus: Rüschhaus
1840 14.Januar

Schücking ist auch noch unversorgt und strengt sich übermäßig an, um zugleich seinen Erwerbszweigen (Sprachunterricht und literarische Arbeiten) und den nötigen Studien für sein ferneres Fortkommen genugzutun. Er sieht elend aus, klagt aber nicht. Sein Verhältnis zur Bornstedt hat übrigens nicht die von Ihnen befürchtete Richtung genommen, vielmehr ist die Rosenfarbe daran immer mehr verblichen und jetzt ein so trocknes freundschaftliches Verhältnis daraus geworden, als man es zu beider Besten nur wünschen kann. … Von meinem hiesigen Leben kann ich Ihnen wenig sagen, Sie sehen einen Tag, damit haben Sie alle gesehn. Ich schreibe, lese, was mir die Güte meiner Freunde zukommen läßt, stricke ein klein, klein wenig (abends)… Weiterlesen »

An: Fürstin Salm-Reifferscheidt, aus: Rüschhaus
1845 10.Januar

Obwohl mir seit einigen Tagen infolge einer Erkältung wieder recht unwohl ist, so kann ich doch dies Paket nicht abgehen lassen, ohne mich Ihnen, meine gütige Freundin, wenigstens mit einigen Zeilen zu vergegenwärtigen. Ich denke soviel an Sie und höre nun durch meine Schwester, dass Sie auch an mich denken, dass Sie von mir reden und sogar für mich zeichnen. Sie sind doch gar zu lieb! und ich wollte, ich könnte Ihnen recht etwas Liebes wieder tun. Würden die Tage nur heller, dass ich mit meinem Ausschneiden voran käme oder wenigstens mein Daguerreotyp könnte aufnehme lassen. Jetzt mache ich mir vorläufig die Freude, allerlei dummes kleines Zeug für Sie zusammenzubringen, damit Sie überall an das Nettle erinnert werden und auch… Weiterlesen »

Hintergrund: Annette hat Charlotte von Salm-Reifferscheidt im Dezember 1843 auf der Meersburg kennengelernt.
Für die Anfertigung einer Daguerreotypie - einer nach Louis Daguerre benannten Fotografietechnik des 19. Jahrhunderts - waren anfangs mehrere Minuten Belichtungszeit erforderlich; die Porträtierten mussten solange stillsitzen. Das Verfahren ist zum Zeitpunkt dieses Briefes noch jung, es wurde erst sechs Jahre zuvor entwickelt.
An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1841 11.Juli

Für die Überschickung der Rezension danke ich herzlich. Schücking sagt, wenn sie ganz ohne Unterschrift sei, so sei sie am wahrscheinlichsten von dem Herausgeber des Blattes, Theodor Hell; seine Mitarbeiter pflegten sich zwar auch selten zu nennen, aber doch mit einem Anfangsbuchstaben zu bezeichnen. Es geht mir sonderbar mit meinen Gedichten. Ich bekomme eine vortreffliche Rezension nach der andern, dies ist schon die sechste, und einige der andern sprechen sich noch vorteilhafter aus wie diese, und doch verkauft sich das Buch so schlecht, dass die kleine Auflage von 500 Exemplaren noch nicht vergriffen ist. Wie ich das reimen soll, weiß ich nicht; wüßte ich nicht mit Gewißheit, dass diese Rezensionen bis auf eine von fremden… Weiterlesen »

An: Jenny von Laßberg, aus: Köln
1826 21.Februar

Schlegel hat einen schönen Ring vom König bekommen, und ist schrecklich eitel damit, ist überhaupt lächerlich eitel, trotz seines vielen Verstandes, und gibt dadurch seinem Feinde, Clemens Droste, viel gute Gelegenheit an die Hand, ihn zu ärgern. Neulich ist ein Fleischer mit einer schweren Last Fleisch auf dem Rücken gerade vor Schlegel gefallen, so dass man geglaubt hat, es wäre kein Stück von ihm ganz geblieben, er hat indessen, wunderbarer Weise, nichts dabei gelitten, außer dem Verlust seines besten Röckchens, was überher eine andere Farbe bekommen hat … Köln, 21. Februar… Weiterlesen »

Hintergrund: Mit einem Ring bedankt sich König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bei Professor August Wilhelm von Schlegel
Seite 1 von 3412345...102030...Letzte »