Mehr über Annette von Droste-Hülshoff (hier auf einem Gemälde von Sprick)

Sie möchten Annette von Droste-Hülshoff kennenlernen? Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin, erfahren Sie mehr über ihren Alltag, ihre Arbeit, ihr Privatleben und den Briefverkehr zu ihrer Zeit. Lernen Sie ihre Wohnorte kennen, verfolgen Sie ihre Korrespondenz mit Zeitgenossen, und gehen Sie mit Annette von Droste-Hülshoff auf Reisen.

300 Briefauszüge der Dichterin sind hier verfügbar, kategorisiert und verschlagwortet. Auch alle Kommentare sind authentisch und stammen von Zeitgenossen.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


An: Sophie von Haxthausen, aus: Rüschhaus
1842 24.September

In Stuttgart gibt nämlich der Professor Bauer ein Werk heraus “Deutschland im neunzehnten Jahrhundert”, dessen Ausarbeitung viele Gelehrte unter sich verteilt haben. Hierbei hat Schücking nun, noch in Meersburg, Westfalen übernommen, weil er dorthin zurückzukehren und dann alle Quellen zur Hand zu haben glaubte; nun sitzt er in Bayern beim Fürsten Wrede, wird auf’s äußerste um seinen Beitrag gedrängt und stößt, obwohl er sein Land sowohl durch Beobachtung als Lesen gründlich studiert hat, doch überall auf Schwierigkeiten und Lücken, wie es so ganz ohne Hülfsmittel nicht anders möglich ist. Er schreibt mir den lamentabelsten Brief von der Welt, dass er sich schon an mehrere in Münster um Auskunft in den verschiedenen Zweigen… Weiterlesen »

An: Christoph B. Schlüter, aus: Rüschhaus
1845 17.Mai

Es ist Abend, Sie sind nicht gekommen, der Wagen ist angespannt, der mich nach Hülshoff bringen soll. Übermorgen geht es von dort weiter, morgen, wenn Sie dieses lesen, habe ich meinem guten, kleinen Rüschhaus Lebewohl gesagt. Alles ist eingepackt und eingeschlossen, meine Zimmer gleichen Ruinen. Leben Sie wohl, leben Sie Alle tausendmal wohl. Sie und die Mutter und Therese. Denken Sie meiner vor allem im Gebet und auch sonst, ich werde Ihrer täglich gedenken und täglich für Sie schreiben in die zwei Bücher, Sie wissen ja wohl, wie ich es gesagt. Adieu, mein Herz ist sehr schwer. Ihre Annette Rüschhaus, 17. Mai… Weiterlesen »

Hintergrund: Von Rüschhaus fährt die Droste über Hülshoff nach Münster (wo sie Schlüter doch noch trifft) und von dort am 19. Mai 1845 weiter nach Abbenburg.
An: Elise Rüdiger, aus: Rüschhaus
1845 14.November

… ich habe doch einen Brief vom 2ten Oktober zu beantworten, wo mir Schücking die “neue Wendung seines Schicksals” ankündigt, und sich so hin und her dreht, dass ich denken soll, er habe erst jetzt, auf Dumonts Antrag, Cottas Dienst verlassen, während dies doch ganz gewiss schon im Frühling der Fall, und sein ganzer Aufenthalt in Bonn bloß auf die Bewerbung um Püttmanns Stelle berechnet war. Ob gegenseitige Unzufriedenheit im Spiele war, weiß ich nicht, Schücking ist seiner Stellung aber offenbar völlig überdrüssig gewesen – er ist wieder so eilig und läßt Luisen seinen Brief beenden, und sie schreibt mit einiger Bitterkeit: “Der Abschied von Augsburg und unsern dortigen Freunden tut uns beiden schwer leid! einen so… Weiterlesen »

Hintergrund: Am 1. November 1845 tritt Levin Schücking seine Tätigkeit für das Feuilleton der "Kölnischen Zeitung" an, er folgt dort dem Redakteur Hermann Püttmann.
Schückings Vater Paulus Modestus hatte 1837 seine Ämter als Richter und Amtmann verloren - wohl aufgrund seiner selbstherrlichen Art.
An: Wilhelm Junkmann, aus: Abbenburg
1839 26.August

Wegen Schückings Angelegenheit bin ich noch ohne Antwort von Hassenpflug, was mich weniger wundert, seit ich weiß, dass er selbst den Seinigen zu schreiben noch nicht die Zeit hat erübrigen können, doch lange kann es nicht mehr währen, bis ich Bescheid weiß, guten oder schlimmen, jedenfalls lasse ich Schück jetzt nicht mehr im Stiche, nachdem ich mich nun einmal der Sache angenommen. Ich darf bei den bestehenden sehr engen Freundschaftsbeziehungen zwischen Hassenpflug und unserer Familie wohl erwarten, dass Hass jedenfalls den Schück nicht ganz vergessen, sondern sich bei Gelegenheit seiner erinnern wird, wenn auch die gesuchte Stelle schon besetzt sein sollte; nur kömmt’s darauf an, ob er zu öffentlichen Ämtern Ausländern… Weiterlesen »

An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1843 17.Februar

Liebe Jenny, es ist hier ein Wetter, so schön, warm und ungesund wie möglich, Schneeglöckchen und gelber Helleborus blühen schon seit drei Wochen, Nußkätzchen sind verblüht, Erlenkätzchen in vollem Flor, und die sämtliche Menschheit hustet sich durch die ganze Konjugation – ich huste, sie hustet, er hustet, wir husten, sie husten, aber ich hoffe du hustest und ihr hustet nicht. Ich habe greulich daran müssen diesen Winter, was den besagten Husten anbelangt, und laboriere noch daran, bin aber nicht, wie sonst, von Herzen krank dabei gewesen, folglich auch nicht von Kräften gekommen, und somit ganz zufrieden. Mama macht eine Ausnahme im Hause und hustet nicht, ist überhaupt sehr wohl, bis auf das Herzklopfen, was noch immer nicht… Weiterlesen »

Hintergrund: Der Onkel, August von Haxthausen, soll als ausgewiesener Kenner des Agrarwesens im Auftrag der russischen Regierung die landwirtschaftlichen Bedingungen im Land prüfen. Über diesen Auftrag darf er allerdings nicht reden und erzählt deshalb anfangs im Verwandtenkreis, er würde nach Persien reisen. Aus seinen Erkundungen resultieren zwei Bücher: "Studien über Russland" (1847/52) und "Transkaukasia" (1856).
An: Christoph B. Schlüter, aus: Abbenburg
1839 24.August

Ich lebe hier wie in Rüschhaus und habe sogar auch mein altes schwarzes Kanapee, auf dem ich sitze oder liege (man kann es nennen wie man will) und schreibe, meine alten Lateiner, in denen ich vor dem Aufstehn lese, und mein Frühstück auf der Stube, wie ich es gewohnt bin. … Wären Sie hier oder schrieben fleißig, oder hörte ich auch nur oft von Ihnen wie in Rüschhaus, so würde ich dieses Mal weniger vom Heimweh leiden als gewöhnlich, aber wie es jetzt ist, bin ich doch sehr froh, ein paar Monate hinter mir zu haben. … Nächstens gibt es aber einen Feiertag im Kalender, Malchen Hassenpflug kömmt – wann weiß ich nicht genau, doch darf ich schon in den nächsten Tagen anfangen sie zu erwarten, das ist doch wohl ein Fest! -… Weiterlesen »

Hintergrund: Seit 10 Juli 1839 halten sich die Droste und ihre Mutter bei den mütterlichen Verwandten in Abbenburg auf. Sie kommt in dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen wenig zum Schreiben, arbeitet aber u.a. an der Kriminalgeschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht und später unter dem Titel "Die Judenbuche" publiziert wird und in deren Mittelpunkt die Figur Friedrich Mergel steht.
An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1843 17.Februar

Liebe Jenny, es ist hier ein Wetter, so schön, warm und ungesund wie möglich, Schneeglöckchen und gelber Helleborus blühen schon seit drei Wochen, Nußkätzchen sind verblüht, Erlenkätzchen in vollem Flor, und die sämtliche Menschheit hustet sich durch die ganze Konjugation – ich huste, sie hustet, er hustet, wir husten, sie husten, aber ich hoffe du hustest und ihr hustet nicht. Ich habe greulich daran müssen diesen Winter, was den besagten Husten anbelangt, und laboriere noch daran, bin aber nicht, wie sonst, von Herzen krank dabei gewesen, folglich auch nicht von Kräften gekommen, und somit ganz zufrieden. Mama macht eine Ausnahme im Hause und hustet nicht, ist überhaupt sehr wohl, bis auf das Herzklopfen, was noch immer nicht… Weiterlesen »

Hintergrund: Der Onkel, August von Haxthausen, soll als ausgewiesener Kenner des Agrarwesens im Auftrag der russischen Regierung die landwirtschaftlichen Bedingungen im Land prüfen. Über diesen Auftrag darf er allerdings nicht reden und erzählt deshalb anfangs im Verwandtenkreis, er würde nach Persien reisen. Aus seinen Erkundungen resultieren zwei Bücher: "Studien über Russland" (1847/52) und "Transkaukasia" (1856).
An: Luise Schücking, aus: Meersburg
1844 15.September

Meine Schwester, die Ihnen selbst schreiben wollte, aber sich seit einigen Tagen durch Einfluß des Äquinoktiums zu unwohl dazu befindet, läßt sie bitten, ihr doch zu sagen, was es für eine Bewandtnis mit den zehn oder zwölf Gedichten hat, die Sie Ihnen für das „Morgenblatt“ mitgegeben, da jetzt, nach drei Monaten, noch nicht ein einziges davon erschienen ist. Sie glaubt daraus schließen zu müssen, dass Cotta ihnen entweder die Aufnahme verweigert hat oder Sie aus irgendeinem Grunde es sonst nicht passend gefunden haben ihm dieselben fürs „Morgenblatt“ zu geben. In diesem Falle wünscht sie sie dann einem der andern Blätter zu geben, und läßt Sie deshalb um Nachricht hierüber bitten, aber womöglich mit umgehender… Weiterlesen »

Hintergrund: Bei dem Gedicht, das die Droste nun doch lieber nicht veröffentlicht sehen möchte, handelt es sich um Lebt wohl!, das sie aus Anlass des Abschieds des Ehepaars Schücking von der Meersburg am 30. Mai 1844 geschrieben hat. Der Wunsch kommt jedoch zu spät; das Gedicht ist bereits am 28. August 1844 in Cottas Morgenblatt erschienen. Bei der Abreise aus Meersburg hat Schücking neben diesem noch weitere Gedichte mitgenommen, von denen die meisten nach und nach im Morgenblatt zum Abdruck kommen.
An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
1842 12.September

Adelen habe ich noch nicht schreiben können, und muss erst ihre Adresse durch die Mertens abwarten, da sie grade nach Karlsbad reiste, als ich in Bonn war, und der Mertens diese dann zu schicken versprochen. Ich werde dieser doch in den nächsten Tagen schreiben, da ich einen in Betracht der Umstände sehr langen Brief von ihr erhalten, wenige Tage, nachdem man ihren Mann, der mir in Bonn schon sehr bedenklich vorkam, auf einer kleinen Geschäftsreise morgens tot im Bette gefunden. Sie ist doch sehr erschüttert, und mit Recht, denn sie haben eine wahre Höllenehe geführt, und die Schuld stand ganz zu gleichen Teilen. Vielleicht wird sie jetzt wieder liebenswürdiger, da der wenigstens angebliche Grund zu dem ewigen innern Grimmkochen… Weiterlesen »

Hintergrund: Auf Veranlassung ihres Vaters, des Bankiers Abraham Schaaffhausen, heiratet Sibylle 1816 den leitenden Bankangestellten Louis Mertens. Das Paar bekommt sechs Kinder, doch die Ehe gilt gemeinhin als unglücklich - beide verbringen viel Zeit getrennt voneinander, sie auf ihrem Landgut Plittersdorf bei Bonn, er in Köln. Sibylle schart einen illustren Künstler- und Gelehrtenkreis um sich, und sie hat Affären - mit Männern wie mit Frauen. Eine von ihnen ist Adele Schopenhauer.
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