Kategorie: Briefe an Christoph B. Schlüter
Es ist Abend, Sie sind nicht gekommen, der Wagen ist angespannt, der mich nach Hülshoff bringen soll. Übermorgen geht es von dort weiter, morgen, wenn Sie dieses lesen, habe ich meinem guten, kleinen Rüschhaus Lebewohl gesagt. Alles ist eingepackt und eingeschlossen, meine Zimmer gleichen Ruinen. Leben Sie wohl, leben Sie Alle tausendmal wohl. Sie und die Mutter und Therese. Denken Sie meiner vor allem im Gebet und auch sonst, ich werde Ihrer täglich gedenken und täglich für Sie schreiben in die zwei Bücher, Sie wissen ja wohl, wie ich es gesagt. Adieu, mein Herz ist sehr schwer. Ihre Annette
Rüschhaus, 17. Mai 1845
Nun hat mein bekannter Äquinoktalhusten, an dem ich leider einige Wochen sehr gelitten, und den meine Schwester noch nicht miterlebt hatte, diese so arg geängstigt, und sie hat der guten Mama einen so argen Floh darüber ins Ohr gesetzt, dass eine Luftveränderung als durchaus nötig für mich erklärt worden ist. Kurz, es ist mal so! Ich reise mit. Und bemühe mich, der Sache die angenehmste Seite abzugewinnen, da mir doch mal die Qual der Wahl nicht geworden ist.
Auch soll der Aufenthalt in Meersburg um vieles angenehmer sein als der in Eppishausen, schon des einträchtigen, friedlichen Wohnens unter Glaubensgenossen und im Schutze geordneter Gesetze wegen, was man dort so drückend vermißte, und dann ist diesseits des Sees “das Land, was meine Sprache spricht”, was man drüben wahrlich nicht sagen kann, so selbst Menschen aus den gebildeteren Ständen, z. B. die Frauen der dortigen Ärzte und Pfarrer sich einbildeten, wir sprächen englisch, und man also noch vereinzelter steht, wie hierzulande eine französische Familie, die wenigstens überall ihren Glauben und Gottesdienst blühen sieht. Gott bewahre mich vor dem Heimweh; ich habe es das vorige Mal auf eine arge Weise gehabt, indessen werde ich doch keine Viertelstunde allein sein können, ohne dass meine Gedanken in Rüschhaus, Hülshoff, Münster wären; umso mehr, weil ich abreisen muss, ohne irgendwo Abschied nehmen zu können, da die Reise mich schon vor sechs Jahren sehr angriff und, da ich seitdem um vieles immobiler geworden bin, dieses jetzt wohl noch mehr tun wird, weshalb Mama und Jenny darauf bestehn, dass ich mich nicht vorher durch vieles Umherlaufen und Fahren abmatten soll; sie behaupten, es überall für mich gemacht zu haben; damit ist mir aber nicht geholfen, und der nicht genommene Abschied tut mir weit weher als ein wirklicher. …
Zu arbeiten denke ich auch drüben fleißig, mein angefangenes Buch über Westfalen zu vollenden und die geistlichen Lieder zu feilen und abzuschreiben. Das Nötige dazu steckt schon tief unten im Koffer, und an Zeit und Ruhe wird es mir nicht fehlen, da Jenny mir auf meine Bitte ein ganz abgelegenes Zimmer in ihrem alten, weiten Schlosse, wo sich doch die wenigen Besucher darin verlieren wie einzelne Fliegen, einräumen will, einen Raum so abgelegen, dass, wie Jenny einmal hat Fremde darin logieren und abends die Gäste hingeleiten wollte, sie alles in der wüstesten Unordnung und die Mägde weinend in der Küche getroffen hat, die vor Grauen daraus desertiert waren. Ist das nicht ein poetischer Aufenthalt? Wenn ich dort keine Gespenster- und Vorgeschichten schreiben kann, so gelingt es mir nie.
Ich glaube übrigens, auf dieses Werk werden Sie, mein Freund, sehr influieren, d. h. das Andenken an Sie, denn ich freue mich schon jetzt darauf, es Ihnen vorzulesen, und dieses wird mir unter dem Schreiben beständig in Gedanken liegen. Sagen Sie nicht (wie Sie zu tun pflegen), dass ich mich Ihren Ansichten immer heterogen stelle. Das Disputieren und Aufbrodeln ist so eine schlechte, stöckische Manier an mir, und ich habe nachher ganz im stillen oft manches nach Ihrer Angabe verändert. Auch bin ich oft nur so verkehrt, wenn ich, grade mit Hinsicht auf Ihr Urteil, es meine so recht nach Ihrem Geschmacke getroffen zu haben, und es läuft mir dann so elendig kahl ab, dass Sie meinen hoffnungsvollen Sprößling ohne weiteres für einen Schlabünter erklären. Von meinem Westfalen (”Bei uns zu Lande auf dem Lande” ist sein eigentlicher Titel) hoffe ich aber ein erfreulicheres; ist’s doch unser liebes Ländchen, und unser beiderseitiges Hängen an ihm schon ein gar starker Einigungspunkt.
Die Gabe des allerentschlossensten Streichens
An dem bisher Fertigen glaube ich schon manches zu sehn, was guten Fortgang verheißt und nur einen hervorstechenden Fehler, zu große Breite an manchen Stellen; aber dagegen weiß ich Rat, habe ich doch den dritten Gesang meines St. Bernhard gestrichen und von dem ersten fast die Hälfte! Das Streichen und Feilen muss aber erst nach Vollendung des Ganzen geschehen, während der Arbeit macht es mutlos und unterbricht auch die poetische Stimmung zu sehr. Ich werde überhaupt immer zu breit, da mich die momentane Aufgabe jedesmal ganz hinnimmt und mir somit die Gabe fehlt, Nebendinge sogleich als solche zu erkennen und zu behandeln. Als Gegengewicht ist mir jedoch die Gabe des allerentschlossensten Streichens geworden, und ohne dieses würden meinem Pegasus längst Eselsohren gewachsen sein.
Ich wollte, ich säße nur erst am Seeufer und schrieb. Die letzten Tage vor dem Abschiede sind nur eine Körper- und Gemütsqual, und von einer Reise habe ich nie Freude, da ich leider das Fahren nicht vertrage und schon eine Stunde nach Abfahrt die Sehnsucht nach dem Abendquartier mein fixer Tagesgedanke wird.
Rüschhaus, 19. September 1841
Wissen Sie wohl, Professorchen, dass ich jetzt ernstlich willens bin, ein ellenlanges Buch im Geschmacke von Bracebridgehall auf Westfalen angewendet zu schreiben, wo auch die bewußte Erzählung von dem erschlagenen Juden hineinkömmt? Das Schema zum ersten Teile, Münsterland betreffend, habe ich schon gemacht, und das ist für mich ein großer Schritt, denn eben dies Ordnen und Feststellen der wie Ameishaufen durcheinander wimmelnden Materialien macht mir immer zumeist zu schaffen, und habe ich das überwunden, geht’s in der Regel sehr schnell. Nun aber ist mir mit meiner Grippe und Appendix vorläufig ein Schlagbaum vorgefallen, und ich muss mich gedulden oder vielmehr ungedulden, denn nun ich mal angefangen, brennt’s mir wie auf den Nägeln, und ich möchte lieber Tag und Nacht schreiben, als vielleicht noch drei Wochen die Hände in den Schoß legen und Daumen drehn oder die Wolken studieren. Aber das Schreiben will noch ganz und gar keine Art haben; es ist, als ob die gebückte Stellung den Reiz in der Kehle vermehrte, auch das Blut steigt zum Kopfe, und die Tränen laufen mir aus den Augen, wie eben jetzt, so dass ich längst hätte aufhören sollen.
Ich will und muss auch aufhören, aber erst noch wegen meines Buch in spe. Es wird drei Abteilungen enthalten, und den verbindenden Faden gibt der Aufenthalt eines Edelmanns aus der Lausitz bei einem Lehnsvetter im Münsterlande (erste und stärkste Abteilung), der dann mit dieser Familie ihre Verwandten im paderbornischen besucht (zweite Abteilung) und durchs Sauerland zurückkehrt, wo sie auch einige Zeit bei Freunden und entfernteren Verwandten verweilen (dritte und kleinste Abteilung). Diese sind die drei hervorstechensten Provinzen Westfalens, und zudem die einzigen, wo ich hinlänglich eingebürgert bin, um festen Grund unter mir zu fühlen. Es werden alle normalen Charaktere, Sitten, Institute (z. B. Damenstifter, Klöster), Sagen und Aberglauben dieser Gegenden darin vorkommen, teils geradezu in die Szene gebracht, teils in den häufig eingestreuten Erzählungen.
Ich hoffe Gutes von dem Buche, bin aber keines Menschen Beifall weniger gewiss als des Ihrigen, da Sie einen entschiedenen Widerwillen gegen Hexen, Spuk und Vorgeschichten haben und von allem diesem darin vorkommen wird, zwar natürlich fast allein in sagenhaften Erzählungen, also nicht als krasse Unwahrscheinlichkeit stoßend, aber ich weiß, Sie mögen dergleichen in keiner Gestalt. Es ist mir leid, etwas schreiben zu müssen, wobei ich nicht, wie es mir einmal eine liebe Gewohnheit geworden ist, denken kann, was mein Schlüter dazu sagt, oder wo es vielmehr ein zweifelhaftes Resultat gibt, wenn ich es denke. Doch ich kann nicht anders, da diese Dinge zu eng mit dem Volkscharakter veknüpft sind, und ich hoffe durch anderes in dem Buche meinen liebsten Freund zu versöhnen und zur Nachsicht mit dem nicht Ansprechendem zu stimmen.
Nun muss ich in der Tat aufhören, ich habe mich ganz zuschanden geschrieben und weine, als wenn ich rohe Zwiebeln schnitte.
Rüschhaus, 23. März 1841
Warum ist man wohl so ungeneigt zu poetischen Arbeiten in so höchst poetischen Momenten? Ich denke wohl, weil der Genuß den regelrechten Gedanken nicht aufkommen läßt. Ich tue gar nichts; seit Beendigung des geistlichen Jahres, also seit drei Monaten, sind zwei Balladen das einzige, was ich geschrieben; doch liegt dies wohl zum Teil daran, dass ich, des seit zwanzig Jahren bis zum Ekel widerholten Redens über Mißkennung des eignen Talents müde, mich zu etwas entschlossen habe, was mir im Grunde widersteht, nämlich einen Versuch im Komischen zu unternehmen. So dränge ich dann jeden Trieb zu anderm gewaltsam zurück und scheue mich doch vor jener gleichsam bestellten Arbeit wie das Kind vor der Rute.
Nicht dass ich meine, sie werde völlig mißlingen. Es fehlt mir allerdings nicht an humoristischer Ader, aber sie ist meiner gewöhnlichen und natürlichsten Stimmung nicht angemessen, sondern wird nur hervorgerufen durch den lustigen Halbrausch, der uns in zahlreicher und lebhafter Gesellschaft überfällt, wenn die ganze Atmosphäre von Witzfunken sprüht und alles sich in Erzählung ähnlicher Stückchen überbietet. Bin ich allein, so fühle ich, wie dieses meiner eigentlichen Natur fremd ist und nur als reines Produkt der Beobachtung unter besonders aufregenden Umständen in mir aufsteigen kann. Zwar, wenn ich einmal im Zuge wäre, würde meine Gesellschaft auf dem Papiere mir vielleicht die Gegenwart wirklicher und die bereits niedergeschriebenen Scherze die Anregung fremder ersetzen; aber eben zum Anfange kann ich nicht kommen und fühle die größte Lust zum Gähnen, wenn ich nur daran denke.
Zudem will mir noch der Stoff nicht recht kommen, einzelne Szenen, Situationen, lächerliche Charaktere in Überfluß, aber zur Erfindung der Intrige des Stücks, die diesen bunten Kobolden festen Boden geben muss, fehlt mir bishin, ich weiß nicht, ob die Lust oder das Geschick. Wenn ich darüber nachdenken will, so überschwemmt mich eine Flut von tollen Szenen, die an sich gut genug wären, auch nützlich sein könnten, aber sich untereinander reimen wie: “Ich heiße Hildebrand und setze meinen Stock wohl an die Müüre”. Muß ich nun daraus schließen, dass es mir an “Schanie” fehlt? So schlecht will ich doch noch nicht gleich mit mir umgehn, man sagt ja, dass Erkenntnis immer Anfang der Besserung ist; nun, da kann die Besserung bei mir nicht weit sein, Ich fühle mich doch heute weit aufgelegter als seit lange, und es kann treffen, dass ich mich nach Beendigung dieses Briefes flinkweg an die Arbeit mache. …
Vorerst kann ich, wie jeder Schriftsteller (wenigstens sollte), nur schreiben, was ich, wenn auch unter andern Verhältnissen und in andern Formen, gesehn. So werden meine Personen immer Westfalen bleiben und sich, trotz aller Vorsicht, hier und dort individuelle Züge einschleichen, d. h. nicht gerade Geschehenes, aber manches, wobei einem dieses oder jenes Individuum unwillkürlich einfällt. Daß ich dieses aufs äußerste zu vermeiden suchen würde, brauche ich Sie, liebster Freund, nicht zu versichern; aber ich glaube, dass darin niemand für sich stehn kann, da das wirklich Gehörte und Gesehene seinen Einfluß notwendig geltend macht, gegen unsern Willen, und in der Tat auch das einzige ist, was zu solchen rein objektiven Arbeiten befähigt.
Dann sind die Schwächen der gebildeten Stände selten ganz harmlos, sondern haben zumeist einen Zusatz von Verkehrtheit, der mich leicht Bitteres könnte sagen lassen, was doch ganz gegen meine Absicht ist, da ich nur dem Humor und keineswegs der Satire zu opfern gedenke, obwohl das letztere, wenn es aus den echten Gründen und mit dem echten Ernste geschieht, wohl das edlere ist, weil das nützlichere; doch schließen mich sowohl mein Charakter als meine persönliche Lage von dieser Art zu wirken aus.
Soll ich mich nun den niederen Klassen zuwenden? Das Landvolk zum Stoffe wählen mit seinen duseligen Begriffen, seltsamen Ansichten, lächerlichen Schlußfolgen und anderseits praktischem Verstande in manchen Dingen, Schlauheit und nationellem Humor? Obwohl sich hierbei außer dem Vergnügen des Lesers nicht wohl ein andrer Zweck absehn ließ, so wäre dieser Stoff nicht nur der bei weitem reichere und frischere, sondern auch der sowohl meinem Talente als Erfahrungen angemessenere, da ich zwischen Bauern aufgewachsen bin und selbst eine starke Bauernader in mir spüre. Auch ganz harmlos wäre dies, da sich niemand den Kopf zerbrechen wird, ob ich Klas oder Peter gemeint; nur meine ich, mit dem Dialekte schwinde das Salz aus der Speise; denn der Bauer paßt nicht seine Gedanken der Sprache an, sindern er hat gemodelt und modelt fortwährend die Sprache nach dem augenblicklichen Bedürfnisse, und grade das gibt ihr das unnachahmlich Naive, was in der Übertragung einem wie Schnee unter den Händen zerrinnt, was man mit Verdruß innewird, sooft man versucht, einem Ausländer eine echt vaterländische Anekdote verständlich zu machen, wo einem der Kabliau allemal zum Stockfisch wird.
Dennoch muss ich die Idee meiner Onkel Haxthausen, ein Lustspiel im väterländischen Dialekte zu schreiben, gänzlich verwerfen; wer wird es verstehn? Nicht mal der Eingeborne, da ihm die Buchstabenfügung zu fremd und manche Laute mit den vorhandenen Mitteln gar nicht wiederzugeben sind; viel weniger der Ausländer, der sich doch keinen Sprachstudien ergeben wird, um das Lustspiel einer obskuren Skribentin zu lesen.
Doch paßt alles Gesagte nur auf den Dialog, folglich zunächst die dramatische Behandlung. Zur bloßen Beobachtung und Darstellung durch einen Dritten, z. B. wie in Bracebridgehall, geben jene Volksklassen gewiss den frischesten und auf keine Weise hindernden Stoff, doch vom Dramatischen ist ja eben die Rede.
Ich gestehe Ihnen, lieber Freund, dass meine Neigung mich auch in diesem Fach weit mehr zu einer, wenn nicht tragischen, so doch ernsten und tiefern psychologischen Zweck im Auge haltenden Behandlung triebe, aber ich habe es mir mal anders vorgenommen; mißlingt der Versuch, so haben meine Plagegeister ja den Beweis in Händen, dass der Irrtum auf ihrer Seite war.
Rüschhaus, 26. April 1840
Ich lebe hier wie in Rüschhaus und habe sogar auch mein altes schwarzes Kanapee, auf dem ich sitze oder liege (man kann es nennen wie man will) und schreibe, meine alten Lateiner, in denen ich vor dem Aufstehn lese, und mein Frühstück auf der Stube, wie ich es gewohnt bin. … Wären Sie hier oder schrieben fleißig, oder hörte ich auch nur oft von Ihnen wie in Rüschhaus, so würde ich dieses Mal weniger vom Heimweh leiden als gewöhnlich, aber wie es jetzt ist, bin ich doch sehr froh, ein paar Monate hinter mir zu haben. …
Nächstens gibt es aber einen Feiertag im Kalender, Malchen Hassenpflug kömmt - wann weiß ich nicht genau, doch darf ich schon in den nächsten Tagen anfangen sie zu erwarten, das ist doch wohl ein Fest! - mein Schreiben wird dann sehr unterbrochen werden, freilich auf angenehmste Weise, dennoch ist es nicht gut, denn ich habe erst kürzlich angefangen, und bin eben recht im Zuge …
Hierbei fällt mir meine Erzählung ein. Ich habe jetzt wieder den Auszug aus den Akten gelesen,den mein Onkel August schon vor vielen Jahren in ein Journal rücken ließ und dessen ich mich nur den Hauptumständen nach erinnerte. Es ist schade, dass ich nicht früher drüber kam; er enthält eine Menge höchst merkwürdiger Umstände und Äußerungen, die ich jetzt nur zum Teil benutzen kann, wenn ich die Geschichte nicht ganz von neuem schreiben will. Vor allem ist der Charakter des Mörders ein ganz anderer, was zwar an und für sich nicht schadet, aber mich nötigt, mitunter das Frappanteste zu übergehn, weil es durchaus nicht zu meinem Mergel passen will. …
Die geistlichen Lieder werden, wie mich dünkt, ohngefähr den früheren gleich, doch glaube ich wird mir es immer schwerer werden, einige Mannigfaltigkeit hineinzubringen, da ich mich nur ungern und selten entschließe, einiges aus dem Texte selbst in Verse zu bringen; er scheint mir zu heilig dazu, und es kömmt mir auch immer elend und schwülstig vor, gegen die einfache Größe der Bibelsprache. So bleibe ich dabei, einzelne Stellen auszuheben, die mich zuweilen frappieren und Stoff zu Betrachtungen geben. Ich freue mich darauf, Ihnen das Fertige vorzulesen, Sie sind doch dieses Mal fast mein ganzes Pulikum. Wollte Gott, ich könnte die Lieder herausgeben, es wäre gewiss das Nützlichste, was ich mein Lebelang leisten kann, und das damit verbundene Opfer wollte ich nicht scheuen, hätte ich nur an mich zu denken, aber es geht nicht!
Abbenburg, 22. August 1839





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