Kategorie: Briefe an Therese von Droste



aus: 1848, Briefe an Therese von Droste, Meersburg

Wie froh bin ich, Dir mal wieder selbst schreiben zu können, mein lieb Mütterchen, und zwar nur Gutes. Wir sind zwar alle krank gewesen, aber auch alle glücklich entwischt. Mit Laßberg hielt es etwas lange an, sein Winterhusten hatte sich ungewöhnlich stark eingestellt, weil er im vorigen Sommer die Badekur versäumt, und nun kam die Grippe dazu und zog sich so in die Länge, dass er am Ende recht schwach dabei wurde. Seit 14 Tagen ist aber alles vorüber, und seine Kräfte nehmen noch rascher zu als sie abgenommen, so dass ich ihn jeden Tag wenigstens um ein halbes Jahr jünger geworden finde.

Jenny, die Kinder, Tony, Hohbach, Obsers Annchen, alle die Grippe! Von den Kindern Gundel am stärksten, doch haben sich beide nachher sehr schnell erholt, Jenny hat sich zehn Tage im Bette und dann noch etwa acht Tage im Zimmer halten müssen, war eigentlich nicht viel krank, sondern mehr herunter vor Sorge um Laßberg und die Kinder und vor Mangel an Nachtruhe; wie das aufhörte, war sie auch bald wieder besser und ist jetzt gottlob ganz wieder die Alte, an Aussehen und Kräften.

Kurz, liebste Mama, Du brauchst Dich gar nicht zu ängstigen, um keinen von uns! Denn mit mir geht es auch viel besser; geht sollte ich zwar eigentlich nicht sagen, denn das Gehen ist noch immer der Stein des Anstoßes und wird es auch wohl bleiben, aber in allem Übrigen kann ich Gott nicht genug danken, wenn ich an meinen Zustand im vorigen Jahre um diese Zeit denke.

Liebe Mama, so eben schneidet mir Jenny mehr als die Hälfte von meinem Blatte weg. “Ich solle nicht so viel schreiben, sie könne es sonst nicht gut einlegen, und der Brief müsse auch fort.” Unsre Geschichte mit Zeerleder muss ich Dir aber doch noch erzählen; er war Sonderbündler, wurde in Luzern gefangen, nach etwa dreiwöchentlichem Gefängnis von der Militärbehörde (General Dufour) entlassen, mit der Warnung, sich sogleich aus der Schweiz fortzumachen, weil wahrscheinlich von Bern aus ihm eine viel schlimmere Anklage auf Landesverräterei und Spionerie (weil er gegen seinen eignen Kanton gefochten und heimliche Nachrichten zum Nutzen des Sonderbundes von dort eingezogen) bevorstehe. So kam es dann auch, er war aber zum Glück schon außer Landes. Wo? wusste niemand, bis er mit einem Male vor etwa vier Wochen hier bei uns eintraf. Laßberg empfing ihn sehr herzlich, und jedermann hielt ihn für sicher wie in Abrahams Schoße. Denke Dir also die Verstörung, als vor Tagen, wie schon alles im Bette war, zwei Herrn von unserm eigenen Gerichte, den Spiegel und ein paar Gendarmen hinter sich, Einlass verlangten und den Zeerleder in unserm Hause arretierten.

Laßberg erfuhr nichts davon, Jenny aber, die zufällig noch auf war, redete mit den beiden Herren, wo dann herauskam, dass seit lange ein Konkordat zwischen Baden und der Schweiz besteht, wonach sie sich gegenseitig Kriminalverbrecher und Landesverräter ausliefern, doch geschieht die Auslieferung nicht eher, bis von der andern Seite bewiesen ist, dass der Verhaftete wirklich zu jener Klasse gehört.

Da saß nun der arme Zeerleder im neuen Schlosse, im Bürgergefängnisse, und blies 14 Tage lang Trübsal. Laßberg ließ ihn mit allem Nötigen, Betten, Speise, Bücher et cet. versorgen und schrieb sogleich an den Markgrafen Wilhelm. Täglich besuchte ihn einer von uns. Wenn es regnete und schneite, Hohbach, bei besserem Wetter, Jenny, und bei gutem Sonnenschein habe ich mich auch ein paarmal vom Obser im Kinderwagen hinfahren lassen, obschon ich wohl hätte so weit gehn können, aber nicht ohne nasse Füße, da der Schnee zu hoch lag und zu stark am Auftauen war. Vorgestern ist nun endlich unser Verbrecher entlassen, auf den Grund mangelnder Beweise des Hochverrats.

Der Markgraf war so freundlich, Laßbergen schon einige Tage zuvor in einem wirklich herzlichen Briefe das günstige Unheil mitzuteilen. Zeerleder könnte nun nichts Klügeres tun, als sich fortmachen in’s Österreichische, da ja noch neue Klagepunkte in Menge bereit sind; aber er ist sorglos und ungeschickt wie ein Kind von sieben Jahren, versteht weder feine noch grobe Winke, und es würde mich gar nicht überraschen, wenn sie ihn hier zum zweiten Mahl packten. Er hat sich auch durch nichts bewegen lassen, seine Papiere und wertvollen Sachen aus Steinegg wegzuschaffen, und nun erfahre ich soeben, dass gestern alles mit Sequester belegt ist.

Nun adieu, liebste Mama, 1000 Liebes an alle, ich möchte so gern jeden einzeln nennen und für jeden einzeln ein paar Worte schreiben, aber man lässt mir ja weder Papier noch Zeit. Alte Sophie, August, Ludowine, Euch muss ich doch noch besonders grüßen, adieu, liebe Herzensmama,
Deine gehorsame Tochter Nette.

Meersburg, 27. Februar 1848

aus: 1847, Briefe an Therese von Droste, Meersburg

Meine liebste Mama!
Ich muss Dir doch auch ein klein wenig schreiben, um Dir selbst zu sagen, dass ich mich fast in jeder Beziehung sehr viel besser befinde. Wenn ich ganz still sitze und mich auch sonst nicht anstrenge, könnte ich mich jetzt mitunter, ein wenig Bewegung abgerechnet, für ganz gesund halten. Ich schlafe gut, esse mit Appetit, habe gar keine Schmerzen und komme mir auch, wenn ich still sitze, gar nicht kraftlos vor. Nur mit dem Gehen ist’s noch nicht besser, das wird sich aber hoffentlich mit dem nächsten Frühling geben. Es ist schon viel, dass mir das Äquinoktium dieses Mal nicht geschadet hat, und dass ich jetzt, beim Eingange des Winters, wohler bin als im Sommer. Ängstige Dich deshalb meinetwegen nicht, mein liebes Mütterchen, ich komme gewiss gut durch den Winter. Du weißt, wie vortrefflich sich mein Zimmer heizt, ich spüre auch gar nichts von der Wetterveränderung. Jenny und die Kinder sind den Tag über sehr viel bei mir, und nachts habe ich die Magd im Nebenzimmer. Kurz, ich bin sehr gut aufgehoben, und da Du weißt, wie apprehensiv ich bin, so kannst Du wohl überzeugt sein, dass mir viel besser ist, da ich es selbst eingestehe.

Sehr froh bin ich auch, dass Du in dem lieben Bökendorf bist, und noch froher, dass Du so lange dort zu bleiben denkst. Damit ist mir ein Stein vom Herzen; ich weiß Dich doch nun aufs Beste aufgehoben, und in einer Umgebung, die Dich freut und erheitert. Sage allen den lieben lieben Verwandten das Herzlichste von mir. Meine alte Sophie spricht gewiss oft mit Dir von uns.

Hier geht es eben so. Wenn Jenny und ich abends allein sind, dann sind wir allezeit entweder in Hülshoff oder bei Euch. Ich wollte, es wäre kein bloßer Aberglaube mit dem Ohrenklingeln, dass man immer wüsste, wenn man voneinander redete, das wäre wie eine halbe Korrespondenz. Gestern erhielt ich einen Brief von Werner, als Vorläufer der Kiste, die er am selben Tage der Spedition übergeben hatte. Neues stand sonst gar nichts darin, aber viel Erfreuliches über Max, wie er so fleißig sei, und sich überhaupt so gut mache. Gottlob!

Hier ist alles in großer Spannung wegen der Schweizer Angelegenheiten, selbst ich lasse mir jetzt täglich die Zeitungen bringen und lese die betreffenden (von Laßberg rot angestrichenen) Artikel. Die armen Sonderbündler! 30.000 gegen 100.000! Gottes Hülfe muss das Beste tun, und dann ihre Begeisterung und gänzliche Todesverachtung. Der arme kleine, als Grenzland und dazu völlig flaches Terrain gradezu preisgegebene Kanton Zug zählt nur 15.000 Einwohner, diese sind neulich sämtlich an einem Tage, Männer, Frauen und Kinder, in Einsiedeln gewesen, haben die Sakramente empfangen und sich alle zum Tode einsegnen lassen. So etwas geht einem doch durch Mark und Bein!

Man hört hier auch sonst so vieles von den Urkantonen, ihrer Bewaffnung und Kampfart, dass einem ist wie im Traume; von dem Urner Signalhorn (dem Stier von Uri), das eine ganze Schlacht übertönen und so fürchterlich klingen soll, dass in früheren Kriegen die feindlichen Feldherrn immer sehr den Eindruck auf ihre Truppen gefürchtet haben; von den Morgensternen (hier Fidelis-Prügel genannt, weil der h. Fidelis mit einem Streitkolben erschlagen ist), mit denen ein Teil der Schwyzer bewaffnet ist, und die sie im Handgemenge mit so großer Kraft zu brauchen wissen, dass von jedem Schlag ein Mann fällt; von den langen Flinten der Unterwaldner und Walliser Scharfschützen, die durch die Felslücken gesteckt werden und tausend Schritt weit tragen sollen. Kurz, es ist alles wie in einem fabelhaften Traume, aus dem man aber leider nicht erwachen kann. Die Jesuiten gehn überall als Feldprediger mit.

Flüchtlinge kommen im ganzen wenig, es scheint ein Grundsatz der Sonderbündler zu sein, ihre Kinder und Kranken nicht ins Ausland, sondern in die Berge zu flüchten, um desto mehr Grund zum äußersten Widerstände zu haben. Die Frauen gehen fast alle mit ihren Brüdern, Männern, Vätern, um die Verwundeten zu pflegen, und bei Hauptschlachten, hinter dem Heere aufgestellt, die Ihrigen zu ihrer Verteidigung aufs äußerste zu treiben.

Heute haben wir den Neunten, morgen sollen die Feindseligkeiten beginnen, und zwar an der Grenze von Freiburg. Gott schütze das Recht! Hier in Baden gibt’s nur eine Stimme, für den Sonderbund, und zwar von Unfrommen wie von Frommen, da die armen kleinen Kantone ebenso wohl für ihre Freiheit wie für ihren Glauben fechten und die Jesuitenfrage von den großen offenbar nur vom Zaune gebrochen ist, um bei dieser Gelegenheit die kleinen einzuschlucken.

Genug hiervon, sonst frisst die Schweiz mein ganzes Blatt auf, und Du liest wohl alles besser in den Zeitungen. Liebe Mama, sollte es denn wohl wirklich wahr werden, dass im nächsten Sommer eins von den Onkels oder Tanten hieherkäme ? Es sind nun so viele, die uns Hoffnung gemacht haben; es wäre doch gar zu betrübt, wenn wir am Ende doch wieder ganz leer ausgingen. Lieber Onkel Karl, lass doch deine Dahlien einmal ein wenig allein. Du musst mir ja die schöne wunderliche Muschel bringen, die in Abbenburg für mich liegt, sonst weiß Gott wann ich sie bekomme, da ich gewiss noch anderthalb Jahre hier bleiben muss, denn ich soll im nächsten Sommer hier Ameisenbäder gebrauchen und darf dann nicht mit dem Winter wieder in unser Klima einrücken. Lieber August, Ihr seid ja doch so viel auf den Rädern, Du und Tante Dine, rutscht doch auch einmal hieher. Ach, ich wollte Ihr kämt alle, wir sehnen uns nach allen, Jenny und ich. Liebe Mama, kannst Du denn keinem von allen so gut zureden, dass er Dich hieher begleitet?

Adieu, liebstes Mütterchen, sage doch allen das Herzlichste von mir, meiner lieben alten Sophie, den Hinneburgern, Wehrenschen, Herstellern; ich kann nicht alle einzeln hinschreiben, aber ich denke an jeden einzelnen, auch in Erpernburg, Wewer, Tienhausen, Vörden, überall meine besten Grüße, Anna und meine alte Male sind ja noch wohl bei Euch. Ich wollte, ich könnte nur auf eine Viertelstunde zwischen Euch sitzen. Adieu, ich küsse Deine liebe Hand.
Deine gehorsame Tochter Nette

Meersburg, 8. November 1847

aus: 1843, Briefe an Therese von Droste, Hülshoff

1. Daß Ihr mich nicht haben wollt, ist freilich schimpferlich, aber nicht zu ändern. Ich bleibe also bis Sonntag …
2. Werner ist mit Markus’ Herüberkunft ganz zufrieden und ladet ihn hiermit herzlich ein.
3. Ich selbst aber bin etwas zweifelhaft, und kömmt es darauf an, ob Markus noch Ferien hat und sein Hiersein als einen Besuch rechnet oder ob ich ihn Tag für Tag bezahlen muss. Mein Kranksein hat mich nämlich gehindert, die Korrektur der Gedichte zu vollenden, und jetzt habe ich seit zwei Tagen etwas Husten und ziemliches Halsweh, so dass ich nicht sehr lange in einem Stück diktieren darf; kömmt Markus nur zum Besuch, so werden wir wahrscheinlich doch noch vieles zustande bringen, was mir nachher von großer Erleichterung ist, und ich bezahle ihn dann nach Maßgabe der Arbeit. Sonst wäre es mir doch etwas empfindlich, wenn z. B. das Halsweh so zunähm, dass ich wenig oder gar nicht diktieren könnte und doch wie für das Ganze bezahlen müßte.

Ich hoffe indessen, es ist auf die erste Manier, denn außer den Ferien könnte Markus ja wohl gar nicht kommen, und er sitzt dann doch jedenfalls angenehmer und wohlfeiler hier wie in Münster, und vieles werden wir doch auf jeden Fall abschreiben können.

Mein Husten war am Tage, nachdem wir uns bei Wittower gesehn, furchtbar stark; ich schrieb gleich an Bönninghausen und nahm vorgestern abend das erste Pulver, wonach der Husten gleich bedeutend abnahm; gestern abend das zweite, und nun ist’s mit dem Halsweh auch viel besser.

Der Brief von Schücking, den ich gestern erhalten habe, ist sehr kurz und nur eine besorgte Anfrage wegen meines Stillschweigens, bestätigt aber, dass er gegen das Ende Mais von Mondsee abgeht und - was mich sehr freut - Hoffnung hat, die Stelle eines Redakteurs der “Augsburger Allgemeinen” zu bekommen. Ich würde Dir den Brief schicken, wenn er nicht bereits fort wäre nach Münster für die dortigen Freunde.

Hülshoff, 10. Mai 1843

aus: 1842, Briefe an Therese von Droste, Meersburg

Scheppe und ich sind auch dicke Freunde und haben uns wertvolle Geschenke an Versteinerungen und Schneckenhäusern gemacht, denn er kriecht ebenso wie ich am See und in den Weinbergen umher und ist lange vor mir gekrochen, so dass die Meersburger an diese neue Art von Vierfüßlern gewohnt sind, was mir jetzt gut zustatten kömmt, denn es fällt keinem ein, was Besonderes darin zu finden, die Höflichsten bleiben sogar stehn und geben mir die Stellen an, wo seltene Sorten zu finden sind und wo der Physikus und Herr Jung auch gesucht hätten. …

Ich gehe zuweilen zu Kessels oder den guten Klosterfrauen, deren freundliche und verständige Unterhaltung mich sehr anspricht, sonst zu niemandem, denn ich habe keine Zeit, da der Nachmittag fast ganz mit Spazierenlaufen hingeht und ich morgens auch sehr spät an die Arbeit komme; bis es so warm im Zimmer geworden ist, dass ich aufstehn kann, und bis ich dann meine Strümpfe gestopft, gefrühstückt, mich angekleidet und einen kleinen Besuch bei Jenny und den Kindern gemacht habe, ist es immer schon halb elf oder zehn, und ich muss jede Minute zu Rate halten, wenn ich diesen Winter was Ordentliches zustanden bringen will. Jeden Abend um acht, wenn wir schon alle im Speisezimmer sind, Laßberg aber noch seine Partie erst ausspielt, lese ich Jenny und Schücking vor, was ich den Tag geschrieben; sie sind beide sehr zufrieden damit, aber leider von so verschiedenem Geschmacke, dass der eine sich immer über das am meisten freut, was dem andern am wenigsten gelungen scheint, so dass sie mich ganz konfus machen könnten und ich am Ende doch meinen eigenen Geschmack als letzte Instanz entscheiden lassen muss.

Mit Schücking geht es sehr gut hier, er hält sich sehr still, hat gar keine Bekanntschaft in der Stadt und kömmt den ganzen Tag nicht von seinen Büchern fort, außer gleich nach Tische, wo er den Weg zum Frieden einmal auf- und abläuft, um sich Bewegung zu machen. Seine Gesundheit hat sich gottlob sehr gebessert, woran außer dem Klima auch wohl die gute Kost und Sorgenfreiheit großen Anteil hat. Laßberg scheint ihn lieb zu haben und unterhält sich bei Tische fast ausschließlich mit ihm, scheint aber auf seine Gedichte und sonstigen belletristischen Arbeiten keinen großen Wert zu legen. Jenny hat ihn auch gern, weil er fleißig ist und gar keine Last im Haus macht. Kurz, ich muss es doch für ein Glück rechnen, dass er hieher gekommen ist, obwohl ich selbst sehr wenig von ihm habe und mit auch gleichwohl eingefallen ist, ob die Bornstedt, die verdrehte Person, nicht darüber räsonnieren würde. Indessen, ich habe die Sache nicht gemacht, habe auch nichts daran ändern können, würde es auch auf keinen Fall getan haben, sondern wäre eher selbst zu Hause geblieben, als dass ich den armen Schelm um diese vielleicht einzige gute Zeit in seinem Leben gebracht hätte, wo er auch noch Bekanntschaften macht, die ihm vielleicht voranhelfen können.

Meersburg, 26. Januar 1842

aus: 1841, Briefe an Therese von Droste, Meersburg

… in meinem Koffer (der noch immer nicht da ist) liegt, was von dem “Westfalen” (”Bei uns zu Lande auf dem Lande” heißt’s eigentlich) fertig ist, nebst dem Material, den geistlichen Liedern, um sie hier durchzuarbeiten und ins Reine zu schreiben. Auch das Lustspiel habe ich zur Feilung mitgenommen. Wenn ich hinzufüge, dass Therese so gut wie gar keine Zeit hat und ich meine Strümpfe selber stopfe, ferner ein Paar Pantoffeln für Laßberg zu Weihnachten sticke und noch der Therese Heisdorf versprochen habe, ihr etwas auszuschneiden, so siehst Du, dass ich einen guten Berg Arbeit vor mir habe. Das Buch und die Pantoffeln müssen aber vorgehn; vom übrigen was möglich ist. Da Schücking so wenig Zeit hat, werde ich Jenny abends vorlesen, was fertig ist. Sie sagt, das störe Laßberg gar nicht in seinem Puffen, und ohne jemandes Teilnahme arbeitet man nicht mit Luft.

Meersburg, 26. Oktober 1841