Kategorie: Bonn



An: Therese von Droste, aus: Bonn
Schlagwörter: , , , , , , ,
1837 12.Januar

Es ist also jetzt beschlossen, dass man mich bis Düsseldorf bringen will, d. h. zu Wagen bis Köln und dann gleich mit dem Dampfboot weiter. Dann müßten nun entweder die Pferde in Düsseldorf sein, oder, was vielleicht noch besser wäre, in Ruhrort, wo ich dann schon einige Stunden weiter wäre, auch in einer kleineren Stadt und einem kleineren Gasthofe, was wohlfeiler und angenehmer ist. Oder am allerbesten wäre es wohl, ich führ‘ bis Wesel; denn ich glaube nicht, dass die Pferde, wenn sie in zwei Tagesreisen von Münster bis Düsseldorf gingen, um 10 Uhr in Düsseldorf sein könnten, sie würden vielmehr den zweiten Tag erst nachmittags ankommen und müßten also einen ganzen halben Tag und eine Nacht im Wirtshause liegen. Zu… Weiterlesen »

An: Jenny von Laßberg, aus: Bonn
Schlagwörter: , , , , , , ,
1831 20.März

Ich habe an Mama und Werner geschrieben, und so sollst Du, alter lieber Hans, auch nicht so ganz leer ausgehn. Wenn mir auch nur noch Zeit für ein paar Zeilen bleibt; manches, was eigentlich für Dich gehört, z. B. über Blumen, die ich gern für die Mertens hätte, steht schon in dem langen Briefe an Mama … Übrigens habe ich hier schöne Sachen geschenkt bekommen; habe deshalb auch manches zurückschenken müssen, was meinem Geldbeutel nicht besonders gut bekommen ist. Es geht hier wie in Münster, alle Leute schenken mir etwas. Vorgestern hat mir ein geistlicher Herr eine Vase von Amethyst geschenkt – ist das nicht schön? Aber es ist kein klarer Amethyst, und die Vase ist überhaupt nicht schön von Form, es ist aber doch… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: BonnPlittersdorf
Schlagwörter: , , ,
1831 11.März

Was Du von mir denkst, meine liebe alte Mama, das weiß der liebe Gott, aber das weiß ich wohl, dass ich ganz unschuldig bin und in den letzten vier Wochen oft nicht wußte, wo mir der Kopf stand. Ich bin jetzt schon in der 5. Woche bei der Mertens, die sehr gefährlich krank gewesen ist. Ich habe viel Last gehabt, so viel wie in meinem Leben noch nicht. Ich habe die arme Mertens Tag und Nacht verpflegt, fast ganz allein; denn ihrer Kammerjungfer hatte sie grade zuvor aufgesagt, weil sie trinkt, und konnte sie nun gar nicht mehr um sich leiden, … ihre beiden ältesten Mädchen sind in der Pension. Adele Schopenhauer immer krank. So war ich die Nächte zu der Sache. Wie hab ich doch so manche Sommernacht, Du düstrer Saal, in… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: BonnPlittersdorf
Schlagwörter: , ,
1831 21.Januar

Du siehst aus diesem langen Bogen, liebste, beste, alte Mama, dass ich wenigstens den Willen habe, recht viel zu schreiben. Ob ich dazu komme, das weiß Gott; obgleich ich nichts, gar nichts zu tun habe und auch nirgends hingehe. Aber ich habe mein Nichtstun so künstlich eingeteilt, dass mir keine Minute übrigbleibt und ich den ganzen Tag wie auf der Flucht bin. Du kannst meine höchst einfache und pünktliche Lebensordnung schon aus meinen früheren Briefen beurteilen. Eben in derselben Form besteht sie noch immer. Ich lebe so sehr nach der Uhr, dass ich mich ganz desorientiert fühle, sobald ich mal etwas anderes vorgenommen habe. … Plittersdorf, 7. Mein Brief ist schon fast acht Tage alt geworden. Ich bin hier, um die Mertens zu… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Bonn
Schlagwörter: ,
1830 14.Oktober

Mit Arno habe ich nicht geschrieben, weil ich gerade nach Plittersdorf geholt wurde, wo ich die Mertens sehr leidend antraf, es waren aber nur Krämpfe, und so konnte ich nach drei Tagen wieder hieher gehen. Sie brachte mich sogar selbst zurück, obgleich sie in den Tagen, die ich bei ihr war, mehrere Male vor Schmerzen ohnmächtig wurde; sie ist übrigens im ganzen ziemlich gesund jetzt; dies war nur so ein einzelner Anfall, sonst kann sie gewaltig viel vertragen und ist so gut zu Fuße, dass ich mich darüber wundern muss — sie läuft von Plittersdorf nach Bonn und wieder zurück in einem Tage, und dabei den ganzen Tag auf den Straßen umher. Mit Tony glaubt sie ganz prächtig fertig geworden zu sein, sie hat rechten Nutzen von… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Bonn
Schlagwörter: , , , , , ,
1830 14.Oktober

Ich habe mich bei einem Friseur abonniert, und so würdest Du das Vergnügen haben, mich immer à la derniere mode aufgetakelt zu sehn. Das ist nun schon gut, bequem und auch gar nicht teuer, aber wie man mir zusetzt Kleider zu kaufen, das kannst Du Dir gar nicht denken. Es macht mich höchst unglücklich. Einen Hut habe ich schon kaufen müssen, und heute soll ich wahrhaftig wohl an mein Merinos-Kleid dran müssen. Mehr will ich aber nichts tun, obgleich man mich mit Vorschlägen beinahe tot macht. Einige wollen mir durchaus einen neuen Überrock aufschwätzen, und Pauline meint, ich könnte es gar mit dem schwarzen wohl tun,dann müßte ich aber einen neuen Pelzkragen darüber nehmen, was am Ende fast ebenso teuer ist. Einen… Weiterlesen »