Kategorie: Hülshoff



An: Christoph B. Schlüter, aus: Hülshoff
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1846 5.September

Ich bin in Hülshoff und recht krank, an allerlei, am plagendsten an meinem nervösen Kopfweh, das seit sechs Tagen völlig Überhand genommen hat. Ich kann Ihnen deshalb für dieses Mal nur die Hand drücken und weiter nichts. Alles andere, Brief und Gedichte, später gern und vollständig. Betet doch ein wenig für mich, Ihr meine Lieben! Der Schmerz nimmt mir so oft die Gedankenklarheit zum brünstigen Gebete, wenn ich es grade am nötigsten hätte. Hülshoff, 5. September… Weiterlesen »

An: Christoph B. Schlüter, aus: Hülshoff
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1846 13.April

Sie wissen nicht, was ich in den letzten Tagen gelitten habe, und welche durchdringende Erquickung mir ihre treue vertrauensvolle Freundschaft gerade jetzt sein muss. Ich habe Schückings scheußliches Buch gelesen, ich habe es von wahrhaft wohlmeinender Hand erhalten, mit dem Zusatze, ich müsse es leider lesen, da ich in dem allgemeinen Verdachte stehe, ihm das Material zu seinen Giftmischereien geliefert zu haben. Sie haben es nicht gelesen, und hätten Sie es gelesen, so würden Ihnen doch hundert Anspielungen (die leider andernorts nur zu wohl verstanden werden) unverständlich bleiben und Sie nicht halb begreifen, wie mir zumute sein muss. Schücking hat an mir gehandelt wie mein grausamster Todfeind und, was unglaublich… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1843 11.Mai

Sie sehn wohl schon aus meinen Federzügen, lieb Kind, dass ich wenigstens teilweise hergestellt bin; der Aufenthalt in Münster hat mir sehr wohl getan, was ein halbes Wunder ist, unter den täglichen Erschütterungen, die ich am Sterbelager und Sarge des guten Täntchens mit Elisen teilte. Ich tat mir über Macht Gewalt an und dachte, der hinkende Bote würde nachkommen; statt dessen hat diese Widersetzlichkeit gegen mein Nervenübel es gleichsam in Konfusion gebracht, die so übel behandelten Anfälle sind es müde geworden, wieder zu kommen, und jetzt bin ich wohl noch schwach, schändlich reizbar, aber doch nicht eigentlich krank mehr. Freut’s meinen Jungen nicht? Es ist mir ordentlich ein Fest, es ihm zu schreiben, da ich weiß,… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1843 11.Mai

Die Mertens war allerdings vier Wochen lang in Münster; hören Sie die Veranlassung, und Sie haben ihren Charakter von der besten und schlimmsten Seite. Ich hatte ihr in Bonn griechische Münzen versprochen, die ich nicht alle für echt halte, aber doch einige darunter, hatte sie ihr auch geschickt und den dankbarsten Brief erhalten, worin sie zugleich mein Urteil über Ächtheit und Nichtechtheit bestätigte. Hierauf verhinderte mich meine Krankheit, zu antworten, und nun erhielt ich den allerimpertinentesten Brief; sie schickte mir die Münzen zurück: „sie seien alle unecht und nichts wert, würden auch, wenn sie echt wären, von so großer Seltenheit sein, dass sie dann kein Sammler, selbst als Doubletten, verschenkt hätte.“ In… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1843 11.Mai

Schreiben Sie mir gleich, wie Ihnen die Gall gefallen hat; bin ich schon in Abbenburg, so wird mir der Brief doch unmittelbar nachgeschickt. Wir (Elise und ich) sind natürlich äußerst gespannt darauf, und unsre Wünsche und Gebete werden Sie an jenem Tage begleiten. Gott gebe, dass die Gall ist, wie wir sie uns ausmalen, namentlich Elise: feurig ohne Exaltation, neben ihrem Geiste voll bon sens, und, obwohl glänzend in Gesellschaft, doch ruhig und wohltuend im häuslichen Leben. Lieb Kind, Dein Mütterchen hat carte blanche, zu sagen, was es will, nicht wahr? So bitte ich Dich, wie ich bitten kann, suche die Gall genau zu ergründen, ehe Dein Wort und Urteil unwiederbringlich gefangen sind; es geht hier ums ganze Leben. Ich bin… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Hülshoff
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1843 10.Mai

1. Daß Ihr mich nicht haben wollt, ist freilich schimpferlich, aber nicht zu ändern. Ich bleibe also bis Sonntag … 2. Werner ist mit Markus‘ Herüberkunft ganz zufrieden und ladet ihn hiermit herzlich ein. 3. Ich selbst aber bin etwas zweifelhaft, und kömmt es darauf an, ob Markus noch Ferien hat und sein Hiersein als einen Besuch rechnet oder ob ich ihn Tag für Tag bezahlen muss. Mein Kranksein hat mich nämlich gehindert, die Korrektur der Gedichte zu vollenden, und jetzt habe ich seit zwei Tagen etwas Husten und ziemliches Halsweh, so dass ich nicht sehr lange in einem Stück diktieren darf; kömmt Markus nur zum Besuch, so werden wir wahrscheinlich doch noch vieles zustande bringen, was mir nachher von großer Erleichterung… Weiterlesen »

An: Elise Rüdiger, aus: Hülshoff
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1843 9.Mai

Jenny schreibt: „Dein Gedicht auf unser Glaserhäuschen, was im ,Morgenblatt‘ steht, macht hier viel Sensation et cet.“ Wie ist das? Ich habe es ja gar nicht eingeschickt? L war anfangs sehr dafür, nachdem er aber seinen Namen in „Eugen“ verändern musste, dagegen. Sie halten ja das „Morgenblatt“, es wird dort wohl „die Schenke am Berge“ heißen. L, der eine Abschrift besaß, muss es jetzt eingeschickt haben – um das Honorar zu vermehren? Das will ich doch nicht glauben! Vielleicht hat er dem „Morgenblatt“ Beiträge versprochen, zu denen ihm Zeit und Lust gefehlt, und faute de mieux ihm vorläufig halt den Mund stopfen wollen. Ich habe übrigens hier, außer dem Ihrigen, noch keinen Brief erhalten. Liebes Herz, wünschen Sie, der… Weiterlesen »

An: Elise Rüdiger, aus: Hülshoff
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1843 9.Mai

Ich bin wieder zwei Tage recht unwohl gewesen, lieb Herz, jetzt zwar besser, doch will Werner von meiner morgigen Rückkehr nach Rüschhaus nichts hören, er behauptet ich würde mich todkrank machen, und es wird somit teils von meinem morgigen Befinden, teils vom Wetter abhängen, ob ich! meinen Kopf durchsetze oder nicht. … Meine Mutter hat Nachricht von den Ihrigen, der Onkel Fritz ist gottlob keineswegs krank, dringt aber sehr auf unsre Herüberkunft … Ich bin ganz gern dort, mag aber auch nicht fort. Mir fehlt die Illusion der Jugend, alles wieder auf dem alten Flecke zu finden. Nur Monate Trennung, und es ist so vieles anders geworden, wie einer, der sich so allmählich mit hinein gelebt hat, uns gar nicht nachfühlen kann…. Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1842 29.Dezember

Mein Konterfei ist und bleibt Dein eigen, mein lieb Herz, nur hängt die gute Elise so sehr daran, dass sie es nicht unkopiert abgeben will, und kann doch in diesem Augenblicke keinen Maler herbeihexen. Die Wenning verändert sehr unter dem Kopieren und ist teuer dazu; es kann aber nicht fehlen, dass bald irgend ein vazierendes Genie einrückt, und dann, lieber Levin, wissen Sie selbst wohl, dass mich darnach verlangt, mich, wenigstens gemalt, mal wieder recht freundlich von Ihnen ansehn zu lassen; es ist mir ganz betrübt, wenn ich denke, Sie könnten vergessen, wie Ihr Mütterchen aussieht. Neulich traf ich bei der Rüdiger den neuen französischen Lion, M. Cherouit; das Bild wurde umher gezeigt, und Monsieur meinte, „die Züge seien… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1842 29.Dezember

Von der armen Adele habe ich einen recht trüben Brief; sie ist noch in Bonn; Wolff, der ihr Übel immer am günstigsten beurteilte und in einer Kur zu heben hoffte, hat jetzt leider diese Ansicht aufgegeben und schiebt sie von sich ab, wie die übrigen, dem Karlsbade zu. Ich fürchte mit ihr, dass an Heilung nicht zu denken ist, nur an Hinhalten, vielleicht Lindern, auf längere oder kürzere Zeit; es geht mir sehr nahe. Vielleicht kömmt sie auf einige Zeit nach Rüschhaus; Mama hat sie wenigstens dringend einladen lassen, und der Umweg ist unbedeutend; ich wünsche es natürlich sehr. Sie hat mir von eigner Hand ein wunderschön gemaltes Blatt geschickt, Randgemälde: ein Blumenkranz mit den zierlichsten Insekten durchsprenkelt,… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1842 27.Dezember

Denken Sie sich das Malheur: die Bornstedt kömmt wieder!! und ich möchte schreien wie Frau Kratzefoot im Reineke de Voß: „O waih, o waih, se is allerdinge do!“ Da ist sie zwar noch nicht, aber wir können sie jede Stunde erwarten, und ich glaube jetzt beinahe, dass sie schon lange im Klaren ist und nur gehofft hat, die desperaten Umstände durch eine vom Könige ersungene Pension noch heiratbar zu machen; Sie wissen, dass sie bei der Anwesenheit desselben sich in Neufchatel eingestellt, mit scharfen Rekommandationen dem General Pfuhl ein Gedicht übergeben, und dieser ihr dafür hundert Thaler vom Könige verschafft hat…. Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
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1842 27.Dezember

Jetzt habe ich Ihnen soviel vorgeklatscht, lieber Levin, dass mir kaum Raum zu viel Lieberem und Nötigerem bleibt. Vorerst: Wollen Sie nicht mal einen kleinen offnen Zettel an Elise einlegen? Einen Brief erwartet sie nicht, und wünscht ihn wohl kaum, da die Korrespondenz, wie Sie selbst fühlen, vorläufig noch etwas Peinliches haben würde, und sie durch meine Briefe viel ungenierter au courant ihrer Lage bleibt, aber dieses wäre doch eine Freundlichkeit. Zwingen sollen Sie sich indessen nicht, beengt es Sie, so lassen Sie es. Dann eine Bitte, mein Kind, Du hast Deinen Brief zerissen, um mir das Herz nicht schwer zu machen, meinst Du, dass mir etwas schwerer auf dem Herzen liegen könnte wie die Angst ohne bestimmten Gegenstand,… Weiterlesen »