Adelen habe ich noch nicht schreiben können, und muss erst ihre Adresse durch die Mertens abwarten, da sie grade nach Karlsbad reiste, als ich in Bonn war, und der Mertens diese dann zu schicken versprochen. Ich werde dieser doch in den nächsten Tagen schreiben, da ich einen in Betracht der Umstände sehr langen Brief von ihr erhalten, wenige Tage, nachdem man ihren Mann, der mir in Bonn schon sehr bedenklich vorkam, auf einer kleinen Geschäftsreise morgens tot im Bette gefunden. Sie ist doch sehr erschüttert, und mit Recht, denn sie haben eine wahre Höllenehe geführt, und die Schuld stand ganz zu gleichen Teilen. Vielleicht wird sie jetzt wieder liebenswürdiger, da der wenigstens angebliche Grund zu dem ewigen innern Grimmkochen wegfällt, doch fürchte ich, es sei ihr mehr Natur, wie überhaupt das Unglück dem Menschen gewöhnlich fester angewachsen ist, als er sich selber zugeben will, und sich selten mit einem einzelnen Blocke aus dem Wege rollen läßt.
Rüschhaus, 12. September 1842
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Mertens - mal nicht ganz so übel gelaunt wie sonst Mit Arno habe ich nicht geschrieben, weil ich gerade nach Plittersdorf geholt wurde, wo ich die Mertens sehr leidend antraf, es waren aber nur Krämpfe, und so konnte ich nach drei Tagen wieder hieher gehen. Sie brachte mich sogar selbst zurück, obgleich sie in den Tagen, die ich bei ihr war, mehrere Male vor [...]...
Damit schlag ich die Mertens aus dem Felde! Du hast gewiss schon diverse Male recht tüchtig auf mich geschimpft, mein Herzens-Onkelchen, d.h. innerlich raisonniert nun mal ganz sicher fortwährend, und ohne Zweifel ist auch mitunter etwas davon an den Tag gekommen - dennoch bin ich auch jetzt wieder, wie Herr Wilmsen sagt, schiere Unschuld und noch obendrein eine leidende Unschuld gewesen, [...]...
Das häusliche Elend der Schopenhauers Aber nun sag mir, lieb Herz, wie lange denkst du denn in Bonn zu bleiben? Und überhaupt, wohin deinen Stab jetzt zu setzen? Nach Kassel kannst du jetzt schwerlich; die Brede ist zu nah bei Hinnenburg. Am Ende bleibst du den Winter in Bonn? Das wäre sehr vernünftig. Bonn ist höchst angenehm. [...]...
Achterbahn mit Sibylle Die Mertens war allerdings vier Wochen lang in Münster; hören Sie die Veranlassung, und Sie haben ihren Charakter von der besten und schlimmsten Seite. Ich hatte ihr in Bonn griechische Münzen versprochen, die ich nicht alle für echt halte, aber doch einige darunter, hatte sie ihr auch geschickt und den dankbarsten Brief erhalten, worin [...]...





… ihr Hauptunglück bestand darin, keinen Mann geliebt zu haben, das gab ihr diese Wunderbarkeit der Empfindung in der Freundschaft - denn diese Art ist zwischen Frauen nicht natürlich. Sie hatte die Freundin als Surrogat des Geliebten - deshalb war sie so anfordernd, so leidenschaftlich - , und hat sie wirklich wieder dieselbe Weise für die Jameson, so möchte ich daraus behaupten, sie liebte Wach nicht und die Jameson wäre ihr der maskierte Liebhaber.
Goethes Schwiegertochter über die Verbindung von Sibylle Mertens mit dem Maler Wilhelm Wach und der Schriftstellerin Anna Jameson.