1843 10.Mai

1. Daß Ihr mich nicht haben wollt, ist freilich schimpferlich, aber nicht zu ändern. Ich bleibe also bis Sonntag …
2. Werner ist mit Markus‘ Herüberkunft ganz zufrieden und ladet ihn hiermit herzlich ein.
3. Ich selbst aber bin etwas zweifelhaft, und kömmt es darauf an, ob Markus noch Ferien hat und sein Hiersein als einen Besuch rechnet oder ob ich ihn Tag für Tag bezahlen muss. Mein Kranksein hat mich nämlich gehindert, die Korrektur der Gedichte zu vollenden, und jetzt habe ich seit zwei Tagen etwas Husten und ziemliches Halsweh, so dass ich nicht sehr lange in einem Stück diktieren darf; kömmt Markus nur zum Besuch, so werden wir wahrscheinlich doch noch vieles zustande bringen, was mir nachher von großer Erleichterung ist, und ich bezahle ihn dann nach Maßgabe der Arbeit. Sonst wäre es mir doch etwas empfindlich, wenn z. B. das Halsweh so zunähm, dass ich wenig oder gar nicht diktieren könnte und doch wie für das Ganze bezahlen müßte.

Ich hoffe indessen, es ist auf die erste Manier, denn außer den Ferien könnte Markus ja wohl gar nicht kommen, und er sitzt dann doch jedenfalls angenehmer und wohlfeiler hier wie in Münster, und vieles werden wir doch auf jeden Fall abschreiben können.

Mein Husten war am Tage, nachdem wir uns bei Wittower gesehn, furchtbar stark; ich schrieb gleich an Bönninghausen und nahm vorgestern abend das erste Pulver, wonach der Husten gleich bedeutend abnahm; gestern abend das zweite, und nun ist’s mit dem Halsweh auch viel besser.

Der Brief von Schücking, den ich gestern erhalten habe, ist sehr kurz und nur eine besorgte Anfrage wegen meines Stillschweigens, bestätigt aber, dass er gegen das Ende Mais von Mondsee abgeht und – was mich sehr freut – Hoffnung hat, die Stelle eines Redakteurs der „Augsburger Allgemeinen“ zu bekommen. Ich würde Dir den Brief schicken, wenn er nicht bereits fort wäre nach Münster für die dortigen Freunde.

Hülshoff, 10. Mai 1843

Mehr zum Adressaten: Therese von Droste
Hintergrund: Die Droste beauftragt den Studenten Heinrich Markus mit der Abschrift für die zweite Gedichtausgabe. Er hat Schwierigkeiten mit ihrer Schrift. Am Ende wird sie das Manuskript doch mühsam von eigener Hand abschreiben.