Mehr über Annette von Droste-Hülshoff (hier auf einem Gemälde von Sprick)

Sie möchten Annette von Droste-Hülshoff kennenlernen? Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin, erfahren Sie mehr über ihren Alltag, ihre Arbeit, ihr Privatleben und den Briefverkehr zu ihrer Zeit. Lernen Sie ihre Wohnorte kennen, verfolgen Sie ihre Korrespondenz mit Zeitgenossen, und gehen Sie mit Annette von Droste-Hülshoff auf Reisen.

300 Briefauszüge der Dichterin sind hier verfügbar, kategorisiert und verschlagwortet. Auch alle Kommentare sind authentisch und stammen von Zeitgenossen.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


An: Christoph B. Schlüter, aus: Rüschhaus
1837 23.März

Wegen meines St. Bernhards wird J mit Ihnen geredet haben, ich wünsche noch immer das Gedicht anderswo herauszugeben, denn ich möchte, dass sei Renommee, gut oder schlimm, bereits gemacht wäre, eh es in den Kreis meiner Bekannten käme, da ich nicht darauf rechne, dass es hier sehr gefallen wird; für auswärts mache ich mir bessere Erwartungen und möchte meiner lieben Mutter, die im Grunde jedes öffentliche Auftreten scheut wie den Tod und nur zu empfindlich ist für die Stimme des Publikums, gern zuerst die möglichst angenehmsten Eindrücke gönnen; dann schmerzen nachher einzelne Stimmen weniger; für mich selbst wäre es mir nur schon gleich, womit ich es zuerst aufnehmen müßte. Wegen der geistlichen Lieder kann ich Ihnen… Weiterlesen »

An: Sophie von Haxthausen, aus: Rüschhaus
1837 19.September

… von der guten armen Male H habe ich jetzt auch einen Brief, sie ist sehr herunter, körperlich und geistig, – sie schreibt mir gradezu, dass ich jetzt nicht zu ihr kommen könne, da sie, wenn es dem Ludwig noch vor dem Winter gelingen solle, eine Anstellung zu bekommen (hoffentlich im Preußischen) sie ihm dorthin folgen würden… – der Brief ist so kurz, fast verschlossen, ich weiß nicht, ob das Unglück sie kalt macht, oder scheu, ich glaube das Letzte, – wie gern holte ich sie hieher! und das dürfte ich auch wagen, denn ich könnte ja Kostgeld für sie bezahlen, aber sie wird nicht von der Mutter und der Schwester wollen, und alle drei! ach Gott, das geht über meine Kräfte! Rüschhaus, 19. Oktober… Weiterlesen »

Hintergrund: Der Bruder von Amalie, Hans Ludwig Daniel Hassenpflug, verliert im Juli 1837 sein Amt als kurhessischer Minister.
An: Wilhelmine von Thielmann, aus: Rüschhaus
1828 2.November

Ich habe dir unser Rüschhaus schon öfters beschrieben. Du weißt, dass der Raum beschränkt, unsre ganze Lebensweise höchst einfach ist. Kennte ich mein Minchen nicht so genau, ich dürfte gar nicht sie einzuladen wagen. Aber nun weiß ich, dass ich es darf, und meine noch wohl gar, Du würdest Geschmack an unsrer Art zu sein finden. Meine Mutter und Schwester sind den ganzen Sommer hindurch abwesend gewesen, zu Bökendorf nämlich, und ich erwarte sie morgen zurück. Ich dachte in dieser Zeit recht viel zu arbeiten, vor allem zu schreiben, aber, wie man zu sagen pflegt, Gott und gute Leute haben mir drüber weggeholfen, d.h. Gott hat mir Augenschmerzen geschickt, und recht gute liebe Leute, nämlich die Schwester und Nièce der… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Meersburg
1843 15.Dezember

Lachen Sie nicht über die wahrscheinlich ungehörige Aufschrift dieses Briefes, mein guter Levin; Sie haben vergessen, mir Ihre Augsburger Adresse zu geben, und da ich nicht denken kann, dass nach so kurzem Aufenthalte der „Levin Schücking“ allein ausreichen sollte, muss ich versuchen, ob der „Redakteur“ mir durchhilft. Warum ich Ihnen so lange nicht geschrieben? Liebes Kind, zwischen Ihren zwei ersten und dem letzten Briefe liegen zwei Reisen, zwei Krankheiten und Geschäfte so ernster und anhaltender Art, wie ich nie daran gewöhnt und deshalb doppelt ungeschickt und von ihnen beschwert war. Nehmen Sie dazu, dass ich schweren Herzens Sie an der Katastrophe Ihres Schicksals sah, mit dem Gefühl, bei meiner durchaus oberflächlichen… Weiterlesen »

An: Elise Rüdiger, aus: Meersburg
1844 5.Januar

Sch übersendet mir zugleich ein Geschenk von Cotta, ein Prachtexemplar des Nibelungenliedes in Folio, mit Randzeichnungen, nebst einem so artigem, fast demütigen Briefe, als ich mir ihn aus Cottas Feder nicht für möglich gedacht habe. Ich will ihn Ihnen abschreiben, halb aus Prahlerei (denn ich bin nicht ein Zehntel so bescheiden als Sie), halb um Ihr Urteil einzuholen, ob Sie meinen, dass ich hierauf wohl gradezu mit meinen gesammelten Gedichten und der etwas hohen Forderung auf Cotta losrücken kann. Sie haben weit mehr Schriftstellerroutine als ich, und wissen besser, inwiefern Verlegerlob auf pekuniäre Beziehungen nachzuwirken pflegt oder nicht. Ich bin zweifelhaft, ob ich sie mir immer mit dem Honigtopfe in der Hand als halbe… Weiterlesen »

Hintergrund: Zu den Droste-Gedichten, die Levin Schücking im Februar 1842 an Cottas „Morgenblatt für gebildete Leser“ gesandt hatte, gehörten „Der Knabe im Moor“, „Die Weltverbesserer“, „Im Moose“, „Am Turme“, „Junge Liebe“, „Am Bodensee“, „Die Vendetta“ und „Das alte Schloss“. Nicht alle gelangten zum Abdruck. Auch die „Judenbuche“ hatte Schücking an das Blatt vermittelt.
Levin Schücking arbeitet bei der Augsburger Allgemeinen Zeitung als Redakteur ohne festen Anstellungsvertrag, lediglich auf der Basis von Honoraren für seine Beiträge. Mit seiner Tätigkeit als Vermittler zwischen dem Verleger Cotta und der Dichterin ist auch die Hoffnung auf eine Festanstellung verbunden. Mit Gustav Kolb, dem Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, verbindet Schücking eine Freundschaft.
An: Levin Schücking, aus: Hülshoff
1842 27.Dezember

Denken Sie sich das Malheur: die Bornstedt kömmt wieder!! und ich möchte schreien wie Frau Kratzefoot im Reineke de Voß: „O waih, o waih, se is allerdinge do!“ Da ist sie zwar noch nicht, aber wir können sie jede Stunde erwarten, und ich glaube jetzt beinahe, dass sie schon lange im Klaren ist und nur gehofft hat, die desperaten Umstände durch eine vom Könige ersungene Pension noch heiratbar zu machen; Sie wissen, dass sie bei der Anwesenheit desselben sich in Neufchatel eingestellt, mit scharfen Rekommandationen dem General Pfuhl ein Gedicht übergeben, und dieser ihr dafür hundert Thaler vom Könige verschafft hat…. Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: BonnPlittersdorf
1831 21.Januar

Du siehst aus diesem langen Bogen, liebste, beste, alte Mama, dass ich wenigstens den Willen habe, recht viel zu schreiben. Ob ich dazu komme, das weiß Gott; obgleich ich nichts, gar nichts zu tun habe und auch nirgends hingehe. Aber ich habe mein Nichtstun so künstlich eingeteilt, dass mir keine Minute übrigbleibt und ich den ganzen Tag wie auf der Flucht bin. Du kannst meine höchst einfache und pünktliche Lebensordnung schon aus meinen früheren Briefen beurteilen. Eben in derselben Form besteht sie noch immer. Ich lebe so sehr nach der Uhr, dass ich mich ganz desorientiert fühle, sobald ich mal etwas anderes vorgenommen habe. … Plittersdorf, 7. Mein Brief ist schon fast acht Tage alt geworden. Ich bin hier, um die Mertens zu… Weiterlesen »

Hintergrund: Adele Schopenhauer beobachtet die Nähe zwischen ihrer Freundin Sibylle Mertens und der Droste mit wachsender Eifersucht. Mitte März 1831 löst sie Annette bei der Krankenpflege ab. Wenige Wochen später bittet Adele die Droste, wiederum die Pflege zu übernehmen - doch diese weigert sich zunächst, weil sie ihre Freundin Wilhelmine von Thielmann in Koblenz besuchen will. Nach einem Streit mit Adele kehrt Annette Ende April wieder ans Krankenbett der Mertens nach Plittersdorf zurück.
An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1842 10.September

Für Dich allein zu lesen Wegen der Präbenden von meinem und Mamas Vermögen habe ich mit Wernern gesprochen. Er ist mit allem zufrieden, sagt, wegen der meinigen Wünsche und könne er ja auch keine Schwierigkeiten machen, da ich ja völlig Herr darüber sei; Mama aber scheine kein Testament machen zu wollen, sondern habe ihm ihre Dispositionen gesagt und er ihr sein Wort gegeben, alles so auszuführen, wenn wir es zufrieden wären, was sie für ausgemacht annahm. Diese Dispositionen sind aber ganz anders, wie ich sie erwartet, und so, dass Werner und Du jeder 1000 Taler erhalten sollten, von dem übrigen aber, was etwas mehr ist, so dass es statt 40 50 Taler Zinsen bringt (zu 4 Prozent berechnet), sollte ich die Nutznießung haben;… Weiterlesen »

Hintergrund: Die Präbende meint hier eine Art Leibrente. Annettes Schwester Jenny hat zwei Töchter (die Zwillinge Hildegarde und Hildegunde, geboren 1836), ihr Bruder Werner wird insgesamt zwölfmal Vater, drei Kinder sterben bereits früh. Während Jennys Töchter unverheiratet bleiben, leben von der Nachkommenschaft der sieben Söhne und zwei Töchter Werners (geboren zwischen 1827 und 1845) heute noch drei Großnichten sowie 25 Ur-Ur-Großneffen und -nichten der Droste.
An: Therese von Droste, aus: Rüschhaus
1840 2.April

Ja, alte Mama, mir geht es nicht besser, ich mag nur nicht davon sprechen, weil es mir dann zu arg wird. Du weißt selbst, wenn ich auch zuweilen nichtsnützig bin, wenn Du da bist, so kann ich doch gar nicht ohne Dich sein. Ich setze mich drüber weg, so gut es geht, da es nun doch mal nicht anders ist, und denke jeden Sonntag: „Nun bin ich wieder eine Woche näher am Mai, aber es wird mir oft recht schwer. Deine Blumen besorge ich gut und will sie nachher Mariechen auf die Seele binden. Wir haben unser Korn alle glücklich eingekriegt und auch den Weizen noch vor der Regenzeit in die Erde, sonst sind hier viele Leute, die damit sehr verlegen sind; jetzt haben wir die Kartoffeln aufgenommen und ziemlich viele und gute bekommen, im… Weiterlesen »

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