Dass Du sagst, ich dürfe nur Schriftstellerin sein wie die Gemahlin eines Grafen Gräfin sei, gefällt mir ungemein, ja, so sei es, besser verlange ich es nicht.

Du schreibst, dass Du krank geworden — Levin, tu das um Gottes willen nicht, nicht untreu werden und nicht sterben, mir wird ganz elend von dem Gedanken an diese beiden Möglichkeiten! Dein Gedicht beschämt mich wieder, ich kann mir gar nicht denken, dass Du mich so gar lieb hast, dass ich Dir so viel bin, aber diese Möglichkeit macht mich so glücklich, so glücklich! ach Levin!

WeiĂźt Du, Levin, was mich so ärgert — dass die Leute Deinen schönen Taufnamen alle nicht recht aussprechen und abscheulicherweise den Ausdruck auf die erste Silbe legen. Manche bilden sich auch drum ein, Du seiest ein Jude. WeiĂźt Du, wie dem abzuhelfen wäre? Es ist ganz einfach! Wenn Du Deinen Namen so schriebst wie er ausgesprochen wird, nämlich Lewin! Nur statt einem v ein w, wie man auch Erwin und Goswin schreibt. Mir zerreiĂźt es förmlich die Ohren, wenn jemand Levin sagt. Es hat ja jedermann das Recht, seinen Namen zu schreiben, wie er will. Ein Bekannter von mir schreibt immer Eduart, weil es ihm besser gefällt. (…)

Ob man auch anderwärts sich pudert, weiß ich nicht — mir wird auch schon bei dem Gedanken ganz ärgerlich — zwei Stunden habe ich heute morgen gebraucht, um diesen Staub aus meinen langen Haaren zu bringen — nun geschieht es aber nicht mehr! (..)

Mein einziger Freund, könnte ich Dich nur eine einzige Stunde sprechen; wegen Dir möchte ich das Frühjahr nach Wien gehen, um Dich zu sehen. Nur einen Tag in Salzburg — das wäre schon alles!

Faschingsdienstag 1843


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