Schlagwort: Diskretion



An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
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1842 10.Oktober

Ich war, um das bewußte Paket zu holen, in Münster bei Ihrer Tante, die ich noch immer hübsch und sehr angenehm finde. Ich hoffte, bei dieser Gelegenheit manches von Ihren Sachen, woran mir liebe Erinnerungen hängen, mal wieder vor Augen zu bekommen, Ihr Schreibzeug, Ihre Bücher, alle die kleinen Andenken von Ihrem Nippestische: aber wahrscheinlich war alles in einer Plunderkammer aufgestapelt, denn die Tante setzte mich in den Kanapee und holte das Bezeichnete herbei. Ich tat natürlich, als sei mir der Inhalt unbekannt, und als wünschten Sie nur Ihre wichtigsten Papiere an einem Ort, wo sie binnen den acht Jahren nicht durch Umziehn dem möglichen Verlust ausgesetzt wären; doch schien die Tante etwas pikiert und meinte, auf… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
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1842 11.September

Ich gäbe viel darum, liebes Herz, wenn Sie grade dieses Mal echt offen und ausführlich geschrieben hätten, ganz wie zu Ihrem Mütterchen; denn ich sitze hier seit sechs Wochen mutterseelen allein, und weder Hahn noch Huhn kräht nach den Briefen, die ich bekomme, und mich verlanget so nach einem recht langen, warmen, lieben; aber das konnten Sie freilich nicht wissen, das erste nämlich. . … Daß Briefe an mich erbrochen würden, ist fortan gar keine Gefahr mehr vorhanden, selbst wenn ich grade abwesend sein sollte; aber ich wünsche dennoch dringend sie allein zu bekommen, um nicht genötigt zu sein sie vorzulesen, wo man dann, noch unvertraut mit dem Inhalte, beim Übergehen so leicht ungeschickt stockt, was allerlei Fatalitäten… Weiterlesen »