Schlagwort: Gedichte



An: Levin Schücking, aus: Abbenburg
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1845 25.August

Machen Sie damit, was Sie wollen, d. h. drucken Sie es oder nicht; ich mache gar keine Prätensionen mit diesen Gedichten, die in einem Wirrwarr gemacht sind, wie ich desgleichen nie erlebt und nie wieder zu erleben hoffe. Seit zwei Monaten, wo der Onkel so weit hergestellt ist, dass er täglich einige Stunden Besuch ertragen kann, ist’s hier zum Schwindligwerden. Alle Tage 3–4 Besuche und jeder 3–4 Mann stark: neun verwandte Familien, vier benachbarte, nebst diversen Pastoren, die sich alle einbilden, jede Woche wenigstens einmal nachsehn zu müssen, wie die Besserung fortschreitet. Der Onkel hat’s bequem: sobald ihm der Lärm zu arg wird, zieht er sich als Rekonvaleszent in seine Privatzimmer zurück, wohin niemand folgen darf; aber… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Meersburg
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1844 17.Januar

An den gedruckten Gedichten habe ich überall wenig korrigiert, aber doch einiges, zumeist nur einzelne Worte, die leicht übersehn werden könne, aber nicht dürfen, da es oft krasse Druckfehler sind, die den Sinn entstellen. Ich habe im Manuskript überall, wo ich sie hinrangiert wünschte, dies auf einem weißen Blatte bezeichnet, auch ein Inhaltsverzeichnis nach der Folge beigelegt zur Erleichterung des Ordnens, wenn mal ein Blatt davonfliegen oder die ganze Pastete vom Tische rutschen sollte. Kleckse sind genug auf dem Manuskript – es ist soviel umhergeschleppt! Korrekturen noch mehr: besser so bunt wie eine Elster, als schlechtes Zeug stehnlassen. Wollen Sie die Gedichte anders ordnen, so steht dies bei Ihnen; Sie werden es… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Meersburg
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1842 25.Mai

Im Museum war ich seit einigen Tagen nicht, bis dahin war meine „Judenbuche“ beendigt, von der ich nur das im vorigen Briefe Gesagte wiederholen kann, nämlich: dass ich den Effekt fand wo ich ihn nicht suchte, und umgekehrt, das Ganze aber sich gut macht. Es ist mir eine Lehre für die Zukunft und mir viel wert, die Wirkung des Drucks kennengelernt zu haben. Gestrichen hat man mir nur einmal ein paar Zeilen, nämlich das zweite Verhör ein wenig abgekürzt; wenn du es nicht etwa schon getan hattest, worüber ich ungewiss bin. Zuerst war ich zürnig, grimmig wie eine wilde Katze, und brauste im Sturmschritt nach Deisendorf; auf dem Rückwege war ich aber schon abgekühlt und gab dem Operateur – Hauff, Dir oder gar mir selbst – Recht;… Weiterlesen »

An: Christoph B. Schlüter, aus: Abbenburg
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1839 24.August

Ich lebe hier wie in Rüschhaus und habe sogar auch mein altes schwarzes Kanapee, auf dem ich sitze oder liege (man kann es nennen wie man will) und schreibe, meine alten Lateiner, in denen ich vor dem Aufstehn lese, und mein Frühstück auf der Stube, wie ich es gewohnt bin. … Wären Sie hier oder schrieben fleißig, oder hörte ich auch nur oft von Ihnen wie in Rüschhaus, so würde ich dieses Mal weniger vom Heimweh leiden als gewöhnlich, aber wie es jetzt ist, bin ich doch sehr froh, ein paar Monate hinter mir zu haben. … Nächstens gibt es aber einen Feiertag im Kalender, Malchen Hassenpflug kömmt – wann weiß ich nicht genau, doch darf ich schon in den nächsten Tagen anfangen sie zu erwarten, das ist doch wohl ein Fest! -… Weiterlesen »

An: Christoph B. Schlüter, aus: Abbenburg
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1838 19.Juli

Mit der äußeren Ausstattung des St. Bernhard bin ich sehr zufrieden, sie ist in der Tat sehr anständig, einen einzigen Druckfehler habe ich gefunden, der aber den Sinn nicht entstellt und mir somit keinen Kummer macht. Er kömmt vor bei der Szene im Grabgewölbe: „So liegen Sie, und keine Träne Rann auf die bleiche Wange noch“, statt dessen steht „Kam auf die bleiche Wange noch“. Dies macht einigermaßen den Eindruck, als erwarte man, dass die Leichen weinen sollten, dahingegen das rann das Hinabträufeln fremder Tränen deutlicher bezeichnet; doch das macht wenig und ist ohne Zweifel meine undeutliche Schrift schuld daran. Was mich mehr betrübt, ist, dass ich jetzt überzeugt bin, zuviel gestrichen zu haben, geschrieben sieht… Weiterlesen »

An: Anton M. Sprickmann, aus: Hülshoff
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1819 8.Februar

Nun bitte ich Sie noch einmal recht von Herzen, lieber Sprickmann, schreiben Sie mir doch recht deutlich und aufrichtig über das kleine Werk, nicht allein über offenbare Fehler, sondern was Ihnen nur immer unbehaglich daran auffällt und noch verbesserungswert scheint. Ich habe zwar schon soviel darüber reden hören, und jeder klug sein Wollende sitzt zu Gericht (denn meine Mutter, die das erste Exemplar bekommen hat, wie Sie aus der Zueignung sehen, liest es zuweilen zu meinem großen Leide Bekannten vor, und sehr oft Menschen, von denen ich voraus weiß, dass sie recht viel Ungeschicktes darüber sagen werden) und hat ein neues Lob und einen neuen Tadel dafür, und ich weiß oft nicht, worüber ich mich am meisten ärgere. Was das… Weiterlesen »