Schlagwort: Junkmann



An: Elise Rüdiger, aus: Meersburg
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1847 4.Februar

Mein lieb lieb Lies! Ich wage es, einen Brief an Sie anzufangen — jeden Tag einige Zeilen, da muss es doch endlich etwas geben. Mein Gott! wie ist doch in Münster die Trennung der Gesellschaften so groß! Dass auch nicht einer Ihrer Bekannten erfahren hat, wie elend krank ich gleich nach meiner Mutter Abreise geworden bin, und dass nur die äußerste Not, die allerseitige Überzeugung, dass ich in diesem Zustande keinem westfälischen Winter entgegengehn dürfe, meine nachträgliche Reise wie alles Notwendige auch möglich gemacht hat — denn Sie müssen wissen, dass ich Hülshoff in einem Zustande verlassen habe, wo ich keine halbe Stunde außer dem Bette sein konnte, ohne ohnmächtig zu werden. Doch ging die Reise leidlich; hier… Weiterlesen »

An: Werner von Droste, aus: Meersburg
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1846 24.Oktober

Wie hast Du, lieber Bruder, nur einen Augenblick denken können, ich sähe dein Bestreben, mich über meine Apprehensionen wegzubringen und dadurch meine Genesung zu beschleunigen, für einen Mangel an Teilnahme an! Nein, alter Junge, so verkehrt kann ich mein Lebtage nicht werden; ich sah deine Absicht recht gut ein, fand auch wohl, dass Du Mitleid mit meinen wirklichen Leiden hattest, obwohl Du sie für ungefährlicher hieltest als ich. Ich bin denn nun hier in den Händen desselben geschickten Arztes, der Jenny so gut hergestellt und von dessen Arznei Mama bei ihrem letzten Herzklopfen große Linderung verspürt hat – zwei Dinge, die mir allerdings Zutrauen einflößen. Ich habe auch schon zwei Flaschen Medizindreck herunter, und… Weiterlesen »

An: Christoph B. Schlüter, aus: Rüschhaus
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1846 14.Mai

Ich erhielt gestern einen mir peinlichen Brief von Gottfried Kinkel aus Bonn, er beabsichtigt den so oft fehlgeschlagenen Versuch eines „Rheinischen Jahrbuchs“ wieder aufzunehmen, und bittet mich, Westfalen darin vertreten zu helfen, beruft sich auf unser beiderseitiges nahes Freundschaftsverhältnis zu Junkmann, übergeht gänzlich, dass ich seine protestantisch gewordene Frau (die Johanna Mockel) früher sehr genau gekannt habe, und zeigt eben hierdurch, für wie aufgebracht er mich (mit Recht) über diesen Schritt hält. Kurz, sein ganzer Brief ist der Art, dass er einerseits durch dringende Bitte, sehr bescheidene Anforderungen und kräftiges Fürwort mir das Abschlagen fast unmöglich macht, und anderseits den Verdacht katholischer… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
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1846 11.Februar

Ich habe soeben einen Brief zerrissen, weil er sich gar zu kläglich ausnahm, einen bereits fertigen Brief an Sie, mein gutes Kind, worin ich zur Entschuldigung meines Stillschweigens das ganze Heer von Trubeln und wirklichen Unfällen, das uns seit vier Monaten verstört hat, aufmarschieren ließ. Wozu das? Es ist ja jetzt vorüber, manches am Ende nur leere Angst gewesen, und anderes bereits halb verschmerzt. Lassen Sie mich lieber Ihnen danken für Ihr liebes Geschenk. Wie es mich gefreut hat, mögen Sie daraus abnehmen, dass ich es unter Umständen, die wohl geeignet waren, mich allen Interessen, außer den allernächsten, zu entrücken, bereits dreimal durchgelesen habe. Es ist ein schönes Buch, kein einziges schlechtes oder auch… Weiterlesen »

An: Wilhelm Junkmann, aus: Rüschhaus
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1846 31.Januar

Ach Gott! ich käme gar nicht zu Ende, wollte ich Ihnen alles aufführen, was mich in den letzten zwei Monaten betrübt und geängstigt hat, und so will ich denn auch weiter kein Wort über mein spätes Antworten verlieren. Der Rätin Rüdiger habe ich Ihre Grüße und Entschuldigungen ausgerichtet. Sie war anfangs sehr mißvergnügt in Minden, hat sich aber jetzt ihren kleinen Salon ausgesondert und scheint sich darin zu gefallen. …Von Schlüters höre und sehe ich nichts, weiß aber, dass alle gesund sind und dass vor einigen Wochen ein Besuch nach Rüschhaus von ihnen in Überlegung gezogen worden, aber Wetters und Wege halber nicht zur Reise gediehen ist. … Sie schreiben mir, ich solle nicht vergessen, Simrock grüßen zu lassen…. Weiterlesen »

An: Elise Rüdiger, aus: Rüschhaus
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1846 30.Januar

Junkmann soll in Bonn sehr vergnügt sein. Er hat mir kürzlich geschrieben, und ich zögere mit der Antwort, um es weniger auffallend zu machen, wenn ich auf keinen seiner Briefpunkte eingehe. Ich fürchte, er kömmt oder ist bereits in schlechten Händen, ich meine denen der Demagogen, der eine Redakteur der „Kölner Zeitung“, Brüggemann (ein berüchtigter Demagog, unter dem das Blatt bereits eine sehr böse Richtung soll genommen haben) ist sein intimster Freund, und in seinem Briefe steht: „Schaffen Sie sich das Vorurteil aus dem Kopfe, als hätte ich politische Vorurteile; Ja! politische Einsicht habe ich, und politischen Spott, mehr als man in Westfalen vertragen kann, und die sogenannte katholische Partei. Aber was kann man… Weiterlesen »