Briefe zum Schlagwort Luise-von-Gall
Ich schreibe Ihnen aber jetzt nur eben das Nötige, lieber Levin, denn das Paket muss wirklich fort; gottlob, dass ich es Laßbergs Fingern entwunden habe; er machte aber die Pfoten ganz artig auf, als er hörte, dass es ein anderer aufhocken wollte, und hat kein Wort mehr von “zusammen durchnehmen” gesprochen. Ich habe deshalb – der Eil wegen – auch nur sehr kurz an Luisen geschrieben; aber wenn sie nur halbweg Herzenssprache versteht, so muss sie wohl sehn, dass ich es echt mit ihr meine und sie schon ganz viel lieb habe.
Was ich noch vorläufig über das Manuskript zu sagen hätte, habe ich auf dem Blatte, das wahrscheinlich aus diesem gefallen ist, notiert; ich bitte jedes einzelne zu beherzigen und beantworten und erwarte Ihre Zusätze.
Meersburg, 17. Januar 1844
Schücking ist jetzt Mitredakteur der “Allgemeinen Augsburger Zeitung”, wohnt in Augsburg, ist seit drei Monaten verheuratet, gottlob sehr zufrieden, und schreibt mir oft; auch seine Frau hat mir wieder geschrieben, einen sehr natürlichen, herzlichen Brief. Sie scheint voll des besten Willens zu sein, ihn glücklich zu machen. Er schreibt, aus ihrer Schriftstellerei werde jetzt nicht viel mehr, sie habe meistens die Küchenschürze vor oder flicke ihm sein Weißzeug; das hat mir sehr tröstlich geklungen. Der Himmel hat den armen Schelm so lange und bitter geprüft, ich hoffe, jetzt läßt er’s ihm auch mal gut gehen.
Er fängt jetzt an, ziemlich berühmt zu werden, sein neuster Roman, “Das Schloß am Meere”, findet großen Beifall, so auch seine Erzählungen in verschiedenen Taschenbüchern. Er bleibt aber immer dieselbe gutmütige, unschuldige Seele. Da er jetzt viele Gelegenheit hat, Handschriften von berühmten Männern zu bekommen, so hat er mir neulich ein ganzes Paket geschickt, und man merkt dem Briefe an, dass er es nicht abwarten kann zu erfahren, wie ich mich drüber freue.
Im Frühling kömmt er mit seiner Frau hieher, und wir freuen uns alle darauf, selbst Mama erweicht sich gegen ihn, da sie hört, wie Jenny und Laßberg ihn loben, und am meisten Eindruck macht es ihr, dass alle Dienstboten rühmen, “dass er nie in kein Wirthshaus nit gange, und nie kein Mädel kein unrecht Wort nit gesagt hab”. Darum hoffe ich, wird’s ihm auch gutgehn. Ein unschuldiges Leben ist die beste Vorbereitung zu einer glücklichen Ehe.
Meersburg 11. Januar 1844
Lachen Sie nicht über die wahrscheinlich ungehörige Aufschrift dieses Briefes, mein guter Levin; Sie haben vergessen, mir Ihre Augsburger Adresse zu geben, und da ich nicht denken kann, dass nach so kurzem Aufenthalte der “Levin Schücking” allein ausreichen sollte, muss ich versuchen, ob der “Redakteur” mir durchhilft.
Warum ich Ihnen so lange nicht geschrieben? Liebes Kind, zwischen Ihren zwei ersten und dem letzten Briefe liegen zwei Reisen, zwei Krankheiten und Geschäfte so ernster und anhaltender Art, wie ich nie daran gewöhnt und deshalb doppelt ungeschickt und von ihnen beschwert war. Nehmen Sie dazu, dass ich schweren Herzens Sie an der Katastrophe Ihres Schicksals sah, mit dem Gefühl, bei meiner durchaus oberflächlichen Kenntnis aller äußern und innern Verhältnisse, kein Wort – weder pro noch contra – sagen zu können, was mich nicht vielleicht nachher bitter gereut hätte, d. h. falls es berücksichtigt worden wäre, was freilich unter diesen Umständen kaum zu erwarten war. So schwieg ich lieber und überließ alles der Fügung des Himmels und dem Urteile derer, die die Sache in der Nähe sahen – Ihnen, Ihrer lieben Braut und den vielen Freunden und Verwandten, deren Rat Ihnen so nahe zur Hand wie ihre Teilnahme unbezweifelt war. …
Von Ihrer lieben Frau habe ich die “Reisebilder”, die “Maske” und die “Primadonna” gelesen und mich an allen sehr gefreut. Ich sollte es vielleicht nicht sagen, dass ich der “Maske” den Vorzug gebe, da die letzte Arbeit, als noch im Gemüte nachklingend, uns vorläufig die liebste zu sein pflegt; aber die Fabel dieser Geschichte ist einfacher, anspruchloser als die der andern, so auch der ganze Gang, deshalb spricht sie mich vorzugsweise an.
Sie sehn, mein Privatgeschmack macht sich wieder laut, man kann nicht aus seiner Haut hinaus; doch habe ich mich durch diese dreifache Lektüre überzeugt, dass aus der Feder Ihrer Frau nur Ausgezeichnetes kommen kann. Gott erhalte Sie so glücklich, wie Sie es jetzt sind, und ich habe gottlob allen Grund, dies zu hoffen.
Sie können vermuten, dass ich mir alle Mühe gegeben, über Ihre Lage klar zu werden, und der Erfolg hat meinen wärmsten Wünschen entsprochen; ich bin über Luisens Fähigkeiten, mein liebstes Kind glücklich zu machen, durch unparteiische Zeugnisse völlig beruhigt, und dazu gehört nicht wenig für das Herz einer Mutter.
Sagen Sie der lieben Frau, dass ich ihr für jede frohe Stunde, die sie Ihnen macht, tief dankbar bin und unsrer persönlichen Bekanntschaft mit freudiger Spannung entgegensehe. Sie können mir nichts Lieberes erzählen als von ihr und überhaupt Ihrem häuslichen Leben, was, wie Sie wissen, mir unendlich höher steht als alle äußern Verhältnisse, so ruhmvoll und glänzend sie sich je gestalten möchten. Für Ehleute gibt’s nur einen Himmel und eine Hölle im eignen Hause, alles andre ist fortan nur Zugabe – selbst die bestgemeinte Liebe anderer. Das ist die Ehe in ihrer vollen Heiligkeit, und wer nur um ein Haar davon ändern möchte, kennt sie nicht oder hat nicht nachgedacht.
Meersburg, 15. Dezember 1843
Mir ist wieder ganz miserabel gewesen, sonst hätte ich deinen lieben herzlichen Brief längst beantwortet, meine alte Billa. Jetzt hat sich mir der Krankheitsstoff wieder auf den Kopf geworfen, der mir den ganzen Tag summt und siedet wie eine Teemaschine – Ohr, Zahn, Gesichtsschmerz – ich möchte mich zuweilen, wie jener Halbgeköpfte (Kindermärchen von Grimm), bei den Haaren nehmen und mein weises Haupt in den Fischteich unter meinem Fenster werfen, wo es ihm wenigstens kühl werden würde. Erwarte also nur konfuses Zeug in diesem Briefe, denn ich bin halb simpel vor Duseligkeit, und muss bei jeder dritten Zeile aufspringen, um das Blut sinken zu lassen.
Heute ist’s doch besser wie seit vier Wochen, und Du magst nur denken, dass ich Dich lieb habe, sonst brächten mich noch keine zehn Pferde zum Schreiben. O Gott, wie wohl tut so ein Moment der Linderung! Und doch riskiere ich ihn gleich an Dich, eine Größe der Liebe, die nur von gleichfühlenden Ohren – respektive Zähnen – gewürdigt werden kann.
Hier würde es mir sonst recht gut gehn, alles ist freundlich, Gegend, Haus, Wetter und Menschen. Haben wir kein Siebengebirge, so haben wir doch sehr anmutige Hügel mit prächtigen Steinbrüchen, wo ich heraushämmern könnte, was mein Herz nur verlangt, und statt eigentlicher Parks doch wenigstens hübsche Spazierwege durch Laub- und Nadelholz, und einige sogar imposante Baumhallen, wo ich sehr gern arbeiten möchte, aber ich bin die arme Seele im Fegefeuer, die aus ihrem Fensterloche alle Welt in Abrahams Schoße sieht, und dabei nur an “einen Tropfen für ihre glühende Wange” denkt.
Den 11ten. Du siehst, mein gut Herz, dass meine Entschuldigungen keine leere Spreu sind; ich habe wieder sechs gezwungene Rasttage ohne Rast machen müssen. Aber genug hiervon, Zahnschmerzen hat ein jeder gehabt, und kann sie sich ohne Beschreibung hinlänglich vorstellen. …
Was Du mir von Deinen Verhältnissen schreibst, alte Billa, hat mich betrübt und sehr gerührt. Ach, das Mein und Dein! Es ist doch wirklich ein Scheidewasser, was alles in der Welt zersetzt! Ich hoffe, dieser Brief findet alles besser wie der Deinige es verlassen hat, jedenfalls bist Du rein aus dem Geschäftsklamme hervorgegangen, denn Deine Vorschläge waren doch gewiss großmütig genug! Und ich habe Dich dafür in Gedanken so fest an mich gedrückt, wie Du es in der Wirklichkeit schwerlich würdest gelitten haben, Du noli me tangere!
Gutes Herz, wärst Du hier, es wäre doch, trotz allen Schmerzen, charmant in Abbenburg. Ich habe hier ein nettes heitres Quartier, unter den Fenstern eine hübsche Blumenterrasse mit Springbrunnen, und allerlei reizende Plätzchen in der nächsten Umgebung, —z. B. gleich vor mir einen Eichwald, mit großem Teiche und Insel darin, wo eine gewaltige Linde ihre Zweige fast auf den Boden senkt, und es sich auf den Sitzen gar anmutig über dem Wasser träumen läßt; dann noch eine andre, etwas entferntere Anlage, die sehr gut unterhalten, aber von niemanden besucht wird, da wäre alles unser Eigen, Baumhallen, Sitze, das hübsche Zelt, bloß für uns Zweie, um es nach Belieben mit den Bildern unsrer Liebsten zu bevölkern, oder zu einer Robinsons-Einsamkeit zu machen.
Ich werde leider täglich mehr zur Fledermaus, zwischen Licht und Dämmerung, das ist meine rechte Zeit, und übrigens allein oder zu zweien, was darüber, ist vom Übel, und ich möchte immer, wie ein travestierter Hamlet, sagen: “Träumen, Träumen! Vielleicht auch Schlafen!” In dem Letzteren bin ich aber viel mäßiger geworden; wie meine Nerven denn überall sich bedeutend stärken, oder vielmehr, seit sie sich in die Ihren und Zähne verkrochen haben, das Übrige freier lassen.
Seit zwei Tagen bin ich ganz allein in Abbenburg, Mama ist in Wehrden bei der Metternich, und übermorgen muss ich auch hin. “Hier laß einen Seufzer fahren, und wenn du kannst, noch einen”, sagt Abraham a Santa Clara. Ich bin nicht gern in Wehrden. Alles ist mir zu ruschlig dort, und vollends die Tante selbst ein wahrer Ameishaufen, alles Leben und Verwirrung, Handlungen, Worte, und wie es mit den Gedanken aussieht, das mag ich den meinigen gar nicht zumuten zu untersuchen, du würdest sie gradeswegs für verrückt erklären, und doch ist’s nur eine tolle Phantasie in einem sehr schwachen Kopfe, die vor fünfzig Jahren den letzten Zügel zerrissen hat und seitdem en carrière durchgeht.
Mama leidet noch immer an ihrem Herzklopfen. Wäre sie hier, Du bekämst Grüße, so schön, wie sie sie selten verschickt. Du hast einen ungeheuren Felsen bei ihr im Brette. Dann steht Adele noch sehr gut, auch die Rüdiger – et voila tout. Im ganzen habe ich Unglück mit meinen Freunden und muss mich oft sehr abäschern, bittre Pillen zu vergülden, oder vielmehr Eispillen, denn anzüglich wird mein Mütterchen freilich nie, aber unser Geschmack läuft in der Regel auseinander wie ein Gabelzweig. Nun Gottlob, dass ich Euch drei wenigstens frei lieb haben darf! Mein guter Blinder läuft auch noch so halbwegs mit durch, und um die andern ist’s mir nicht so viel.
Alte Billa, weißt Du, wie lange wir uns schon lieb haben? Im Herbste werden es achtzehn Jahre, und ich darf schon eine ehrwürdige Anciennität in Anspruch nehmen. Vergiß das nicht zwischen deinen Schwarzaugen, deren Freundschaft kaum trocken hinter den Ohren ist. In sieben Jahren können wir unsre silberne Hochzeit feiern. Mit silbernen Haaren? Ich nicht, ich bin blond, “ewig jung und ewig schön!”, ein geborner Schimmel, aber Du, schwarzer Rappe, magst Dich nur tüchtig aufheitern, wenn Du nicht endlich wenigstens ein Scheck werden willst!
Ach! ich schreibe dummes Zeug, und wozu bist du anders da als um es zu lesen? Wozu hat man Freunde, als um ihnen aufzutischen, womit man andern Leuten nicht kommen darf? Also, mein kleiner schwarzer Araber, wir wollen die sieben Jahre richtig ableben und – wenn’s gelingt – noch fünfundzwanzig dazu, bis zur goldnen Hochzeit, um alles nachzuholen, was wir uns in den achtzehn Jahren mitunter haben ab Händen kommen lassen, allen Mitschmerz, alle Mitfreude, nicht wahr, mein gut Herz? Ich wollte, wir hätten jetzt wieder ein paar von den Bonner Wochen, die wir so schändlich verschleudert haben.
Adie, lieb Kind, schreib bald, und sag’ mir doch auch etwas von Adelen, Ich will ihr zwar selbst in den nächsten Tagen schreiben, aber da sie mit mir auf derselben langen Bank zu liegen pflegt, erwarte ich durch Dich schnellere Nachrichten als direkt von ihr. Will das Übel noch immer nicht weichen? Mir wird doch todangst bei der Sache! Was sagt Wolf jetzt? Und ist’s möglich, dass die Knoten so sitzen bleiben können ohne Verschlimmerung? bitte, sag’ mir Alles was Du weißt, Gutes und Schlimmes. Ich muss mich weit mehr abängsten, wenn ich nicht weiß wie es steht.
[am oberen Rand der ersten Seite] Levin Schücking ist verlobt, mit Fräulein Luise von Gall, in Darmstadt, die ganz hübsche Novellen ins Morgenblatt schreibt – weißt du etwas von ihr, so teile es mir doch mit, ich weiß nichts.
Abbenburg, 5. Juli 1843
Sie sind also Bräutigam, und zwar einer höchst wahrscheinlich sehr guten und ganz gewiss höchst liebenswürdigen Braut, die nach Ihrer Beschreibung wirklich grade das zu besitzen scheint, was zu Ihrem innern Glück und äußeren Wohle nottut, und wonach mein Auge lange ängstlich für Sie umher gesucht hat. Nun, Gott segne Sie und gebe Ihnen alles Glück, was Ihr Herz so reichlich verdient!
Wenn meine Wünsche für Sie nur erfüllt werden, dann will ich auch nicht zanken, dass Sie meinen warmen, angstvollen Rat, wie gewöhnlich, mit aller Hochachtung beiseite geschoben und dem Schicksal den Handschuh gradezu ins Gesicht geworfen haben.
Jetzt bittet Dein Mütterchen Dich aber noch einmal, und es ist die letzte Bitte, von deren Erfüllung noch vieles abhängen kann (nachher ist alles abgeschlossen und was Dich Schweres treffen mag, muss hoffnungslos getragen werden): heurathe nicht so leichtsinnig, wie Du Dich verlobt hast! Hat der Himmel es gnädig mit Dir gemacht, statt Deiner geprüft und gewählt und Dir in Luisen ein Kleinod gegeben, was Du wohl ahnden, aber durchaus noch nicht als echt erkennen konntest (bei Deiner Verlobung), so fordre ihn nicht zum zweiten Male heraus durch den Bau einer Häuslichkeit auf den armseligen lockern Triebsand bloß litterarischer Erfolge. Sieh Freiligrath an! Du sagst, er sei glücklich; es mag sein; soviel weiß ich aber, dass er trotz seiner Pension, die Deiner Braut Vermögen ungefähr aufwiegt, und trotz seiner Kinderlosigkeit in sehr beengter Lage ist, und alles, was Dich an ihm stört, seine veränderte Stimmung sowie die bittre seiner Frau, sind ohne Zweifel teilweise, wo nicht ganz, Folgen derselben.
Ach Levin, mir sinkt unter dem Schreiben aller Mut, wenn ich selbst fühle, wie schwach meine Stimme unter dem Jubel des Glücks und der Leidenschaft an Dein Herz rühren wird. Wär ich eine Millionärin, wie ich Deinetwegen, einzig Deinetwegen sehnlichst wünschte, so ließ ich Dich gewähren und wartete ruhig den Augenblick ab, wo der Sohn sich mit einem “mea culpa” in die immer offnen Arme seiner Mutter flüchtete; aber meine eigne Hilflosigkeit für den schlimmsten Fall macht mir das Herz zentnerschwer. Ich bitte Dich mit gefalteten Händen: suche festen Grund, ehe Du Dein Haus baust; vergegenwärtige Dir nur einmal recht lebhaft Deine frühere Lage, und doch hattest Du da für keine Familie zu sorgen.
Ich mag nicht mehr darüber sagen, mein letzter Brief enthält alles, was sich darüber sagen läßt, und diesen hast Du wahrscheinlich schon verworfen oder mindestens gewiss vergessen, und so wird es diesem auch gehn, und ich finde mehr Trost in dem von Dir gerühmten praktischen Sinne Deiner lieben Braut, die von selbst meine Ansichten teilen muss, als dass ich hoffte, großen Eindruck auf Dich zu machen. Du wirst es natürlich finden, dass ich mich mit dem höchsten Interesse nach dem Gegenstande Deiner Wahl erkundigt habe, jedoch ohne jemand treffen zu können, der mehr von ihr kannte als ihre Arbeiten im “Morgenblatt”; so bleiben außer Deinem Zeugnis, dem ich gern und freudig trauen will, ihre wenigen, aber gottlob höchst herzlichen und einfachen Zeilen an mich das einzige, was meiner Phantasie und den Hoffnungen für Deine Zukunft die Richtung gibt.
Sag Luisen, dass ich ihr danke, dass ich sie schon jetzt herzlich liebe und das feste Vertrauen habe, sie immer mehr zu lieben, weil sie Dich immer glücklicher machen wird. Wann und wie uns das Schicksal zusammenführen wird, weiß Gott allein; aber der hoffentlich gegenseitige lebhafte Wunsch wird die Gelegenheit schon herbeizuführen wissen. Sag ihr, dass ich sehr viel an sie denke und ihr Bild mir so vertraut und lieb vor Augen steht, wie die vereinte Liebe eines Bräutigams und einer Mutter es nur malen können, und dass ich sie bitte, mir für das persönliche Zusammenfinden einen offnen Platz in ihrem Herzen zu bewahren, wie ich ihr mit aller Treue einen in dem meinigen bewahren werde. Du, Levin, musst ihr bezeugen, dass dies keine leeren Worte sind, und wie wenig ich mich überall mit leeren Worten befasse. Und somit Gottes Segen über Euch beide! …
Im Merkur steht ein Artikel, wo Sie lang und breit als Verlobter einer Schriftstellerin ausposaunt werden; denken Sie also nicht, dass ich Sie so aufgeführt habe, wenn etwa Ihre Freunde Sie in dieser Art beglückwünschen.
Abbenburg, 24. Juni 1843





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