Für die Überschickung der Rezension danke ich herzlich. Schücking sagt, wenn sie ganz ohne Unterschrift sei, so sei sie am wahrscheinlichsten von dem Herausgeber des Blattes, Theodor Hell; seine Mitarbeiter pflegten sich zwar auch selten zu nennen, aber doch mit einem Anfangsbuchstaben zu bezeichnen. Es geht mir sonderbar mit meinen Gedichten. Ich bekomme eine vortreffliche Rezension nach der andern, dies ist schon die sechste, und einige der andern sprechen sich noch vorteilhafter aus wie diese, und doch verkauft sich das Buch so schlecht, dass die kleine Auflage von 500 Exemplaren noch nicht vergriffen ist. Wie ich das reimen soll, weiß ich nicht; wüßte ich nicht mit Gewißheit, dass diese Rezensionen bis auf eine von fremden Literaten sind, ich dächte meine Freunde schrieben sie, um mir Spaß zu machen.

Adele erschöpft sich in den schmeichelhaftesten Klagen, dass ich Weimar und Jena meine Gedichte so gesucht würden und nirgends zu bekommen wären. Beträfe es nicht mein eignes Buch, so würde ich antworten: “Wenn Eurer denn so viele sind, weshalb veranlaßt Ihr nicht einen Buchhändler, es zu bestellen?” Überhaupt wundert mich schon, dass an den Orten, wo die Rezensionen erscheinen, diese keinem dortigen Buchhändler Lust machen, es doch auch mal mit dem Werkchen zu versuchen. Freilich sind diese Orte sehr entfernt, das Porto würde bedeutend sein und allen Vorteil hinnehmen, da niemand mit meinem Verleger (Hüffer) anderweitige Konnexionen hat und größere Sendungen erhält, denen diese beigefügt werden könnte. …

Ich habe jetzt eine Erzählung fertig von dem Burschen im Paderbörnischen, der den Juden erschlug, von der Junkmann aber sagt, die Paderbörner würden mich auch totschlagen, wenn ich sie herausgäbe. Und jetzt vollende ich den Zyklus der geistlichen Lieder, die aber auch nicht derart sind, dass sie herauskommen können. Sonst wäre beides schon gut geraten.

Rüschhaus, Juli 1841


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