Kommentare

Von Monika Gemmer

Alle erwähnten Kommentare der Zeitgenossinnen und Zeitgenossen:

  • Von Therese von Wolff-Metternich zu Auftritt mit Hindernissen

    Ich war gestern mit Nette und Papa in Höxter auf dem Konzert; Nette sang mit Madame Fennewitz von Tannenburg ein Duett, dass sich die Leute die Ohren ud Augen offen sperrten; nachher wurde auch getanzt; ich habe auch getanzt. 29. Januar 1820 (Brief der Droste-Cousine an Ferdinandine von Heereman-Zuydtwyck)
  • Von Friedrich Benneke zu Auftritt mit Hindernissen

    Abends setzte sie sich ans Klavier. Ihr Spiel ist fertig, etwas heftig und überschnell, zuweilen etwas verworren. Mit der größten Leichtigkeit spielte sie das Hauptsächlichste des Don Juan (gemeint ist Mozarts „Don Giovanni), und andere Hauptsachen, durch. Ihre Stimme ist voll, aber oft zu stark und grell, geht aber sehr tief und ist dann am angenehmsten.
    Tagebucheintrag des Hamburger Kaufmanns, der sich im März 1820 in Bökendorf aufhielt

  • Von Anna von Haxthausen zu Mein gepresstes Herz

    Lieber Straube, nein, ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn Nette Ihnen schreibt. Wär‘ sie schon fest in ihrer Besserung, ja dann würde es mich selbst erfreuen. Aber sie ist noch ein zartes Pflänzchen, das wir pflegen müssen, und so fürchte ich, dass es nicht gut wäre, wenn sie [die Droste] glauben könnte, sich mit Ihnen versöhnt zu haben [getilgt: die große Schuld, die sie gegen Sie hat]. [Die Droste] muss zu ihrer Buße noch oft den Vorwurf in sich fühlen, wie schlecht sie gegen Sie gehandelt hat – glaubt sie aber sich gegen Sie gerechtfertigt, oder auch nur ganz Verzeihung, dann möchte sie am Ende auch glauben, gegen den Himmel nichts mehr verbrochen zu haben und wie kann sie das?
    Etwa 20. Dezember 1820
    (Brief an Heinrich Straube)

  • Von Jenny von Laßberg zu Aufgetakelt in Bonn

    Es freute mich sehr, dass diese Reise so schnell aufs Tapet kam, denn Nette fing schon wieder an zu klagen. Früherhin hatte sie die Hoffnung der Reise [nach Italien] beschäftigt, und jetzt war sie auf einmal ausgespannt, wann sie wiederkommt ist noch nicht bestimmt …
    Familienbrief vom 16. November 1830

  • Von Adele Schopenhauer zu Sorgen um Sibylle

    Die Droste ist bei ihr und nimmt sich gut.
    An Ottilie von Goethe, 2. März 1831

  • Von Adele Schopenhauer zu Sorgen um Sibylle

    Die Mertens hat mir den Teil Ihres Briefes mitgeteilt, welcher Ihre Reise nach Koblenz zur Thielemann betrifft, ich begreife eine Menge hierbei, zum B[eispiel], dass Sie jetzt hinwollen um die letzte Zeit dem kranken Tierchen nicht mit Gewalt entziehen zu müssen, und dass Bonn trotz seiner enormen Vorzüge doch nicht ganz an das Paradies reicht, auch was Sie in Hinsicht meines Bleibens sagen, begreife ich! Es ist eine enorme Sache um den menschlichen Verstand! Ich glaube, Sie haben ganz recht, wenn Sie sagen, dass Sie immer nur eine gewisse Zeit bleiben können, diese mag nun in 8 oder 14 Tagen anfangen, aber dennoch, liebe Droste, kann ich Ihnen durchaus nicht unbedingt versprechen, noch mehrere Wochen zu bleiben der Mama wegen. … ich möchte überhaupt nichts entscheiden, denn mir ist noch immer nicht recht klar, ob es besser ist, wenn Sie Billchen pflegen oder wenn ich es tue, die Bäder tun es nicht allein, Ihre große Heiterkeit tut doch auch sehr viel.
    Plittersdorf, etwa Mitte April 1831

  • Von Adele Schopenhauer zu Sorgen um Sibylle

    Liebe Nette, ich habe Sorge, dass Sie durch meine Art und Weise … verletzt sind. Nehmen Sie meiner Lage und meiner ganzen Stellung nicht zu viel übel; ich glaube jetzt etwas zu viel Entschuldigungen zu haben; jetzt eben, heißt das; damals eigentlich nicht. Doch ich höre zuletzt, wenn man lange mit mir spricht, nicht was man sagt; ich fasse es nur im Allgemeinen auf, was man meint, und schweige oft aus peinlicher Zerstreuung.

    Glauben Sie mir, liebe Nette, ich will wo möglich niemandem etwas Unangenehmes oder gar Schmerzliches empfinden machen, ich bin nur ganz ungeschickt und im Ganzen äußerst schwer (bei so vielen Eigenheiten) richtig zu behandeln. Das hat mich verleitet, und ich fürchte, ich habe allerlei ganz Dummes gemacht und gesagt. Vergeben Sie das, wenn Sie irgend können.
    Bonn, April/Mai 1831

  • Von Elise Rüdiger zu Es malt den Zustand meiner Seele

    Auf Annettens kindliches Gemüt machte diese Erscheinung jedoch einen so mächtig ergreifenden Eindruck und sie hat oft behauptet, daß sie in ihr gewissermaßen die Muse verehren müsse, die ihr die Himmelsfackel der Poesie angezündet habe.
    Über Katharina Schücking, in: Die Gartenlaube 16, 1868

  • Von Jenny von Laßberg zu Probleme mit der neuen Rechtschreibung

    … ich soll dich von meinem guten Laßberg aufs herzlichste grüßen, er will die Interpunktionen machen, ehe wir zum H[errn] Schwab kommen, und ich bin gewiss, dass er sich deiner Angelegenheit tätig annehmen wird, ich bin ja auch dabei, und so kannst du, liebe Nette, ohne Sorgen sein, denn ich denke mir, dass du das, was dir vielleicht deine Schreibereien eintragen, doch nur zu Reisen in die Schweiz anwenden werdest.
    8. November 1834

  • Von Sibylle Mertens-Schaaffhausen zu Routenplanung

    Im Winter 1836/37 kam die Droste: sie hatte sich endlich von ihren westfälischen Bekannten bereden lassen, ihre Gedichte herauszugeben. – Die Droste besitzt wirklich poetisches Talent, Phantasie, Darstellung und große technische Fertigkeit. Mich hatte früher manches Erzeugnis ihres Geistes höchlich erfreut; es waren die Gaben einer Dilettantin, und so gewannen sie von dem Unbeabsichtigten schon einen lieblichen Reiz; nun wollte sie als Dichterin auftreten, drucken lassen, und in meinen Augen stellten sich also für Lob und Tadel ganz andere Bedingungen heraus. Ich dachte mich in die Stelle des Publikums hinein, fast gewaltsam, weil ich die Droste als Freundin liebte, und musste nun hier und dort, wo ich sonst applaudiert hatte, verstummen. Sie aber begriff das nimmermehr: und so ging ein inniges Verhältnis fast auseinander, weil ich die allerliebsten Verse meiner Freundin weniger geeignet fand für den Druck und die Öffentlichkeit, als für die Schreibtafel und das Ohr eines befreundeten Kreises. Leider verlor ich nicht nur das Vertrauen der Freundin, sondern mein Urteil bewährte sich noch als richtiges. Annettens Buch ging unbeachtet vorüber, aber seitdem es erschienen ist, macht man an ihren poetischen Erzeugnissen weit höhere Ansprüche als früher, und somit ist sie nicht nur in den Augen des Publikums unbedeutend als Dichterin, sondern der engere Kreis ihrer Bekannten findet sie nicht mehr auf ihrer früheren Höhe.

  • Von Therese von Droste-Hülshoff zu Die Verhaftung des Erzbischofs

    … ich komme soeben aus der Kirche, und muß dich in der Eil doch nach der Geschichte des Erzbischofs fragen, schreib uns doch alles drüber, was du weißt, wie freut es mich jetzt, daß du nicht in Bonn bist, sondern ruhig in Rüschhaus sitzest, ich weiß daß die Sache eine fürchterliche Sensation macht …
    Eppishausen, Dezember 1837

  • Von Luise von Bornstedt zu Wie die Bornstedt nie schreiben wird

    Gnädiges Fräulein
    Ob es mir wohl erlaubt sein dürfte Ihnen einen kleinen Beweis, meiner Verehrung und Hochachtung zu geben, indem ich so frei bin das Leben der hl Catharina, als demütige Verfasserin vertrauungsvoll zu übersenden …
    Münster, 25. November 1837

  • Von Luise von Bornstedt zu Wie die Bornstedt nie schreiben wird

    Mein teures, liebes Fräulein!
    Nr. 1. Warum habe ich Sie doch so sehr, sehr lieb? Nr. 2 Und wenn ich Sie so sehr, sehr lieb habe, warum habe ich mich bis heute nicht entschließen können, an Sie zu schreiben? Können Sie mir auf diesen Widerspruch antworten, so werden Sie mich von großen Kopfbrechens frei machen, denn wahrlich, seit einiger Zeit kann ich mich selbst nicht mehr begreifen; fast ist es, als ob mein Herz in allen Wunden so verblutet, dass es nur zuweilen noch zucken, aber nicht mehr regelmäßig schlagen kann, bis Gott gibt, dass es endlich ganz still stehen darf! — Unser Zusammensein tief in den einsamen Schneefeldern, der Austausch unserer Gedanken und wie ich mich gleich dem Epheu um eine liebe Eiche auf alle Weise herumranken durfte, es ist mir alles, alles wie ein Traum, und zweimal dasselbe träumt man nicht, so werden wir uns auch wohl nicht wiedersehen!
    Münster, 6. Mai 1838

  • Von Luise von Bornstedt zu Wie die Bornstedt nie schreiben wird

    … ich liebe Sie, mein teures Fräulein, süsse Freundin, wie ich wohl wenig Leute im Leben geliebt habe, aber ich mache auch zugleich so wenig Ansprüche an Sie, wie ich an wenige Leute jemals gemacht habe und halte Sie so los im Zügel, dass ich Sie kaum mein nenne. Woher mag das kommen? – Ich könnte Sie nie betrüben oder nie ärgern wollen und empfinde zugleich das süsse Gefühl, Sie lieben zu dürfen auf so wunderliche Art, ich wollte – dennoch, wenn Sie mir wehe täten, würde ich niemand schneller vergessen als Sie.
    Münster, 11. Februar 1839

  • Von Adele Schopenhauer zu ... ob Du etwas gegen die Herausgabe hast?

    Dass Sie das 3te Gedicht so schnell vollendet, freut mich sehr, ich glaube auch, dass es dadurch an Frische und Kern gewinnt. Wie Sie Schlachten beschreiben ist mir freilich ein Rätsel, indessen haben Sie (neumodisch gesagt) eine so ungeheure Objektivität, und fassen und durchfühlen das Fremde, mit so eigentümlicher Kraft und Gewalt, daß wenn ich’s irgend einer deutschen Dame zutrau, so sind Sie es die es leisten können
    Jena, 10. Februar 1838