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Briefe zum Schlagwort



aus: Levin SchĂĽcking

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Die Durchlaucht lässt mich zum Billiard heraufbitten, meine Majestät hat sie aber schon so geschult, dass sie warten muss — ich muss mit meiner Königin sprechen: Liebes Kind, sieben Jahre aufeinander warten, das geht nicht. Dann ist unserer Liebe der Duft genommen, es ist gar nicht anders möglich, dass sie sieben Jahre lang, wenn wir uns nicht sehen, so poetisch bleiben sollte, sie muss Nahrung haben am Anblick des anderen, sie muss sich weiden können an der geliebten Erscheinung. Sag mal ernstlich selbst, glaubst Du nicht auch? Ăśber sieben Jahre können wir beide tot sein. Da „contre muerte y amor Nadie no tiene valia” —
„Gegen Tod und gegen Liebe hat noch niemand Macht besessen” — so denke ich auch, dass die unsere durch die Hemmnisse bricht.

Soll ich im Ernst im Juli oder August Hals ĂĽber Kopf nach Darmstadt kommen, willst Du mir die Hand reichen und mich dann nach einigen Tagen wieder in mein Ellingen zurĂĽckfliegen lassen? Das war’ der allerschönste, allerpoetischeste Streich, so jemals ausgefĂĽhrt — wir hätten uns dann doch mit voller Seelenruhe, wir könnten dann doch mit einem fest umrissenen sicheren lieben Bilde unsere Einsamkeit beleben?

Nun muss ich hinauf und wenn die Kugeln nicht springen, wird’s nicht meine Schuld sein.

Abends spät.
Ich nehme meinen eben erwähnten Plan wieder auf. Erstens muss ich noch hinzusetzen, teure Luise, dass um jene Zeit die deutsche Literatur um vier unsterbliche Bände von mir reicher sein soll, so dass ich besser ins Gewicht falle, wenn Du mich Deinen Bekannten präsentieren musst, und wenn Du willst, lasse ich mir auch den Orden vom goldenen Sporn kommen, da ich nicht weiß, wie sonst vor das Antlitz Deines gestrengen Oheims treten! Apropos, was hat denn der dazu gesagt, dass Du in die Poetenwirtschaft nach St. Goar gezogen bist — bei uns hält man es sogar für unanständig für eine Dame von Stande, wenn sie schriftstellert, und mein gutes Dröstchen hat viele Kämpfe darum auszustehen gehabt. So sind die Menschen!

Zweitens kann ich noch zur UnterstĂĽtzung meines Planes hinzusetzen, dass wir dann jedenfalls ein Muster einer guten Ehe fĂĽhren wĂĽrden, lauter ungetrĂĽbte Harmonie, vom Pantoffel gar keine Rede. Gelt, es war’ doch schön! Im Ernst, Luise, denk einmal darĂĽber nach.

Oder was anderes schlag’ ich Dir vor — es ist so sĂĽĂź, chateaux en Espagne zu bauen — Du ziehst mit mir nach Salzburg — es ist so wunderschön in Salzburg — wir verleben den nächsten Sommer da und schreiben um die Wette und während des Sommers haben wir hinreichende Zeit, uns zu besinnen, wo wir den Winter bleiben. Dazu muss freilich der Böhmische Graf Waldstein wieder liquide werden — es ist doch ein Elend, dass der Poeten Wechsel immer auf den Mond angewiesen sind!

Bei dieser Gelegenheit muss ich aber ganz im Ernst mit Dir reden, Luise, wenn Du auch sagst, ich wäre ein Philister; der Umstand ist zu wichtig. Blos vom Schriftstellern leben kannst Du nie, weil Du nie Deine Feder Buchhändlern zu vermieten einwilligen wirst, und weil es nur ganz berĂĽhmte und ganz mittelmäßige Schriftsteller können, die gefälligen Talente, die ihre Bogen zu jeder neuen Buchhändler-Spekulation liefern können. Da ich nun auch kein groĂźes Vertrauen zur österreichischen Justizpflege habe, musst Du mir schreiben, ob Deine Angelegenheit in den Händen eines Mannes ist, auf dessen Tätigkeit und TĂĽchtigkeit Du Dich verlassen kannst. … Du weiĂźt, ich bin ein Jurist und deshalb genau: Kannst Du denn den Grafen nicht einklagen, wenn er nicht zahlt; nicht das Kapital kĂĽndigen? Der fallierte Bankier ist gewiss der HaymĂĽller. Wirst Du denn nicht aus der Masse selbst Prozente Deines Verlustes erhalten? Kannst Du den österreichischen Gerichten nicht einen oder den anderen mĂĽĂźigen Diplomaten auf den Hals hetzen?

ZĂĽrne mir nicht, daĂź ich wie der Oberamtmann Ernst aus dem Schwarzwald inquiriere. Schreib’ mir darĂĽber — ich muss Dir auch gestehen, dass fĂĽr eine Poetenbraut 10.000 Gulden ein entsetzlicher Reichtum ist, fĂĽr andere Leute freilich nur eine Pflaume fĂĽr den Durst; und wenn Deine Zinsen regelmäßig flieĂźen, so steht unserer Verbindung nichts mehr im Wege, da ich bequem nebst den Zinsen von 1.000 Gulden, die ich etwa besitze, 800 Gulden erschreibe; macht jährlich 1.250 Gulden, womit wir in SĂĽddeutschland leben wie die Meise im Hanfsamen.

SĂĽĂźes, liebes Kind, lach’ mich nicht aus — wenn Du wĂĽsstest, wie viel VergnĂĽgen mir dies Zusammenrechnen macht, Du gönntest mir den SpaĂź. Wenn Dir mein Budget zu klein ausfällt, so liefere Du selbst jährlich fĂĽr 100 Gulden Novellen in die KĂĽche.

Du müsstest ja auch nicht wissen, wie sehr ich mich sehne, dass Deine weißen frommen Hände mir die eheliche Schlafmütze über die Schläfen ziehen, um mich auszulachen. Das sage ich Dir, sieben Jahr warten halte ich nicht aus, oder Du musst anfangen, mir um ein Bedeutendes unliebenswürdigere Briefe zu schreiben.

Noch eins muĂź ich Dir sagen — ich bin ĂĽberzeugt, dass das Zusammenleben mit Dir auf mein Talent in einer höchst vorteilhaften Weise wirken wĂĽrde, während meine Einsamkeit jetzt auf dasselbe wie ein Schlaftrunk wirkt, abgesehen davon, dass ich gar keine Zeit zum Schreiben habe. Es ist eine Schande, wie wenig ich zu Stande bringe — in diesem ganzen Monat hab ich einige Verse gemacht, c’est tout, freilich zwei Gedichte darunter, die Dir gefallen haben, und dann ist’s genug. Ich will aber jetzt in allem Ernst fleiĂźig werden und wenn ich meine vier Bände fertig habe, schicke ich sie an den König von PreuĂźen und bitte mir die Burg-vogtei aus. Das ist doch das Gescheuteste. Gute Nacht, Luise, es ist spät — Du hast denselben Anfangsbuchstaben, als ich in Deinem Namen, LL bedeutet Liebe und Licht.

Mondsee, 27. Januar 1843


aus: Levin SchĂĽcking

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Ich habe das Beste, was in mir ist, von den Frauen gelernt, oder sie haben es geweckt, genährt; vor allem meinem guten Mütterchen, der Droste, danke ich viel nach der Hauptsache, die meine Mutter mir angeboren hat, welche mich ihre missratene Tochter nannte, aber zu früh starb, um großen Einfluss auf meine spätere Entwicklung und Lebensrichtung zu haben. Deshalb habe ich eine große Achtung vor den Frauen, obwohl ich glaube, in das Detail ihrer Schwächen mehr wie viele andere Männer eingeweiht zu sein; aber ich habe immer gefunden, dass da meistens diese Schwächen entweder nur Auswüchse ursprünglich guter Anlagen oder gerade Beweise für tiefer darunter liegende liebenswürdige und oft rührende Eigenschaften waren.

Deshalb werde ich auch ein guter Ehemann.

Die meisten Männer fühlen sich getäuscht, weil sie die Schwächen der Frauen nicht kennen und die meisten Frauen, weil sie glauben, wenn die Männer auch Fehler hätten, ihr Mann bilde eine Ausnahme. Denn die Frauen im allgemeinen haben ein richtigeres Urteil über uns als wir über sie. Was wir ihnen meist vorwerfen als Eitelkeit, Launenhaftigkeit u.s.w. das ist bei den besseren Frauen ganz unbegründet.

Noch eins unter uns; an den meisten Männern ist entsetzlich wenig gelegen: gut und beschränkt, oder geistreich und verdorben, das ist immer die Alternative. FrĂĽher habe ich geglaubt, die Poeten bildeten eine Ausnahme; aber die taugen gar nicht; die verfĂĽhrt die Phantasie und steht ihrer Geistreichigkeit bei, alles vor sich selber zu verteidigen. Jetzt geb’ ich nur noch was auf die Astronomen; mich dĂĽnkt, die mĂĽssten gut sein und etwas von dem reinen Ă„ther einsaugen, in dem ihre Sterne glänzen.

Liebe Luise, mir hilft ein angeborner Reinlichkeitstolz, und mein Kaisertum; hilf Du mir auch.

Du sagst, wir wollen beten, dass uns der liebe Gott beistehe, dass uns der Himmel nicht verlasse. Bete Du fĂĽr mich mit, denn von Dir wird’s doch besser helfen. Ich muss Dir etwas beichten; ich bin oft sehr gottlos. Wenn ich so daran denke, wie lange ich und wie viel UnglĂĽck zu tragen ich gehabt, trotzdem dass ich’s so gut mit Gott und der Welt gemeint, wie ich’s endlich trotz aller Kräfte und Triebes zu wirken so weit gebracht, hier wie ein Gefangner zu sitzen und an keine liebe Brust mein Haupt legen zu können, mit keinem Freunde ein inniges Wort wechseln zu können; wenn ich fĂĽhle, wie das GlĂĽck besser macht und das UnglĂĽck schlechter — dann werde ich oft ein verzweifelter Mensch, der auf eine ganz eigene Art den Himmel zu zwingen gedenkt. Ich schlieĂźe dann so: Gott kann durch seine Vorsehung und FĂĽhrung nur bezwecken, die Menschen gut zu machen; da er mir nun UnglĂĽck schickt, das mich obendrein an meiner geistigen Entwicklung hindert, so will ich schlecht werden, an ihm und der Vorsehung zweifeln, und so ihn zwingen, mir GlĂĽck zu senden, damit ich wieder besser werde. Das ist nun freilich das Raisonement eines verwöhnten Kindes und ruchlos. Ich meine es auch nicht ernstlich; denn in meiner Seele Grund ist dann doch etwas, dass ich mich reuig weinend vor ihm niederwerfen könnte.

Wenn er mir Dich zur Frau gibt, will ich das auch tun.

Mondsee, 26. Januar 1843


aus: Levin SchĂĽcking

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Meine liebe, teure, einzige Luise, meine Sehnsucht und mein Hoffen! Wenn Sie sähen, wie demĂĽtig und scheu vor Ihrer Ungnade ich an diese Zeilen gehe, und auf der anderen Seite, wie froh, endlich ein StĂĽndchen Zeit dazu zu haben — Sie wĂĽrden mir verzeihen, dass ich die zwei liebenswĂĽrdigsten Briefe, die je geschrieben worden sind, unbeantwortet lieĂź bis heute, den 8. Dezember. Wenn Sie aber auch das wichtige, angreifende, absorbierende, interessante StĂĽck Arbeit kennten, das mir bis jetzt alle Zeit genommen hat! Devinez une fois: je vous le donne en trois. Einen Roman schreiben! — Nein — ein Gedicht! — Nein — eine tiefsinnige gelehrte oder philosophische Forschung! Pas du tout! Vous n’y viendrez pas: Ich habe helfen mĂĽssen, 3000 Hasen zu schieĂźen, Rehe und FĂĽchse ungerechnet. Von morgens frĂĽh bis abends spät, immer auf den Beinen, immer Hasen sehen, schieĂźen, Fanfaren und Signale blasen hören, und abends selbst so mĂĽde sein wie ein gehetztes Wild. Eigentlich, um’s Ihnen zu gestehen, macht mir die Sache VergnĂĽgen, wenn sie mir nur einen freien Augenblick gelassen hätte, Ihnen fĂĽr Ihre beiden köstlichen Briefe zu danken.

Wenn Sie mich sähen jetzt, Sie kennten mich wahrhaftig nicht. Ein grüner runder Hut, von der Form fast wie die Slowaken ihn tragen, mit goldner Schnur und Quasten (die römischen Bischöfe tragen auch solche Hüte, und das passt also, weil ich hier episcopus in partibus in -fidelium bin) — Stiefel aus gelbem Leder, wie die Helden des 30-jährigen Krieges sie trugen; so schreite ich über die frisch gepflügten Ackerschollen, durch die bereiften Wälder
oder stehe sinnend stundenlang auf dem Anstand, und kenne mich am Ende selbst nicht mehr, wenn ich mich plötzlich über der mir so fremden Beschäftigung in dem mir so fremden Lande, wo kein Hügel, kein Wald eine Sprache für mich hat, die ich verstände, in der mir so fremden Gesellschaft ertappe. Und nur, wenn der Trieb aus, das getötete noch warme zuckende Wild zusammengeschleppt ist, und die Jäger sich zusammenstellen, um darüber eine melancholische Melodie zu blasen, die weithin über die winterlich öden Felder klingt — dann sehe ich, dass ich der alte Poet bin, der fern von den Übrigen steht und über einen toten Rehbock seine Wimpern nass werden fühlt.

Heute ist Rasttag, und den will ich für Sie verschreiben. Bis zum 13. dauern unsere prouesses, am 14. wird die Reise nach Mondsee angetreten. Meine Adresse ist dann Mondsee bei Salzburg in Oberösterreich und ich hoffe, Sie lassen mich dort nicht zu lange auf Ihre lieben köstlichen Zeilen warten. Mein einziger Trost ist nun die Hoffnung auf ein baldiges Frühjahr, wo Sie nach Wien gehen und ich auch, entweder mit meinen beiden Prinzen oder allein auf einige Tage Urlaub. Wann denken Sie Ihre Reise dorthin anzutreten?

Dass mein „Syndikus” Ihnen so gut gefallen, freut mich auĂźerordentlich, wie es mir zugleich sagt, dass Sie mich ein bissel lieb haben, denn sonst wĂĽrden Sie nicht so gut ĂĽber die — ich darf nach Ihrem Urteil nicht mehr sagen missratene — Arbeit sprechen, und wenn ich durch meine Schreibereien nur so viel allemal herausbringe, so bin ich ĂĽberzufrieden. Luise, ich dĂĽrste nach Liebe und nach Musik in meiner Ă–de! Gelten’s Sie haben mich recht lieb? Die Musik kommt dann auch, denn Sie klingt mir aus Ihren Briefen.

Du Ritterdame — ich möchte Dich doch abscheulich gern sehen, und dass ich nicht zum mindesten das Bild bekomme, will mir gar nicht aus dem Kopf. Ich weiß, dass Sie auch ein Bild, welches hässlicher ist, als Sie sind, dreist zeigen dürfen, sicher, dass es einen glänzenden Eindruck macht: also, weshalb nicht? Wer wollte so eitel sein! Habe ich mich nicht in Ihr Herz, Ihre Gedanken verliebt, kurz in Sie, und nicht in Ihre Züge? Dürfen Sie sie also nicht dreist enthüllen ohne irgendeine Gefahr?

Mit meinem Portrait lässt mich der Lithograph in München im Stich. Ich bin aber nicht hellblond wie der Schramm sagt: Es ist seltsam, aber mir oft widerfahren, dass die Leute mich lange für blond halten und auf einmal gewahr werden, dass ich dunkelbraun, ganz kastanienbraun bin.

Es ist außerordentlich lieb von Dir Luise — Sie herzensgutes Kind, dass Sie mich nicht aufziehen mit meinen kindischen oder poetischen Sympathien und Einfällen von meiner einstigen Troubadourschaft, Kaisertum und Ritterschaft. Der Kreis meiner Münsterschen Freunde und Freundinnen, darunter die Droste und eine höchst geistreiche Dame, deren Gestalt mir die meisten Züge zu meiner poetischen Frau geliefert hat (und Verfasserin der Kritik über die Hahn ist), auch die gute Adele Schopenhauer (die ich, wenn Sie mir durchgehen, um eine Krone zu erwerben, aus Desparation heirate, da sie über alle Beschreibung hässlich ist), — jener Kreis also hatte sich so in moderne Ideen eingesponnen, dass ich mit meinen mittelalterlichen Sympathien ausgelacht wurde, oder wenn ich sie wie in meiner Domschrift darzustellen wusste, wohl Freude an meiner Darstellungskraft und der glänzenden Auffassung — ich darf das Wort ja wohl gebrauchen, ohne dass Sie mich eitel schelten — Beifall und Lob erntete — aber keine Teilnahme und Begeisterung. Und das bezweckt man doch: Ich gebe all meine schriftstellerischen Erfolge für die Tränen, die ich durch ein Gedicht einer guten, einfachen und nichts weniger als empfindsamen Frau abgelockt habe.

Du aber, meine Sehnsucht, bist gütig und lieb genug, mir zu schreiben, dass es Dich freut, wenn man Dich die Ritterdame nennt. Ich will Dich auch dafür liebhaben, wie ein Ritter seine stolze Dame, die Herrin seiner Gedanken, und dass ich bloß auf dem Wege dazu wäre, ist pure Verleumdung; wenn ich das geschrieben, so war es nichts als eine allgemeine psychologische Bemerkung. Ich will mich all meines Kaisertums vor Dir entledigen und nichts sein als Dein Diener und nur den Purpur halten, weil der Purpur die Farbe der Liebe ist.

Wo Sie mich aber am tiefsten gerĂĽhrt haben, das ist in Ihrem Geständnis offenbart von den tanzenden Schneeflocken: Luise, als wenn ich Dich nur liebte, weil ich in Ellingen oder in Mondsee bin — wo wäre der Fleck, wo Deine Briefe keinen Wert hätten, wo Deine „romantische Freundschaft” keinen Reiz? Und wenn ich zurĂĽck in die Welt gehe, dann wird ja die „ungesehene Braut”, die ferne Luise zur gesehenen, und ist das nicht doch besser, bindender, fesselnder? Nur der ungesehene Ritter hat dann zu zagen, ob er ein gern gesehener wird!

Ich habe Ihnen schon mal geschrieben, dass etwas von einem Philister in mir steckt: Ich habe damit nur sagen wollen, dass ich eine Natur bin, die mehr Neigung für den ruhigen, gemütbefriedigenden Zustand hat, als für den aufregenden, die Phantasie reizenden. Ich mag eigentlich ein schlechter Bräutigam sein, gewiss aber ein Prachtexemplar von einem Mann: ein schlechter Freund (deshalb hab ich auch nur einen je gehabt und werde nie einen anderen haben, Freiligrath nämlich), — aber ein desto besserer Bruder. Überhaupt steht das Band, welches die Verwandtschaft des Blutes macht, mir unendlich hoch, und vor der Dauer und Festigkeit des bloß infolge romantischer Gefühle geschlossenen habe ich keinen großen Respekt. Wir sind alle zu eitel, zu reizbar, zu wenig an Selbstverleugnung gewöhnt, als dass alle derartigen Verhältnisse nicht precair sein sollten. Darum, Luise, wollt ich, ich wäre frei, reich und Sie wären meine Frau: und wenn das so Knall und Fall anginge, hielten mich diese Fürstlich Wredischen Marstall- Jagd- und Löwenverhältnisse und Zustände keine zweimal 24 Stunden mehr. Sie rauben mir den besten Teil meines Lebens, die Anregung und Gelegenheit zur Weiterbildung und deshalb auch meine geringe Anwartschaft auf Namen und Ruhm. Die Freiheit ist für mich nur wohltätig; der Umgang mit geistreichen Menschen mir aber nötig. Aber was ist daran zu ändern! Die Literatur à la Lewald und O. L. B. Wolf als milchgebende Kuh gebrauchen, dazu bin ich zu sehr Kaiser. Man machte Immermann den Vorschlag, seine Stelle aufzugeben und ganz der Literatur zu leben; er antwortete darauf: Sehe ich etwa aus wie ein Hungerleider? Und das kann ich mit vollem Rechte auch fragen: Sehe ich aus wie ein Hungerleider?

Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob nicht etwas Unehrenvolles darin liegt, wenn man die Gewissheit hat, durch eigene Kraft sich eine anständige 7-800 Gulden-Existenz verschaffen zu können, um einige Hundert mehr sich sein Leben, seine Ansprüche auf eine eines Menschen würdige Stellung abkaufen zu lassen. Denn ein Einsiedler in Mondsee sein, ist in der Tat nicht eines Menschen würdig, der sich als Mensch und nicht als vegetierende Pflanze fühlt.

Passons la dessus: Tun Sie mir den Gefallen, das groĂźe Los zu gewinnen und ziehen Sie mir dann die eheliche SchlafmĂĽtze ĂĽber die Ohren, dass ich endlich von allen meinen Leiden ausruhen kann.

Ich muss mit Ihnen das alles in Wien mündlich besprechen: dort blieb ich gar zu gern nämlich, als Custos der Ambraser Sammlung oder in irgend einer ähnlichen Sinekure.

Ellingen, 11. Dezember 1842