Strict Standards: Redefining already defined constructor for class wpdb in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/wp-db.php on line 52

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/cache.php on line 36

Strict Standards: Redefining already defined constructor for class WP_Object_Cache in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/cache.php on line 389

Strict Standards: Declaration of Walker_Page::start_lvl() should be compatible with Walker::start_lvl($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 537

Strict Standards: Declaration of Walker_Page::end_lvl() should be compatible with Walker::end_lvl($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 537

Strict Standards: Declaration of Walker_Page::start_el() should be compatible with Walker::start_el($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 537

Strict Standards: Declaration of Walker_Page::end_el() should be compatible with Walker::end_el($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 537

Strict Standards: Declaration of Walker_PageDropdown::start_el() should be compatible with Walker::start_el($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 556

Strict Standards: Declaration of Walker_Category::start_lvl() should be compatible with Walker::start_lvl($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 653

Strict Standards: Declaration of Walker_Category::end_lvl() should be compatible with Walker::end_lvl($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 653

Strict Standards: Declaration of Walker_Category::start_el() should be compatible with Walker::start_el($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 653

Strict Standards: Declaration of Walker_Category::end_el() should be compatible with Walker::end_el($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 653

Strict Standards: Declaration of Walker_CategoryDropdown::start_el() should be compatible with Walker::start_el($output) in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/classes.php on line 678

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/query.php on line 21

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/theme.php on line 508

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/sem-recent-updates/sem-recent-updates.php on line 1159

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_query_vars() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 57

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_posts_where() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 57

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_posts_join() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 57

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_tag_templates() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 160
Eben h├Âre ich…
Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_add_meta_keywords() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 160
´╗┐

Briefe zum Schlagwort



aus: Luise von Gall

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/formatting.php on line 74

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_the_content_filter() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 57

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 641

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 641

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 642

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 642

Auf mich selbst in Ihrem Roman bin ich sehr begierig. Es ist mir schon einige Male diese Ehre widerfahren, und obgleich die Dichter warme Freunde von mir waren und es mir triumphierend vorlasen, so habe ich doch jedesmal gefunden, dass es f├╝rchterliche Grimassen waren. Man hatte mich genial schildern wollen, und es war barock geworden. …

Sind Sie auch heftig, lieber Freund? Ich f├╝rchte mich ungemein vor heftigen Menschen. Ich selbst bin es noch nie geworden; das ist aber kein Verdienst; mein Vater verlor auch nie die Fassung, und ihm soll ich ja so sehr gleichen. Ich verliere aber eigentlich die Fassung; das hei├čt, bei Gelegenheiten, wo andere Menschen zornig werden, werde ich blass, zittere, und die Tr├Ąnen st├╝rzen mir unaufhaltsam aus den Augen, so bald ich sprechen will. Drum schweige ich lieber; denn ich weine nicht gern bei Menschen. …

Ich habe auch ein M├Ąrchen f├╝r Sie geschrieben, das bekommen Sie aber nun nicht, denn Sie w├╝rden es am Ende “├╝berspannt” finden und es ein “zu Markte Tragen des Gef├╝hls” nennen. … Sie sind eigentlich ein merkw├╝rdiger Mann, Levin! Erst freien Sie um mich, weil Sie sich eine ungesehene Braut w├╝nschen, und nun mokieren Sie sich ├╝ber das ├Ątherische Vis-a-vis! Ich bin eigentlich das nat├╝rlichste, einfachste Gesch├Âpf der Welt, aber ich m├Âchte die sehen, die an meiner Stelle ganz n├╝chtern bliebe! Wenn es wahr ist, dass die Liebe blind sein muss - dann ist die unsere die erste der Welt, denn so blind ist wohl keine. Moi je n’y vois rien, absolument rien - et vous, Monsieur?

Finden Sie auch, dass in unserem Wesen eine unendliche ├ähnlichkeit ist? Nur nat├╝rlich sind Sie ein “Schriftgelehrter” und ich! Aber ich meine unsere Neigungen, unsern Geschmack! So zum Beispiel erkl├Ąren Sie sich f├╝r eine Eiche, liebster Freund, das bin ich ja schon l├Ąngst! Soll ich mich Ihnen zu Liebe zur Linde transformieren? Ich will es versuchen und meinen eichenhaften Charakter ganz aufgeben und durch und durch “linde” werden.

Wissen Sie, dass ich mich noch nicht entschlie├čen kann, Ihnen mein Bild zu schicken, und blo├č weil meine Verwandten finden, dass es h├Ąsslicher ist als ich. Es ist eigentlich eine dumme Eitelkeit von mir; denn Stirn, Augen und Nase sind sehr ├Ąhnlich; die Haltung, die Figur, selbst mein gebogener Nacken, den Herr Schramm “antik” findet, andere Leute meinen aber, ich halte mich nachl├Ąssig und es sei ein “krummer Buckel”. Aber seit Herr Schramm mich versichert hat, alle antiken hielten sich so, gebe ich mir auch keine M├╝he mehr, obgleich dies in einigen Jahren ein sehr zweideutiges Kompliment f├╝r mich sein w├╝rde - l’antique!

Nun muss ich Ihnen aber doch auch sagen, dass ich Ihnen eigentlich bitterb├Âse bin. Warum! Weil Sie gesagt, wenn Sie einmal bei mir w├Ąren, w├╝rde es Ihnen gehen wie dem alten Herrn, der wieder geschieden sein wollte. Abscheulicher Mann! Sie sollen mich nicht zu sehen bekommen! Also so wenig trauen Sie meiner pers├Ânlichen Liebensw├╝rdigkeit zu? Das ist sch├Ân! Jetzt will ich, um Sie zu ├Ąrgern, alle meine h├Ąuslichen Tugenden aufz├Ąhlen, da Sie nie deren froh werden sollen. Ich kann stricken, ich kann n├Ąhen, ich kann sogar eine “Weinsauce” kochen, das ist aber alles nicht f├╝r Sie, ungalanter Mann! Sie sollen ewig singen:

Es steht mir gar so fern
Es weilt so hoch, es blinkt so sch├Ân,
Wie droben jener Stern.

Also mein Bild bekommen Sie noch nicht, weil Sie so ungalant sind und - weil Herr Schramm mir einen so h├Ąsslichen Mund gezeichnet hat, mit herabgezogenen Enden, was ihm ein fatiguiertes, dedaigneuses Ansehn gibt. Das macht auch das ganze Gesicht ├Ąlter; wenn man mich erkennen will, muss man ein Blatt Papier bis unter die Nase legen - es w├Ąre vielleicht auch recht gut, wenn das Original zuweilen ein Blatt vor den Mund n├Ąhme …

Wissen Sie, dass Sie mich in Ihrem Briefe tief gekr├Ąnkt haben und mir jede frohe Hoffnung auf eine lange Dauer unserer sch├Ânen Zuneigung genommen haben? Sie sagen, man m├╝sse Sie, und ├╝berhaupt jedermann maltr├Ątieren, dessen Liebe man erhalten wolle - das sei das Geheimnis. Du guter Gott! Was ist das f├╝r eine russische Ansicht! Dort pr├╝geln die M├Ąnner die Frauen, damit sie ihnen ergeben bleiben. Es ist kein Scherz, auch keine Koketterie, wenn ich sage, ich kann niemand maltr├Ątieren, denn ich bin nicht launig, das ist meine einzige gute Eigenschaft! …

Nun muss ich Ihnen noch von etwas sagen, womit ich eigentlich gerne meinen Brief angefangen h├Ątte, wenn ich dar├╝ber etwas Gutes zu sagen w├╝sste, etwas Trostreiches. Ich meine, was Ihre gerechten Klagen betrifft! Wei├č der Himmel, welch inniges, treues Mitgef├╝hl ich daf├╝r im Herzen trage, und dennoch ist mir bange, dass Sie sich wieder wie ein Pfeil in das Leben hinausschie├čen, aufs Ungewisse, in das Blaue hinein! Ich bin nicht von den Frauen, die durchaus verlangen, dass ein Mann ein Amt haben m├╝sse (ich meine nicht ihr Mann, ne vous moquez pas!), um etwas in der Welt zu gelten; aber eine gewisse geregelte Besch├Ąftigung, sei sie auch noch so klein, ist doch gut. …

Das kann ich Sie aber versichern, dass von all den lieben Briefen, die ich erhalten, niemand einen so langen wie Sie zur Antwort erh├Ąlt. Niemand! ├ťberhaupt habe ich in meinem Leben noch nicht mehr als einen bogenlangen Brief geschrieben, aber freilich - ich habe auch noch keinen Br├Ąutigam gehabt. Doch nun ist es genug; meine Finger sind ganz lahm! Ade, Ade
Luise

Darmstadt, 13. November 1842


aus: Levin Sch├╝cking

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/formatting.php on line 74

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_the_content_filter() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 57

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 641

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 641

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 642

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 642

(Ich) bitte … Sie innigst und flehentlich, mir Ihr Portr├Ąt zu schicken. Wollen Sie es nicht? Oh, seien Sie so gut; wenn Sie befehlen, bringt es Ihnen die umgehende Post wieder!

Nun soll ich Ihnen, wie Sie mir schreiben, viel von mir selbst erz├Ąhlen. Ich bin weder so klug, noch so sehr Dichter, noch so gut, wie ich es als Sohn einer solchen Mutter sein m├╝sste. Einst war ich so gut, glaube ich, als Knabe; aber das Ungl├╝ck, der Mangel an passender Stellung zur Entwicklung eines Charakters, da ich auf Gymnasien und Universit├Ąten immer mit Durchschnittsmenschen habe umgehen m├╝ssen, ├╝berhaupt das Leben, in welches ein Poet geh├Ârt, wie ein gebildeter Mensch auf einen Viehmarkt, haben mir viel wieder genommen.

Ich bin stolz, aristokratisch verschlossen, sehr bequem, aber gem├╝tlich, wenn ich n├Ąher bekannt geworden. Dabei habe ich Anlage, ein Tyrann zu werden, und eine Frau muss mich wenigstens alle 24 Stunden einmal t├╝chtig mit dem Pantoffel auf den Kopf schlagen, wenn ich liebensw├╝rdig bleiben soll. ├ťberhaupt will der Mensch etwas maltr├Ątiert sein, und darin liegt das Geheimnis, sich lange jemandes Liebe zu erhalten. Haben Sie genug oder soll ich weiter beichten? … Also Ihr Bild bekomme ich? Ich schicke Ihnen dann meines auch. …

Ich schreibe jetzt einen Roman, darin sollen Sie die Heldin werden. … Ich werde jetzt wieder flei├čig, so gut ich’s kann, da ich fast nie ungest├Ârt bin und mein Zimmer mit meinen Prinzen teile. Dass ich, seit je daran gew├Âhnt, ungest├Ârt f├╝r mich in den stillen R├Ąumen des Gedankens zu wohnen, dies ertrage, das ist mir ein Unerkl├Ąrliches. Au├čerdem ist meine Stellung sehr unangenehm: Ein Familienleben existiert nicht hier im Hause, und wenn es existierte, so w├╝rde niemand auf den Gedanken kommen, dass der Erzieher der S├Âhne dahin geh├Âre. Der F├╝rst ist ein Mann voll Anlagen, aber roh, Renommist, Materialist und allem, was ihn an Geist mahnen k├Ânnte, entschieden abgeneigt. Da er seine Beamten sehr schn├Âde behandelt und sich auf der anderen Seite mit ihnen gemein macht, auch, wie es den Anschein hat, dies Betragen nachgrade gegen mich zeigen wird, der ihm wahrscheinlich als Beobachter seiner Schw├Ąchen sehr unbequem ist, so werde ich vielleicht einmal brechen m├╝ssen. F├╝r den Winter schleppt er uns alle, seine erwachsene Tochter sogar, zu seiner M├Ątresse nach Mondsee. Und die F├╝rstin hat kaum die Augen geschlossen! … Sie sehen, wenn Sie noch meine v├Âllige Einsamkeit dazu rechnen, ich bin hier nicht auf Rosen gebettet, so wenig wie nur irgend ein Kaiser von Mexiko.

Nun leben Sie wohl, Luise, wenn Sie diese Zeilen gelesen haben, so spielen Sie mir ein Lied in lauter Mollt├Ânen vor; meine Seele d├╝rstet nach Musik. Ich habe Sie herzlich lieb, Luise, wei├č Gott! Wenn wir zusammen w├Ąren, ging’s uns wahrscheinlich allen beiden besser und an dem dunklen Nachthimmel unserer Melancholie w├╝rden wir gewiss die sch├Ânsten Raketen aus dem Brilliantfeuer der Heiterkeit aufleuchten lassen.

Ellingen, 1. November 1842


aus: Luise von Gall

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/formatting.php on line 74

Strict Standards: call_user_func_array() expects parameter 1 to be a valid callback, non-static method UltimateTagWarriorActions::ultimate_the_content_filter() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-includes/plugin.php on line 57

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 641

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 641

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 642

Strict Standards: Non-static method UltimateTagWarriorActions::regExEscape() should not be called statically in /www/htdocs/w007ae70/schuecking-gall/wordpress/wp-content/plugins/UltimateTagWarrior/ultimate-tag-warrior-actions.php on line 642

Eben bekomme ich Ihren Brief, und gleich setze ich mich hin, um Ihnen zu danken! Was soll das hei├čen, dass Sie sagen, Sie h├Ątten mir eigentlich jetzt nicht schreiben sollen, weil ich durch meine Cousine zu sehr in Anspruch genommen sei! Das ist Koketterie von Ihnen, lieber Freund, denn Sie m├╝ssen wissen, wie mich Ihre Worte freuen, Sie m├╝ssen f├╝hlen, dass unsere Korrespondenz einen gro├čen Reiz f├╝r mich hat - sonst ist alles nichts!

Sie haben mir nicht gut erkl├Ąrt, was wir sind, mir ist es aber jetzt eingefallen; es ist zwar “eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu” - wir sind Tanne und Palmbaum! Wir tr├Ąumen von einander! Sie sind der Fichtenbaum, den es schl├Ąfert, ich aber bin die Palme, die einsam und schweigend trauert!

Ich erinnere mich, dass, als ich zuerst das Gedicht las, es ist schon viele Jahre, ich Tr├Ąnen in meinen Augen f├╝hlte, und ich war doch damals ein gl├╝ckliches Kind, ohne Schmerzen, von Liebe umgeben! Jetzt, seitdem meine Mutter tot ist, sind mir viele Menschen gut; aber niemand liebt mich; ich bin niemand zu seinem Gl├╝ck notwendig und das ist doch nur Liebe. Aber es ist eine gerechte Strafe vielleicht, denn fr├╝her schlug ich die Welt und alles, was sie bietet, zu gering an. Ich sagte damals, was soll ich mich um andre Menschen k├╝mmern, so wie meine Mutter liebt mich doch niemand, kann mich niemand lieben! Wie freut es mich, dass ich Ihnen von dieser Heiligen reden kann, dass Sie mit mir f├╝hlen und empfinden, was eine liebende Mutter ist!

Selbst als Kind habe ich wenig mich mit anderen herumgetrieben. Bis zu meinem neunzehnten Jahre war meine Mutter meine ausschlie├čliche Gesellschaft, meine Lehrerin, meine Freundin. Da wurde ich erst in die Welt eingef├╝hrt; ich passte aber eigentlich schon nicht mehr hinein, denn ich war ein selbst├Ąndiges Wesen, sagte, was ich dachte und glaubte, jedermann sei so. Ich bin auch so geblieben, denn meine Mutter tadelte mich nicht und nur ihr Tadel hatte “Wert f├╝r mich.

K├╝rzlich sagte eine Dame, die mich kennen lernte: “Im Anfange kam mir Luise Gall ganz sonderbar und eigen vor, und nun kann ich nicht begreifen, dass nicht alle Menschen so sind, denn sie ist ganz nat├╝rlich.” Werden Sie mir es als Eitelkeit auslegen, dass ich Ihnen dies schreibe? Ich hoffe nicht; denn nat├╝rlich zu sein, ist ja kein Verdienst und h├Âchstens das meiner Mutter, dass sie mich so lange dem geschminkten Treiben der Welt fern hielt und nur ihr edles reines Frauengem├╝t mich erkennen lie├č. Meine Mutter war unendlich viel mehr, als ich bin, aber es erf├╝llt mich mit Stolz zu sagen, dass ich mich Ihrer nicht unw├╝rdig f├╝hle. Auch sie war Dichterin wie die Ihrige, doch nur f├╝r ihre Lieben. Ihr ganzes Leben war eine Kette von Ungl├╝ck. Drei j├╝ngere Br├╝der verlor sie auf gr├Ąssliche Art; der eine ertrank, der andere kam auf der Jagd um; und meinen Vater verlor sie einige Wochen vor meiner Geburt durch einen Sturz mit dem Pferde! Ich war nun ihr Alles, ihr Einziges, Erstes und Letztes!

Ich bin durch Liebe verw├Âhnt, recht sehr verw├Âhnt worden, und mich friert, wenn ich meine Blicke um mich werfe. Ich m├Âchte immer und ewig nur in meinem Innern die heilige Erinnerung an die Liebe, die ich besa├č, pflegen und hegen. Ein Gl├╝ck hat mir der Himmel verliehen, eine gro├če angeborne Heiterkeit. Als meine Mutter noch lebte, wachte ich den Morgen immer mit einem Gef├╝hle der Gl├╝ckseligkeit auf, dass mir war, als m├╝sse ich laut jubeln, wie eine Lerche. Und wenn ich sang und meine helle Stimme recht ausstr├Âmen lie├č, dann war mir wohl im Gef├╝hle unendlicher Lust! Das ist nun vor├╝ber - wenn ich allein bin, bin ich jetzt immer traurig, so wie ich noch vor anderthalb Jahren dann immer fr├Âhlich war. Aber es bedarf nur eines Menschen, eines Vogels, einer Blume, einer Gegend, um Freude und Teilnahme in mir zu wecken. Der beste Wecker aber ist ein Brief.

Verzeihen Sie, oder vielmehr entschuldigen Sie, dass ich so viel von mir erz├Ąhlt, aber Sie wissen ja gar nichts, als Freiligraths schlechte Spa├če, und nach denen sollen Sie sich kein Bild von mir machen. Ich habe ihn schon beschuldigt, da├č er Ihnen die Phantasie in Betreff meiner verdorben.

Sie fragen mich, welcher Gl├╝ckliche mein Bild erh├Ąlt. Gar keiner. Freiligrath und seine Frau fanden es wundervoll, ├Ąhnlich, herrlich! Hier meine Verwandten finden aber, da├č es ├Ąlter und h├Ąsslicher sei als ich, mich schockiert ein dedaigneuser Zug um den Mund, den ich nicht habe, den aber Ida F[reiligrath] auch nicht finden will. Erst wollte ich das Bild lithographieren lassen und auch Ihnen einen Abdruck schicken, aber nun mag ich nicht, obgleich ich Ihnen vielleicht grade dies Bild senden sollte, damit nachher die Wirklichkeit Sie nicht unangenehm ├╝berrasche. Sie sehen, dass mir viel an Ihrer Gnade liegt.

Aber im Ernste, Ihre Freundschaft ist meinem g├Ąnzlich verwaisten Leben eine Freude, ein Gewinn, wof├╝r ich Ihnen mit ganzer Seele danke. Dabei der poetische, romantische Reiz des Ungew├Âhnlichen. Wissen Sie, mein Freund, dass Sie pr├Ąchtige Briefe schreiben? So kann ich’s nicht, ich kann nur schreiben, wie ich spreche, und meine Briefe haben nur f├╝r den Wert, an den sie gerichtet sind, weil sie den Stempel der Wahrheit tragen; die Ihrigen aber sind Gedichte! Gedichte - ja das ist sch├Ân, dass Sie mir Gedichte schicken wollen. Aber eines muss dabei sein, von dem Sie mir sagen, dass Sie bei dem Niederschreiben an mich gedacht haben. Es braucht nicht an mich gerichtet zu sein, so tyrannisch bin ich nicht - aber ich m├Âchte wissen, in welche Farben mein Bild sich in Ihrem Dichterherzen kleidet.

Ich habe schon ├Âfter Gedichte bekommen voll sch├Âner Worte, aber die haben mich nicht gefreut, es waren lauter kleine geputzte Puppen, die in schwerf├Ąlligen Schritten vorbei marschierten und bei dem Weggehn sich tief verneigten.

Aber ich m├Âchte ein Gedicht lesen, von dem niemand wei├č, dass ich darinnen lebe, und das ein warmes lebendiges Wort zu mir spr├Ąche, so wie ich seit Jahresfrist keines zu h├Âren bekommen!

Sie protestieren feierlich gegen den Titel sans peur et sans reproche. Tun Sie das nicht, Sie sollen solch ein Ritter sein. Schlickum hat mir zwar erz├Ąhlt, dass Sie sich vor Gespenstern f├╝rchten, das glaube ich aber nicht, weil ich nicht will!

Freiligrath ist vis-a-vis von jeder Geistergeschichte ein Hase, aber das darf mein Ritter nicht sein: Der muss einen Geist in sich f├╝hlen, der allen Geistern ├╝berlegen ist. Ist nicht der Geist der Liebe ein m├Ąchtiger Geist? Wissen Sie auch, warum mein Ritter so mutig und furchtlos sein muss? Weil ich selbst gar keine Courage habe und von ihm gesch├╝tzt sein will. Aber f├╝r mich w├╝rden Sie auch einem Gespenst Trotz bieten, denn ein edler Charakter vermag f├╝r andere, was er f├╝r sich selber nie vermocht.

Ich habe mir ausgedacht, wie unser erstes Zusammentreffen stattfinden muss. So oder gar nicht. N├Ąmlich bei einem gro├čen Fest - ich darf nur wissen, dass Levin, Sie, dass Luise gegenw├Ąrtig ist. Dann m├╝ssen Sie mich unter allen erkennen und ausfinden: Ich habe Sie dann schon l├Ąngst erkannt, davon bin ich ├╝berzeugt! Aber ob Sie mich finden, das ist die gro├če Frage. Ja, gro├č; denn es gibt viel gro├če Frauen mit dunklen Haaren und schwarzen Kleidern, obgleich ich schon mehrmals nach Beschreibungen erkannt wurde.

Ich sollte Ihnen doch mein Bild schicken, wenn es auch ├Ąlter aussieht - in sieben Jahren gleicht es mir dann grade!

Mit meiner Cousine geht es besser, aber ich gehe doch nicht nach Wien; denn erst seitdem ich ihr erkl├Ąrt, dass ich sie nicht verlassen wolle, hat die Krankheit nachgelassen. Ich sah, dass sie in fortw├Ąhrender Aufregung war und f├╝rchtete, ich m├Âchte sie heimlich verlassen. Sie weinte vor Freude, und mein Opfer war mir dann vergolten; denn ein gro├čes Opfer war es, Darmstadt und Wien! Vielleicht gehe ich nun n├Ąchstes Fr├╝hjahr; den Winter bleibe ich auf jeden Fall hier. Sie schelten mich (dass doch die M├Ąnner so gerne zanken!), dass ich Ihnen meine Adresse nicht geschickt: Sie wussten meinen Namen und Aufenthaltsort, wozu mehr in einem Neste wie Darmstadt?

Von Hauff habe ich vorgestern einen h├Âchst komischen Brief erhalten. Hackl├Ąnder hatte mir n├Ąmlich erz├Ąhlt, dss er, Hauff n├Ąmlich, mich f├╝r eine alte Dame gehalten, nun aber bei dem Empfange meiner ungarischen Reise gesehen, dass er sich geirrt und zu ihm gekommen, triumphierend, mein Manuskript in der Hand, rufend, “Gott sei dank, sie ist jung.” Aber dennoch mir nicht antwortete, ich schrieb ihm nochmals und am Schlusse meines Briefes machte ich den harmlosen Spa├č, ich h├Âre, er habe mich f├╝r eine alte Dame gehalten. An meiner Ungeduld k├Ânne er aber sehen, dass ich noch jung sei. Nun sollten Sie lesen, wie pedantisch er mir schreibt: “Geschlecht und Alter seiner Mitarbeiter m├╝ssten ihm gleichg├╝ltig sein.” Hat man je ├ähnliches gesehen. Er glaubte wohl, ich wollte ihn bestechen, du lieber Gott, so gro├č ist meine Jugend nicht mehr.

Raten Sie mir, was soll ich mit dem Manne anfangen? Sie sind mein Br├Ąutigam, ich werde jetzt alle meine Sorgen auf Ihre Schultern w├Ąlzen. Denken Sie sich nur nicht, weil ich eben von meinem Schreiben gesprochen, einen Blaustrumpf in meiner Person. Ich lege unendlich wenig Wert darauf; ich schreibe nur, weil ich nichts anderes zu tun habe; denn meine Toilette nimmt mich nicht in Anspruch. Singen kann man nicht den ganzen Tag, und vom Zeichnen tun mir die Augen weh. Ich lese und schreibe, aber wenn heute jemand zu mir sagte: “Tue mir den Gefallen und schreibe kein Wort mehr,” und dieser Jemand w├Ąre wirklich jemand, so w├╝rde ich es sans regrets tun. …

Wie wahr ist das, was Sie von den Momenten sagen. Die Freude ist nur wie eine sch├Âne Musik, die verklingt, der Kummer aber wie ein Gem├Ąlde bleibend, man schaut es immer wieder von neuem an. Aber seien Sie nicht undankbar; ist denn die Erinnerung eines sch├Ânen Augenblickes nicht auch ein Gl├╝ck! Wozu w├Ąren Sie denn so ein Dichter, wenn Sie nicht die Erinnerung zur Gegenwart umscharfen k├Ânnten - das ist ja Ihr Metier.

Sie haben mir Ihr Bild versprochen, und nun sind Sie ganz stille davon. Aber ├Ąhnlich muss es sein, sehr ├Ąhnlich, so ├Ąhnlich wie Freiligraths, sonst w├╝rde es zur trennenden Barriere zwischen uns; denn ihm w├╝rde meine Freundschaft zustr├Âmen, und wenn Sie dann k├Ąmen und anders w├Ąren, wenn auch viel sch├Âner, so h├Ątte ich nichts mehr f├╝r Sie ├╝brig. Denn ich bin ausschlie├čend, mit ganzer Seele oder gar nicht. …

Wie verschieden sind unsere W├╝nsche! Obgleich die Tageszeit dieselbe ist, so m├Âchten Sie am Kaminfeuer mit mir plaudern, w├Ąhrend ich mit Ihnen spazieren gehen m├Âchte. Ihre W├╝nsche sind aber jedenfalls “zeitgem├Ą├čer”, denn der Winter ist vor der T├╝re und wir m├╝ssten jetzt beide bei unserer Promenade erfrieren. Aber ich denke nicht an den Winter, nicht an die Jahreszeiten. Vielleicht treffen wir uns auch erst dort, wo ewiger Fr├╝hling ist!

* danach muss ich ein langes Leben haben.

Darmstadt, 17. Oktober 1842

Hermann Hauff redigierte das Cotta’sche “Morgenblatt”. Es handelt sich um den Artikel “Acht Wochen in Ungarn”.