Schlagwort: Familie

Sorge um Ferdinand

Von Annette von Droste-Hülshoff
28. Mai 1827

Was du von Tante Betty schreibst, ist ganz wahr: sie ist die allersanfteste Frau, die ich je gesehn habe; wäre sie es um ein Haar mehr, dann wäre es zuviel, aber so ist es gerade liebenswürdig. Ich bitte, rufe mich doch in ihr Andenken zurück, denn sie ist mir gewiss böse, dass ich nicht geschrieben habe, aber ich wusste nicht, was ich über mein Ausbleiben sagen sollte. Grüß überhaupt alle. Es ist niemand dort, gegen den ich eigentlich wohl etwas hätte, außer August: Du würdest auch… Weiterlesen »

Heiterer Himmel

Von Annette von Droste-Hülshoff
25. April 1826

Ich bin vorgestern Abend glücklich, aber ermüdet hier angekommen, und habe meine lieben Eltern und Geschwister gottlob alle noch viel wohler aussehend gefunden, als ich sie verließ … die Mutter … ist ebenso rasch und rührig, ebenso gute Fußgängerin wie sonst. Auch der Papa sieht sehr gut aus, und die Jenny und der Ferdinand gar, sind beide auffallend stärker geworden. Ich habe überhaupt alle so zufrieden und glücklich wie möglich gefunden; Werner ganz und gar liebenswürdig, aus… Weiterlesen »

Mein gepresstes Herz

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. März 1821

Übrigens bin ich innerlich – (o Anna, ich bitte, verstehe mich diesmal recht) sehr gefasst; man hält meine Zurückgezogenheit wahrscheinlich für Stolz unter meinen Bekannten, denn sie sind fast sämtlich schüchtern und demütig gegen mich geworden, aber mir desto ergebener. Ach Gott, wenn sie einmal in mein gepresstes Herz sehen könnten, sie würden mich nicht mehr lieben. Liebe Anna, ich will Dir eine böse Richtung meines Charakters nicht verderben – sieh, so wie ich strenger gegen… Weiterlesen »

Verlängerung in Bökendorf

Von Annette von Droste-Hülshoff
18. September 1819

Du schreibst mir, ich soll im Oktober herüberkommen; da ich mich aber so durchaus wohl befinde und die hiesigen Ärzte behaupten, dass gerade die Bergluft dasjenige wäre, wovon ich auf Dauer meine völlige Genesung erwarten müsste, so wollen die Großeltern noch nichts von Abreisen hören. Was mich anbelangt, so tue ich das, was Ihr über mich beschließt, auf jeden Fall mit Freuden. Ich will nicht leugnen, dass ich sehr gern mal wieder bei Euch wäre, aber doch kann ich versichern,… Weiterlesen »