Schlagwort: Freundinnen

Malchen in Not

Von Annette von Droste-Hülshoff
19. September 1837

… von der guten armen Male H habe ich jetzt auch einen Brief, sie ist sehr herunter, körperlich und geistig, – sie schreibt mir gradezu, dass ich jetzt nicht zu ihr kommen könne, da sie, wenn es dem Ludwig noch vor dem Winter gelingen solle, eine Anstellung zu bekommen (hoffentlich im Preußischen) sie ihm dorthin folgen würden… – der Brief ist so kurz, fast verschlossen, ich weiß nicht, ob das Unglück sie kalt macht, oder scheu, ich glaube das Letzte, – wie gern holte ich sie hieher!… Weiterlesen »

Klare Worte an Sibylle

Von Annette von Droste-Hülshoff
19. Februar 1835

Ich bin krank, Billchen, deshalb soll ich gar nicht schreiben, nicht lesen; nun, das Verbot ist überflüssig, die Buchstaben schwimmen und rennen durcheinander wie Wassertierchen. Ich will versuchen, wie weit ich komme. … Von früherhin ließe sich allerdings manches sagen, und müßte sogar gesagt werden, aber für dieses Mal wird’s nicht gehen, mein Kopf läuft mit mir um. Nur so viel, ich war Dir böse und bin es nicht mehr, denn ich habe mich entschlossen, jenes, was mich kränkte, und… Weiterlesen »

Müde wie ein Postpferd

Von Annette von Droste-Hülshoff
11. März 1831

Was Du von mir denkst, meine liebe alte Mama, das weiß der liebe Gott, aber das weiß ich wohl, dass ich ganz unschuldig bin und in den letzten vier Wochen oft nicht wußte, wo mir der Kopf stand. Ich bin jetzt schon in der 5. Woche bei der Mertens, die sehr gefährlich krank gewesen ist. Ich habe viel Last gehabt, so viel wie in meinem Leben noch nicht. Ich habe die arme Mertens Tag und Nacht verpflegt, fast ganz allein; denn ihrer Kammerjungfer hatte sie grade zuvor aufgesagt, weil sie… Weiterlesen »

Ablenkung für die geistig verwirrte Freundin

Von Annette von Droste-Hülshoff
2. Dezember 1821

Unser lieber Werner, der Ihnen, liebste Großmutter, diesen Brief überbringt, wird Ihnen sagen, wie sehr wohl wir uns gottlob jetzt hier alle befinden; ich kann sagen, dass mir jetzt gottlob körperlich nichts fehlt, und ich habe die Aussicht, noch wohl gar eine recht feste Gesundheit zu bekommen, was ich nie mehr gehofft. Auch Ferdinand hat jetzt schon lange über nichts mehr geklagt; und unsre lieben Eltern, die ich zuerst hätte nennen sollen, wie auch Jenny und überhaupt alles hier im… Weiterlesen »