Schlagwort: Rüschhaus

Den Laden alleine schmeißen

Von Annette von Droste-Hülshoff
2. April 1840

Ja, alte Mama, mir geht es nicht besser, ich mag nur nicht davon sprechen, weil es mir dann zu arg wird. Du weißt selbst, wenn ich auch zuweilen nichtsnützig bin, wenn Du da bist, so kann ich doch gar nicht ohne Dich sein. Ich setze mich drüber weg, so gut es geht, da es nun doch mal nicht anders ist, und denke jeden Sonntag: „Nun bin ich wieder eine Woche näher am Mai, aber es wird mir oft recht schwer. Deine Blumen besorge ich gut und will sie nachher Mariechen auf die Seele binden…. Weiterlesen »

Wie schreiblustig bin ich heut‘!

Von Annette von Droste-Hülshoff
4. Juni 1835

Ihr Brief, mein sehr lieber oder vielmehr mein liebster Freund, ist entweder in nicht angemerkten Zwischenräumen geschrieben, oder er hat, des täglichen Botenverkehrs nicht achtend, auf dem Wege von Ihrem Schreibtische in den meinigen sich noch einige gute und lustige Tage machen wollen, gleich einem streng gehaltenen Schüler, der auch mitunter einen Reisetag aus eigner Machtvollkommenheit zusetzt, wenn ihn die Zuchtrute des Vaters auf den Postwagen geleitet und drüben der Bakel des… Weiterlesen »

Jenny verlässt Rüschhaus

Von Annette von Droste-Hülshoff
22. Oktober 1834

Ich hoffe, es geht dir gut, ich bin gewiss davon, denn Laßberg ist sehr gut; sage ihm doch auch, wie sehr ich das anerkenne und dass, wenn Du einmal weit fort musst, ich Dich mit niemandem lieber gehn lasse wie mit ihm. Uns hier ist es noch was einsam, das kannst Du denken, aber das viele Reden und Schreiben drüber nützt zu nichts. Ich sehe gottlob, dass Mama ganz fest entschlossen ist, im nächsten Frühling nach Eppishausen zu gehn, d.h. zum Besuch. So werden die paar Monate ja wohl… Weiterlesen »

Mama ist eine anstrengende Patientin

Von Annette von Droste-Hülshoff
21. Oktober 1832

Wir erwarten jetzt Jenny bald zurück, Werner, mein Bruder nämlich, ist vorgestern abgereist, um sie selbst von Bökendorf abzuholen — ich fürchte nur, man wird ihn dort aufhalten, was mir eigentlich gar nicht recht war, denn Jenny ist hier höchst nötig, erstlich für ihre Blumen, die in dem kalten feuchten Wetter eher zurück als vorwärts wachsen — Mama würde sich die Haare ausreissen, wenn sie es sähe, aber sie sitzt schon seit drei Wochen in der Stube und laboriert an einer… Weiterlesen »