Christoph Bernhard Schlüter, Fotografie von unbekanntem Urheber; Quelle: Wikipedia

Christoph Bernhard Schlüter, Urheber unbekannt; Quelle: Wikipedia

Die Idee, den Münsteraner Dichter und Philosophen Christoph Bernhard Schlüter (1801 – 1884) als Mentor für ihre Tochter zu gewinnen, hatte Therese von Droste bereits 1829. Der gerade 28jährige war zu diesem Zeitpunkt bereits Professor für Philosophie an der Akademie Münster, an der er zwei Jahre zuvor als Privatdozent angefangen hatte, und betreute einen literarischen Kreis von Studenten. Therese von Droste bat ihn, auch das literarische Talent ihrer Tochter zu fördern. Schlüter führte sich daraufhin den „Walter“ zu Gemüte – und urteilte negativ. Das Epos war in seinem Augen „süßlich, leer, ja zum Teil affektiert“. Die Autorin dieses Werks mochte er nicht unter seine Fittiche nehmen.

Zur ersten persönlichen Begegnung zwischen ihm und Annette von Droste kam es vermutlich erst Jahre später, bei einem literarischen Teekränzchen im Februar 1834 in Münster. Es entwickelte sich ein regelmäßiger Brief- und Besuchskontakt, die Droste las Schlüter aus ihren Werken vor (als Kind hatte er einen Unfall mit ungelöschtem Kalk und erblindete mit der Zeit vollständig). Der Professor wurde schließlich doch noch zum Förderer. Dabei hatte er, der streng katholische Autor religiöser Gedichte, hatte dabei vor allem die geistliche Dichtkunst der Droste im Blick; unter den Förderern der Droste war er somit in gewisser Weise Gegenpol zum weltoffeneren Levin Schücking.

Schlüters Grab auf dem Hörster Friedhof in Münster. Foto: Monika Gemmer

Schlüters Grab auf dem Hörster Friedhof in Münster. Foto: Monika Gemmer

„Schlüterchen“, wie die Droste ihn oft nannte, betreute die Erstausgabe der Gedichte von 1838; auf seinen Vorschlag ging auch die Wahl des Verlegers Hüffer (Aschendorffsche Buchhandlung) in Münster zurück, bei dem er auch seine eigenen Bücher veröffentlichte. Nach dem Tod der Droste gab er 1851 „Das geistliche Jahr“ und 1877 ihre Kompositionen heraus.