Site Overlay

Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Annette von Droste-Hülshoff in Briefen

Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin. Erfahren Sie mehr über ihren Alltag, über Droste als Dichterin und Briefschreiberin, ihr Privatleben, ihre Familie und Freund:innen und über den Briefverkehr im 19. Jahrhundert. Lernen Sie ihre Wohnorte wie die Burg Hülshoff, das Rüschhaus oder Meersburg in Multimedia-Storys kennen. Oder chatten Sie doch mal mit Annette! Viel Spaß!

Erweiterte Suche in den Briefen


Buch und Pantoffeln gehen vor

(…) in meinem Koffer (der noch immer nicht da ist) liegt, was von dem „Westfalen“ („Bei uns zu Lande auf dem Lande“ heißt’s eigentlich) fertig ist, nebst dem Material, den geistlichen Liedern, um sie hier durchzuarbeiten und ins Reine zu schreiben. Auch das Lustspiel habe ich zur Feilung mitgenommen. Wenn ich hinzufüge, daß Therese so gut wie gar keine Zeit hat und ich meine Strümpfe selber stopfe, ferner ein Paar Pantoffeln für Laßberg zu Weihnachten sticke und noch der Therese Heisdorf versprochen habe, ihr etwas auszuschneiden, so siehst Du, daß ich einen guten Berg Arbeit vor mir habe. Das Buch und die Pantoffeln müssen aber vorgehn; vom übrigen was möglich ist. Da Schücking so wenig Zeit hat, werde ich JennyWeiterlesenBuch und Pantoffeln gehen vor

Keine Kunde aus Wien

(… ) von Werner (dem Onkel nämlich) habt? Hier hören und sehen wir nichts von ihm, der junge Brenken, heißt es, würde bald zurückkommen, ich glaube sogar, er hat geschrieben, aber Onkel Werner meldet nichts davon, ob er gleich, wie mir erst in diesem Augenblick einfällt, nach Bökendorf geschrieben hat, wir haben schon gedacht, er würde den jungen B[renken] allein zurückkehren lassen, und, Gott weiß wie lange noch in Wien bleiben, das wäre doch ein rechter Strich durch unsre Rechnung, wir hatten uns so auf seine Ankunft gefreut, denn man muß froh sein, wenn man ihn hat, weil man nie weiß, ob man ihn so bald wieder zu sehen bekömmt, oder ob er sich nicht gar in ein Schiff setztWeiterlesenKeine Kunde aus Wien

Die Bornstedt läßt sich fleißig besuchen

(…) Die Bornstedt läßt sich jetzt vom gleichfalls etwas einsam stehenden Sohne des Vaterlandes fleißig besuchen, unter vier Augen schmeicheln und hinterm Rücken gräulich durchziehn. Sie ist doch wirklich und durch unglücklich, und selbst von denen, die noch ihr letzter Trost und Stolz sind, verraten und missbraucht! Doch freue ich mich immer, wenn ich noch von irgend einer glücklichen Täuschung höre, es hilft ihr doch, das Leben ertragen, wie z. B. der Bräutigam, der Sohn des Vaterlands, und gewiß auch der „hochadliche Schwanenhals“. Jetzt ist sie in Herbern, und Manche meinen sie werde ganz dort bleiben,- aus Liebe zum Landleben – da sie in Münster durchaus nicht mehr subsistieren könne. (…)

Es geht hier wie in Münster, alle Leute schenken mir etwas

Ich habe an Mama und Werner geschrieben, und so sollst Du, alter lieber Hans, auch nicht so ganz leer ausgehn. Wenn mir auch nur noch Zeit für ein paar Zeilen bleibt; manches, was eigentlich für Dich gehört, z. B. über Blumen, die ich gern für die Mertens hätte, steht schon in dem langen Briefe an Mama, den, leider, der Professor Vogelsang mitnimmt — ich wollte ich hätte ihn noch, so gäbe ich ihn jetzt an Johannes — aber Vogelsang that, als ob er zwei Tage früher als Johannes abreiste, und da Mama eilig auf meine Antwort war, so gab ich sie ihm mit, — nun erfahre ich, daß er noch hier ist — erst heute mit Johannes abreist, und nichtWeiterlesenEs geht hier wie in Münster, alle Leute schenken mir etwas

Ausgedroschener Stoff

(…) Was mein damals angefangenes Trauerspiel anbelangt, so habe ich es noch fortgesetzt bis zum dritten Akt, dann blieb es liegen, und jetzt wird es auch wohl ferner liegen bleiben, Es enthält zwar mitunter ganz gute Stellen, aber der Stoff ist übel gewählt, hätte ich es in damaliger Zeit fertig gemacht, wo ich dieses noch nicht einsah, sondern mir im Gegentheil diese Idee sehr lieb und begeisternd war, so wär es wohl so übel nicht geworden, aber es ist ein entsetzlicher Gedanke einen Stoff zu bearbeiten, für den ich nicht die mindeste Liebe mehr habe, es ist mir leid, ich wollte, daß ich es damahls fertiggemacht hätte, außerdem habe ich in dieser Zeit nichts Bedeutendes aufzuweisen, außer einer Anzahl Gedichte,WeiterlesenAusgedroschener Stoff

Ach, Grillen habe ich viele

(…) Auch den Walter werde ich mitbringen! Erschrecken Sie nicht! Es sind nur einzelne Stellen, etwa in jedem Gesange drei oder vier Strophen, die ich Sie nochmals anzuhören bitte. Es kömmt mir fremd an, zu sagen, daß eine meiner Arbeiten von einem meiner Freunde zu scharf beurtheilt ist; denn Freundes Urteil ist sonst nur allzu milde und hat manches gute Talent verdorben. Doch waren wir damals noch nicht bekannt miteinander, und ich wünschte, Sie könnten sich, sobald ich das Heft zur Hand nehme, denken, es sei von einem andern. Das Gedicht ist im ganzen sehr mißglückt und matt, im einzelnen aber nicht immer. Ich arbeite jetzt nichts, gar nichts, so gern ich dran möchte; die Tage sind zu kurz undWeiterlesenAch, Grillen habe ich viele

„Nenn sie Hexe und Kokette, aber niemals kleine Nette!“

Was kommen Sie mir denn mit meiner steinalten, seit 25 Jahren begrabenen Koketterie? Ich habe Ihnen ja schon früher erzählt, wie wir sämtlichen Cousinen haxthausischer Branche durch die bittere Not gezwungen wurden, uns um den Beifall der Löwen zu bemühn, die die Onkels von Zeit zu Zeit mitbrachten, um ihr Urteil danach zu regulieren, wo wir dann nachher einen Himmel oder eine Hölle im Hause hatten, nachdem diese uns hoch oder niedrig gestellt. Glauben Sie mir, wir waren arme Tiere, die ums liebe Leben kämpften, und namentlich Wilhelm Grimm hat mir durch sein Mißfallen jahrelang den bittersten Hohn und jede Art von Zurücksetzung bereitet, so daß ich mir tausendmal den Tod gewünscht habe. Ich war damals sehr jung, sehr trotzigWeiterlesen„Nenn sie Hexe und Kokette, aber niemals kleine Nette!“

Schücking scheint Heimweh zu haben

(…) Von Schücking habe ich kürzlich Briefe, er wohnt jetzt in Cöln, redigiert das Feuilleton der Cölner Zeitung und das Rheinische Jahrbuch und bekömmt für ersteres vom DuMont Schauberg 1000 Reichstaler, für letzteres auch einige hundert Taler Gehalt. Seine Aufsätze werden ihm extra sehr gut bezahlt, so daß er sich (ausgenommen, daß der Name Cotta brillanter klingt als DuMont) eigentlich jetzt reichlich so gut steht als in Augsburg; doch ist seine Frau sehr ungern von dort, wo ein sehr angenehmer Kreis von Literaten bestand, der in Cöln gänzlich fehlt, fort gegangen. Es scheint, Schücking habe das Heimweh bekommen, er selbst spricht sich nicht klar darüber aus, aber aus einem Briefe Luisens scheint es hervor zu gehn. Er ist den ganzenWeiterlesenSchücking scheint Heimweh zu haben

Lob von Menschen, welche nicht tadeln können

(…) Nun noch etwas von meinem Treiben und Wirken, an meinem Trauerspiele habe ich bis vor zwey Wochen noch immer fortgeschrieben, und werde auch jetzt wieder dabey anfangen, es geht etwas langsam, aber doch hoffe ich es gegen den Frühling fertig zu bekommen, ich wollte es stände sogleich auf dem Papiere wie ich es denke, denn hell und glänzend steht es vor mir, in seinem ganzen Leben, und oft fallen mir die Strophen in großer Menge bey, aber bis ich sie alle geordnet und aufgeschrieben habe, ist ein großer Theil meiner Begeisterung verraucht, und das Aufschreiben ist mir bey weitem das Mühsamste bey der Sache, doch kömmt es mir vor, als ob sich meine Schreibart besserte, dies sagen mir auchWeiterlesenLob von Menschen, welche nicht tadeln können

Warum haben Sie ihm die kleine Freude nicht gemacht?

Mein lieber Levin! Ich habe soeben einen Brief zerrissen, weil er sich gar zu kläglich ausnahm, einen bereits fertigen Brief an Sie, mein gutes Kind, worin ich zur Entschuldigung meines Stillschweigens das ganze Heer von Troublen und wirklichen Unfällen, das uns seit vier Monaten verstört hat, aufmarschiren ließ. Wozu das? Es ist ja jetzt vorüber, Manches am Ende nur leere Angst gewesen, und Anderes bereits halb verschmerzt. Lassen Sie mich lieber Ihnen danken für Ihr liebes Geschenk. Wie es mich gefreut hat, mögen Sie daraus abnehmen, daß ich es unter Umständen, die wohl geeignet waren, mich allen Interessen, außer den allernächsten, zu entrücken, bereits dreymahl durchgelesen habe. Es ist ein schönes Buch, kein einziges schlechtes oder auch nur mittelmäßiges GedichtWeiterlesenWarum haben Sie ihm die kleine Freude nicht gemacht?

Ich war genöthigt, den ganzen Rest der alten Auflage aufzukaufen

(…) Bitte, liebe Jenny, besorge doch, daß alles an den rechten Mann kömmt, und schicke mir doch die Berechnung, was Du im Weinberge und für den Garten für mich ausgelegt und durch den Verkauf des Weins noch nicht gedeckt ist, damit ich es das nächste Mal deiner Pension beylege, denn leider kann ich Dir mit Mama kein Geld schicken, da ich den armen Werner, dem es schon so schwer wird, die nöthige Summe für Mama aufzubringen, mich jetzt unmöglich entschließen kann zu mahnen. Wäre ich mitgereißt, dann wär‘ es ein Anderes, dann hätte er mir natürlich Geld geben müssen. Sollte Dir übrigens Mama das Geld vorschießen und du es ihr im Herbste aus dem Ertrage des Weines wieder abzahlen können,WeiterlesenIch war genöthigt, den ganzen Rest der alten Auflage aufzukaufen

Copyright © 2026 Nach 100 Jahren. All Rights Reserved. |  by John Doe
Grimme Online Award
Nach 100 Jahren
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.