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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Annette von Droste-Hülshoff in Briefen

Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin. Erfahren Sie mehr über ihren Alltag, über Droste als Dichterin und Briefschreiberin, ihr Privatleben, ihre Familie und Freund:innen und über den Briefverkehr im 19. Jahrhundert. Lernen Sie ihre Wohnorte wie die Burg Hülshoff, das Rüschhaus oder Meersburg in Multimedia-Storys kennen. Oder chatten Sie doch mal mit Annette! Viel Spaß!

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Keine Kunde aus Wien

(… ) von Werner (dem Onkel nämlich) habt? Hier hören und sehen wir nichts von ihm, der junge Brenken, heißt es, würde bald zurückkommen, ich glaube sogar, er hat geschrieben, aber Onkel Werner meldet nichts davon, ob er gleich, wie mir erst in diesem Augenblick einfällt, nach Bökendorf geschrieben hat, wir haben schon gedacht, er würde den jungen B[renken] allein zurückkehren lassen, und, Gott weiß wie lange noch in Wien bleiben, das wäre doch ein rechter Strich durch unsre Rechnung, wir hatten uns so auf seine Ankunft gefreut, denn man muß froh sein, wenn man ihn hat, weil man nie weiß, ob man ihn so bald wieder zu sehen bekömmt, oder ob er sich nicht gar in ein Schiff setztWeiterlesenKeine Kunde aus Wien

Warum wollt Ihr mir das Herz weich machen ?

(…) Nun aber zu dem, was du mir von Straube schreibst [Lücke im Manuskript] sehr betrübt, aber, wie Ossian sagt, „eine Geschichte vergangener Zeiten“; ich weiß wohl, daß Straube damals sehr herunter gewesen ist, aber jetzt ist er längst wieder besser und nach Werners Aussage gewöhnlich sehr munter und witzig; was Anna mir schreibt, daß er noch schwach wäre und nach einem Balle leicht Kopfweh bekäme, so finde ich das sehr natürlich, wenn er die ganze Nacht getanzt hat. Zudem hat mir Werner gesagt, daß er gar keinen Wein vertragen könnte, aber doch sehr gern tränk, und bey allen Festivitäten jedesmal ein Rauschgen und am folgenden Tage einen gewaltigen sogenannten Katzenjammer bekäme, das ist also die Schwäche nach dem Balle.WeiterlesenWarum wollt Ihr mir das Herz weich machen ?

Meines Schwagers Ehrenwort darfst Du nicht in Schande bringen

(…) Vorgestern habe ich Deinen Brief erhalten, mein gutes Herz, und heute sitze ich schon wieder hinter der Feder, und zwar auch einmahl „in flüchtigster Hingeschmissenheit“, damit mein Brief womöglich noch vor oder mindestens zugleich mit demjenigen anlangt, den Dir Laßberg schreiben wird. Dieser hat nämlich soeben einen Brief vom alten Hug aus Freiburg erhalten des Inhalts, daß ihm eine Anfrage vom Regierungsdirektor von Recke (in Freiburg) geschehn hinsichtlich der moralischen und politischen Richtung des Levin Schücking, dem man, im Falle man hierüber gleich sichre und günstige Zeugnisse zu erhalten vermöge, als man bereits über andre erwünschte Eigenschaften eingeholt, die Redaktion der „Freiburger Zeitung“ anzubieten gedenke. Laßberg, der natürlich eine gelehrte Beschäftigung jeder andern vorzieht, auch nach seinem Charakter SelbstständigkeitWeiterlesenMeines Schwagers Ehrenwort darfst Du nicht in Schande bringen

Hier liest es keine Seele

(…) Du weißt, daß der Landtag alle Hände so voll gehabt hat, daß die Schulangelegenheiten gar nicht haben zur Sprache kommen können. Manche sagen, nicht mit Unrecht, sie hätten dafür einige Privatsachen, z.B. Jagdsachen et cet., hinter Weges lassen sollen. Es ist traurig daß so sehr viel Verstand und Geistesunabhängigkeit dazu gehört das Allgemeine aufzufassen, und die ehrlichsten Leute, die sich nicht mit Millionen bestechen ließen, doch ihr zerbrochenes Töpfchen immer für den Hauptschaden halten. – Gutsbesitzer – Kaufmann – Städter – Jeder stimmt für sein Interesse, so mache sie sich einander kaputt, und das Resultat ist, daß alle mit gleicher langer Nase anziehn… Perdu!: mein Lustspiel, worin höchstens einer Persönlichkeit (der Bornstedt) zu nahe getreten sein könnte, ist auchWeiterlesenHier liest es keine Seele

Spiegelberg, ich kenne Dir!

(…) Schreiben Sie mir doch in Ihrem nächsten Briefe, den ich hoffentlich bald erwarten darf, recht viel von Luisen, – was sie treibt, was sie schreibt, sonst arbeitet – kurz, führen Sie mir Ihre Häuslichkeit mal wieder recht vor Augen, daß ich mich daran erquicken kann. Mein Leben ist immer das gleiche, abgeschlossen, heimlich, ganz wie ich es mag; zög nur der Husten fort und statt dessen zuweilen etwas Neues aus der Literatur ein, oder ein freundlicher Besuch, der mich ein bißchen au courant mit dem Weltlaufe hielt, ich wollte es mir nicht besser wünschen. So werde ich freylich am Ende so eckicht werden wie meine Kristalldrusen. „Wollte Gott, auch so klar!“, denkt der Levin – Spiegelberg, ich kenne Dir!WeiterlesenSpiegelberg, ich kenne Dir!

Anderer Leute Geheimnisse

(…) Was ist dieses aber von wegen Carl? — ich habe es von Werner erfahren, und mich halb tot darüber gewundert, — den habe ich grade für den Unversöhnlichsten gehalten! — es ist aber sehr gut, daß er es weiß! — du weißt wohl was ich meine. — ich mag nicht gern über andrer Leute Geheimnisse schreiben. Solltest du etwa noch nicht wissen, wie dein Bruder Clemens hinter sämtliche Geschichten gekommen ist, so will ich es dir berichten, — ich habe es von Werner, dem er es selbst erzählt hat. — Wie wir nach Hamm waren, hatte ich meine kleinen Briefe von Anna Ferdinand aufzuheben gegeben, der ist in der größten Not, wo er sie sicher genug verstecken soll, undWeiterlesenAnderer Leute Geheimnisse

Ich würde es eine fehlerhafte Schülerarbeit nennen …

Was soll ich Ihnen von Sch[ücking]s eigner Lage sagen? Er nimmt sie von der besten Seite, ist vergnügt wie ein König und baut ein Luftschloß ums andre, wobey er seinen zukünftigen Erwerb durch dramatische Arbeiten hoch anschlägt. Cottan hat er noch nicht mit Augen gesehn, ist auch nicht auf Ostern von ihm engagiert, sondern dies wieder auf Michaelis hinausgeschoben, wo er dann sicher auf eine feste Anstellung mit 1500 Gulden rechnet, und bis dahin seine Arbeiten an der „Allgemeinen“ sehr gut bezahlt erhält. Mich macht dies Aufschieben besorgt, und sein Ruhm? es ist kurios damit. Er selbst zitiert mir ein Journal nach dem andern, deutsche und französische, wo ich die brillantesten Sachen über ihn nachlesen soll (eins, im Literaturblatt desWeiterlesenIch würde es eine fehlerhafte Schülerarbeit nennen …

Es ist immer gut, eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten

Ich habe Laßbergen die beiden Cottaischen Briefe und aus dem Ihrigen das Betreffende mitgeteilt, und, sollten Sie es denken? Es war ihm alles nicht halb recht, d. h. von Cottas Seite. Von 550 Gulden mochte er mal gar nichts hören, selbst 700 schien ihm wenig, da dann, falls die Sammlung, wie Uhlands Gedichte, achtunddreißig Bogen enthielt, nicht mal zwei Louisdor auf den Bogen kämen, da mir doch selbst die obskure Abendzeitung schon drei Louisdor vorläufig geboten und sich obendrein einer willkürlichen Steigerung meinerseits unterworfen habe; auch Hüffer habe mich ja durch die dritte Hand wissen lassen, daß er den Verlag wünsche und, wenn ich es verlange, 500 preußische Taler geben würde; von Velhagen sowohl wie Dumont lasse sich zwar nichtsWeiterlesenEs ist immer gut, eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten

Recherche zum „Hospiz“: Ist das Schneehuhn dort heimisch?

(…) Ich habe dir unser Rüschhaus schon öfters beschrieben. Du weißt, daß der Raum beschränkt, unsre ganze Lebensweise höchst einfach ist. Kennte ich mein Minchen nicht so genau, ich dürfte gar nicht sie einzuladen wagen. Aber nun weiß ich, daß ich es darf, und meine noch wohl gar, Du würdest Geschmack an unsrer Art zu sein finden. Meine Mutter und Schwester sind den ganzen Sommer hindurch abwesend gewesen, zu Bökendorf nämlich, und ich erwarte sie morgen zurück. Ich dachte in dieser Zeit recht viel zu arbeiten, vor allem zu schreiben, aber, wie man zu sagen pflegt, Gott und gute Leute haben mir drüber weggeholfen, d.h. Gott hat mir Augenschmerzen geschickt, und recht gute liebe Leute, nämlich die Schwester und NièceWeiterlesenRecherche zum „Hospiz“: Ist das Schneehuhn dort heimisch?

Gefährliche Korrespondenz

(…) Schott ist übrigens dagegen, daß ich mich viel um den Cotta abmühe; die bey ihm erscheinenden Bücher hätten bey weitem nicht mehr den Kredit wie früher, und er sei gleich mißtrauisch und mache schlechte Bedingungen, sobald er sehe, daß man ihm nachgehe. Mache aber ja Schott keinen Verdruß dadurch, daß Du etwas hiervon gegen Hauff äußerst. (…) Liebes Herz, wundere Dich nicht, wenn ich Dich fortan Sie nenne und Dich um ein Gleiches bitte; die gefährliche Zeit unserer Korrespondenz fängt jetzt an, und es ist mir zu empfindlich, alle Deine lieben Briefe des Du’s wegen verbrennen zu müssen. (…)

Damit schlag ich die Mertens aus dem Felde!

Du hast gewiß schon diverse Male recht tüchtig auf mich geschimpft, mein Herzens-Onkelchen, d.h. innerlich raisonniert nun mal ganz sicher fortwährend, und ohne Zweifel ist auch mitunter etwas davon an den Tag gekommen – dennoch bin ich auch jetzt wieder, wie Herr Wilmsen sagt, schiere Unschuld und noch obendrein eine leidende Unschuld gewesen, d.h. leidend gewesen, verstehen mich Ew Gnaden nicht unrecht. Meine Augen, die ohnedem weder jung noch schön sind, hatten vor etwa 14 Tagen den Einfall, sich durch Nervenschwäche interessant zu machen, es ging ihnen aber wie allen alten Schachteln, die zu diesem desparaten Mittel greifen, sie gefielen womöglich noch weniger als vorher, obgleich sie blühten wie die Rosen, und immer in sanften Tränen schwammen. Der schlechte ErfolgWeiterlesenDamit schlag ich die Mertens aus dem Felde!

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