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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Im Auftrag

Meine Schwester, die Ihnen selbst schreiben wollte, aber sich seit einigen Tagen durch Einfluß des Äquinoktiums zu unwohl dazu befindet, läßt sie bitten, ihr doch zu sagen, was es für eine Bewandtnis mit den zehn oder zwölf Gedichten hat, die Sie Ihnen für das „Morgenblatt“ mitgegeben, da jetzt, nach drei Monaten, noch nicht ein einziges davon erschienen ist. Sie glaubt daraus schließen zu müssen, daß Cotta ihnen entweder die Aufnahme verweigert hat oder Sie aus irgendeinem Grunde es sonst nicht passend gefunden haben ihm dieselben fürs „Morgenblatt“ zu geben. In diesem Falle wünscht sie sie dann einem der andern Blätter zu geben, und läßt Sie deshalb um Nachricht hierüber bitten, aber womöglich mit umgehender Post, da sie spätestens am nächstenWeiterlesenIm Auftrag

Luise mag es töricht finden

Nun zu Euern Geschenken. Ihr gutes Volk, ich habe mich recht tüchtig darüber gefreut; kindisch, würde Luise vielleicht sagen, aber das schadet nicht, die Freude bleibt mir doch. Luise hat übrigens Recht, die Lorgnette ist mir zu lieb, als daß ich sie nicht immer bey mir haben sollte, wenn auch nicht immer an mir. Beim Schreiben und Zeichnen liegt sie neben mir auf dem Tische, weil ich sie an der Kante zu verbiegen fürchte; aber sowie ich aus meinem Turm tauche, wird sie umgehängt und verläßt mich selbst des Nachts nicht, wo sie wie ein treues Hündchen auf einem Seidenpapier-Kissen neben meinem Bette schläft. Es ist aber auch ein gar niedliches Ding mit seinem Blumenkränzchen wie ein Bräutchen, und ichWeiterlesenLuise mag es töricht finden

Lob von Menschen, welche nicht tadeln können

(…) Nun noch etwas von meinem Treiben und Wirken, an meinem Trauerspiele habe ich bis vor zwey Wochen noch immer fortgeschrieben, und werde auch jetzt wieder dabey anfangen, es geht etwas langsam, aber doch hoffe ich es gegen den Frühling fertig zu bekommen, ich wollte es stände sogleich auf dem Papiere wie ich es denke, denn hell und glänzend steht es vor mir, in seinem ganzen Leben, und oft fallen mir die Strophen in großer Menge bey, aber bis ich sie alle geordnet und aufgeschrieben habe, ist ein großer Theil meiner Begeisterung verraucht, und das Aufschreiben ist mir bey weitem das Mühsamste bey der Sache, doch kömmt es mir vor, als ob sich meine Schreibart besserte, dies sagen mir auchWeiterlesenLob von Menschen, welche nicht tadeln können

Welche Horreurs!

(…) Von Adelen hoffe ich jetzt Nachricht zu bekommen, eine Dame aus Weimar will mir ihre Adresse in Rom verschaffen, wohin sie schon vorm Jahre der Mertens nachgezogen ist. Wie es mit ihrem Mangel an Vermögen beschaffen ist, weiß ich jetzt auch. Ihr eigentliches Vermögen ist allerdings fast hin, größtenteils schon von der Mutter aufgezehrt und nachher durch die kostspieligen Reisen nach Karlsbad (zweymahl in jedem Jahr) noch vollends herunter gebracht. Der Weimarsche Hof gab jedoch der Mutter eine Pension von 400 [Talern] und hat ihr dieselbe gelassen, jedoch beiden mit der Bedingung, sie im Lande zu verzehren; somit muß Adele, solange sie in Italien (wohin die Ärzte sie gewiß geschickt haben) bleibt, darauf verzichten und hängt dort zumeist vonWeiterlesenWelche Horreurs!

Ärgern Sie sich nicht über meinen Papiergeiz

(…) Im Frühling gehn wir wieder nach Meersburg; ich freue mich recht darauf, dort bin ich immer viel gesünder und kann auch viel mehr und leichter arbeiten; Ruhe, poetische Umgebung und besseres Befinden wirken dann zusammen. Auch in Ihrer Nähe bin ich dann, höre oft von Ihnen und kann es vielleicht möglich machen, Sie zu besuchen und mein lieb Patenjüngelchen zu sehn – lauter Dinge, wonach ich mich herzlich sehne, aber in diesem Augenblicke lange nicht Kraft und Mut genug habe, es recht lebendig zu hoffen. Sie glauben nicht, wie konfus mich diese Lebensweise macht; ich bin so schwindlig wie eine Eule – nicht metaphorisch, sondern wirklich, körperlich; es klingelt mir seit lange fortwährend in den Ohren, und ich seheWeiterlesenÄrgern Sie sich nicht über meinen Papiergeiz

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