Zeichnung: Annette von Droste in ihrem Zimmer im Rüschhaus

Entspannt im „Schneckenhäuschen“: Annette von Droste-Hülshoff auf ihrem Kanapee im Rüschhaus. Bildarchiv Foto Marburg

Ich kann nicht reisen

Von Annette von Droste-Hülshoff
26. Juni 1846

… ich gehe nicht mit nach Meersburg, so äußerst fatal es mir auch ist, Mama allein mit Marie reisen zu lassen, aber ich kann nicht, und Mama will es deshalb auch nicht. Ich bin krank, obwohl wenig leidend, weniger als sonst, aber es sind Umstände da, die durchaus beseitigt werden müssen. Ich kann z. B. gar nicht gehn, nicht zweimal unsern kleinen Garten entlang, ohne dass mir das Blut dermaßen zu Kopfe steigt, dass ich zu ersticken meine, und Fahren geht auch nicht viel besser, eine… Weiterlesen »

Ich könnte es nicht überleben, sie zu verlieren

Von Annette von Droste-Hülshoff
17. Februar 1843

Mit Werner habe ich wegen der Zinsen gesprochen, und er will dir das Geld schicken, sobald er nur irgend kann, es liegt ihm selbst schwer auf dem Herzen, und du kannst nur sicher auf den ersten Holzverkauf oder dergleichen rechnen. Ich will ihn dann auch sicher noch daran erinnern. … Was die Familienpräbende anbelangt, die Mama stiften wollte, so hat sie diesen Plan völlig aufgegeben, da sie sich nicht entschließen kann, künftigen Nachkommen, die sie nicht kennt, zuliebe einen von denen… Weiterlesen »

Damit Sie überall an das Nettle erinnert werden

Von Annette von Droste-Hülshoff
10. Januar 1845

Obwohl mir seit einigen Tagen infolge einer Erkältung wieder recht unwohl ist, so kann ich doch dies Paket nicht abgehen lassen, ohne mich Ihnen, meine gütige Freundin, wenigstens mit einigen Zeilen zu vergegenwärtigen. Ich denke soviel an Sie und höre nun durch meine Schwester, dass Sie auch an mich denken, dass Sie von mir reden und sogar für mich zeichnen. Sie sind doch gar zu lieb! und ich wollte, ich könnte Ihnen recht etwas Liebes wieder tun. Würden die Tage nur heller, dass ich… Weiterlesen »

An Verleger Cotta in Stuttgart

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. Oktober 1844

Ew. Hochwohlgeboren haben mich so freundlich beschenkt, dass ich Ihnen längst meinen herzlichen Dank würde ausgedrückt haben, wäre die Ankunft der Büchersendung nicht durch Umstände dermaßen verspätet worden, dass dieselbe erst seit wenigen Tagen in meinen Händen ist. Ihr Geschenk musste mich umso mehr freuen, da meine kleine Bibliothek bis jetzt noch keins der übersandten Werke enthielt und ich mehrere derselben, namentlich Lenaus und Zedlitzens Gedichte, bereits in Münster, wo der… Weiterlesen »

Es käme darauf an, wieviel man von ihm erwarte …

Von Annette von Droste-Hülshoff
22. August 1840

Nun zu dem, was Du über Schücking schreibst. Ich habe ihm die mögliche Aussicht auf jene Beschäftigung, die der liebe Laßberg so freundlich für ihn ausgesonnen, mitgeteilt, und er hat mir geantwortet, „er verstehe das Provenzalische allerdings und habe diesen Zweig der mittelalterlichen Literatur mit Liebe studiert, soviel er davon in Händen bekommen können, doch hätten ihm nie vorzüglich seltne Sachen und Manuskripte zu Gebote gestanden, und so könne er sich wohl für einen… Weiterlesen »

Ein Großpapa aller Stürme

Von Annette von Droste-Hülshoff
18. November 1843

Sie sind jetzt wohl ganz gewiss wieder in Münster, lieb Herzchen, und so gehe ich denn an meine liebste Beschäftigung, die, Ihnen zu schreiben. Ich bin indessen noch keinen Tag von Ihnen getrennt gewesen, alle Nachmittage um drei (außer vorgestern, wo es hart regnete) habe ich an unserem Strande gesessen, der mir durch Sie so lieb geworden ist, dass keine andere Erinnerung neben Ihrem lieben Gesichtchen dort ein Haarbreit Raum findet. Es hat mich ein paarmal selbst überrascht, wenn beim… Weiterlesen »

Wie machen es manche, so frisch zu bleiben?

Von Annette von Droste-Hülshoff
5. September 1843

Meine Hausgenossen sind gestern ausgeblieben, ob sie noch in Hülshoff stecken oder in Münster – vielleicht bei Ihnen – weiß Gott. Sie hatten beide Touren vor, wollten aber gestern abend damit fertig sein. Die Hanne macht hier bonne mine au mauvais jeu. Ich glaube, sie findet Rüschhaus schauderhaft einsam, und hat sich wohl unter einem Landleben so nahe bei Münster ganz was anderes gedacht, eine Art Gartenhausparade, wo man die ganze Stadt vorüber- und die halbe hineinziehen sieht. Zudem… Weiterlesen »

Sechs Wochen im Brunnen

Von Annette von Droste-Hülshoff
15. Februar 1843

… ich bin wirklich sechs Wochen lang wieder recht miserabel daran gewesen, habe mich halbtot gehustet, mitunter Fieber gehabt und sogar die Leute dahin erschreckt, dass sie einige Nächte bei mir gewacht haben. Unerwartet kam mir das freilich nicht, da ich wohl weiß, dass man einen kurzen Aufenthalt in besserem Klima immer schwer nachbezahlen muss, aber doch sehr unbequem. Jetzt ists um vieles besser, ich bin von Herzen wieder gesund, und der Husten läßt auch nach. Die Fatalität kam… Weiterlesen »