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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Jedenfalls sind wir sie los

Allein zu lesenVon der Bornstedt kann ich Dir eine lange Cantelaine erzählen, sie schreibt zuweilen ihrer letzten Hauswirtin, Madame Glaß, und vor 6—8 Wochen kamen lamentable Briefe, „sie sei in Luzern jetzt ebenso melancholisch wie in Münster, die Schweizer seien geldgierige Leute, und die Verwandten ihres Nikolaus türmten Hindernisse auf, er selbst aber halte fest in treuer Liebe“ – gleich darauf ein zweiter Brief – „Es sei ein Familienrat gehalten, und da man heraus gebracht, daß sie kein bestimmtes Einkommen besitze, werde wohl aus der Heurat nichts werden können, und sie nach Münster zurückkommen“ – Du kannst dir den allgemeinen Schrecken nicht denken! Es war wirklich lächerlich! Wo man nur einem Bekannten begegnete, da hieß es gleich „Um Gotteswillen! habenWeiterlesenJedenfalls sind wir sie los

Hätte ich nicht besser gesungen wie die Fennewitz, so wäre es mir übel gegangen

(…) Ich habe Mittwoch in Höxter im Konzert gesungen mit der Fennewitz. Du kannst nicht glauben, wie mir die Sache erschwert wurde. Zuerst bekomme ich den Brief mit der Bitte und den Noten zugleich am Sonntag davor. Die Zeit von drey Tagen war kurz genug zum Einstudiren, doch nahm ich es an. Den folgenden Abend spät (Montag) kömmt ein zweyter Bote, man hätte sich versehen, Madame Fennewitz hätte die andere Stimme einstudirt. Ich müßte also wechseln, obschon ich zum Einstudiren dieser anderen Stimme jetzt nur einen Tag mehr hatte; ich nahm es jedoch an und wurde auch ziemlich fertig. Mittwoch gegen Mittag kommen wir zu Höxter an. Madame Fennewitz ist schon da, und wir wollen anfangen zu probiren; da kömmtWeiterlesenHätte ich nicht besser gesungen wie die Fennewitz, so wäre es mir übel gegangen

Das Klübchen rezensiert sich untereinander

(…) Junkmann hat nicht für gut gefunden, Notiz von meinem Geschenke und Briefe zu nehmen, oder vielmehr zu geben; artig ist das nicht, aber mir recht lieb; J[unkmann] ist ein so seltsamer Mensch, daß man aus seinen Briefen eigentlich auf gar nichts schließen kann; oft meint man, sie ganz klar zu verstehn, und er behauptet hintennach grade das Gegenteil gemeint zu haben. Wie? weiß Gott und er allein. Ironisch? das will nicht immer passen. Ich denke hieroglyphisch. So will ich ihn nicht voreilig richten, aber bis ich ihn selbst gesehn und mich vielleicht eines Erfreulicheren überzeugt habe, bleiben er und sein Briefwechsel mir unheimlich. Schücking hat mir dagegen einen wirklich herzlichen Brief geschrieben; er konnte mir Geld und einen sehrWeiterlesenDas Klübchen rezensiert sich untereinander

Hier liest es keine Seele

(…) Du weißt, daß der Landtag alle Hände so voll gehabt hat, daß die Schulangelegenheiten gar nicht haben zur Sprache kommen können. Manche sagen, nicht mit Unrecht, sie hätten dafür einige Privatsachen, z.B. Jagdsachen et cet., hinter Weges lassen sollen. Es ist traurig daß so sehr viel Verstand und Geistesunabhängigkeit dazu gehört das Allgemeine aufzufassen, und die ehrlichsten Leute, die sich nicht mit Millionen bestechen ließen, doch ihr zerbrochenes Töpfchen immer für den Hauptschaden halten. – Gutsbesitzer – Kaufmann – Städter – Jeder stimmt für sein Interesse, so mache sie sich einander kaputt, und das Resultat ist, daß alle mit gleicher langer Nase anziehn… Perdu!: mein Lustspiel, worin höchstens einer Persönlichkeit (der Bornstedt) zu nahe getreten sein könnte, ist auchWeiterlesenHier liest es keine Seele

Geheime Briefe

(…) Ich gäbe viel darum, liebes Herz, wenn Sie grade dieses Mal echt offen und ausführlich geschrieben hätten, ganz wie zu Ihrem Mütterchen; denn ich sitze hier seit sechs Wochen mutterseelen allein, und weder Hahn noch Huhn kräht nach den Briefen, die ich bekomme, und mich verlanget so nach einem recht langen, warmen, lieben; aber das konnten Sie freylich nicht wissen, das erste nämlich. . (…) Daß Briefe an mich erbrochen würden, ist fortan gar keine Gefahr mehr vorhanden, selbst wenn ich grade abwesend sein sollte; aber ich wünsche dennoch dringend sie allein zu bekommen, um nicht genötigt zu sein sie vorzulesen, wo man dann, noch unvertraut mit dem Inhalte, beym Übergehen so leicht ungeschickt stockt, was allerlei Fatalitäten nachWeiterlesenGeheime Briefe

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