Schlagwort: Gedichtausgabe 1838

Mein Versuch, vor’s Publikum zu treten

Von Annette von Droste-Hülshoff
1. August 1838

Ich habe schon gesagt, dass mir Schlüter zuweilen schreibt. Er schickt mir dann die Druckbogen, wie sie nach und nach herauskommen, aber leider doch zu spät, um die Druckfehler zu verbessern, deren einige recht schlimme eingeschlichen sind. Einer der schlimmsten ist im ersten Gesange des St. Bernhard, wo es heißt: „Der Bruder nun in seiner Not – beginnt aufs neu das Kreuz zu reiben – als solle nicht ein Stäubchen bleiben.“ Es muss nämlich heißen „das Kleid zu reiben“. Nun lautet es… Weiterlesen »

Skrupel wegen einer Zeile

Von Annette von Droste-Hülshoff
19. Juli 1838

Mit der äußeren Ausstattung des St. Bernhard bin ich sehr zufrieden, sie ist in der Tat sehr anständig, einen einzigen Druckfehler habe ich gefunden, der aber den Sinn nicht entstellt und mir somit keinen Kummer macht. Er kömmt vor bei der Szene im Grabgewölbe: „So liegen Sie, und keine Träne Rann auf die bleiche Wange noch“, statt dessen steht „Kam auf die bleiche Wange noch“. Dies macht einigermaßen den Eindruck, als erwarte man, dass die Leichen weinen sollten, dahingegen das rann… Weiterlesen »

… ob Du etwas gegen die Herausgabe hast?

Von Annette von Droste-Hülshoff
9. Februar 1838

Ich habe jetzt ein neues Gedicht geschrieben, von der Größe wie das „Hospiz auf dem St. Bernhard“. Es heißt „die Schlacht im Loener Bruch“ und besingt die Schlacht bei Stadtlon, wo Christian von Braunschweig die Jacke voll kriegt. Man findet es besser als meine übrigen Schreibereien, und ich habe einen sehr artigen Brief von Hüffer bekommen, der um den Verlag bittet, ich habe ihm denselben auch zugesagt, falls ich es herausgebe. Ich schrieb dies an Adele Schopenhauer und bekam gleich… Weiterlesen »

Streit mit dem Verleger

Von Annette von Droste-Hülshoff
18. März 1837

Mein „St. Bernhard“ hat seltsame Schicksale! Sie wissen, dass ich von Eppishausen aus den Kölner Verleger gebeten hatte, mit der Herausgabe zu zögern, bis ich nach Bonn komme, weil ich noch einiges verändern wolle. In Bonn angekommen, finde ich denjenigen Professor, der sich mit der Besorgung der Sache beladen hatte, gänzlich zerfallen mit dem Verleger, der bis dahin auch der seinige gewesen war. Die guten Leute schrieben sich die furchtbarsten Injurien und werden wohl kaum auf dem Wege… Weiterlesen »