Ich habe mich durch die Billigkeit des Preises verleiten lassen, das am Wege “zum Frieden” liegende Fürstenhäuschen mit allen dazu gehörigen Reben zu kaufen – allerdings wohlfeil, aber doch um weit mehr als einen jährlichen Betrag meiner Leibrente, weshalb ich eine Anleihe bei meinem Bruder machen musste. Dafür habe ich nun freilich bei allen denkbaren Wechselfällen ein niedliches Asyl von fünf Zimmern, einer Küche, Keller, Bodenraum, und zwar in der Luft, die mir allein zusagt und endlich wohl meine heimische werden muss, – dabei in guten Jahren einen Weinertrag von etwa vierzig Ohm.

Die Vorteile des Kaufs kommen erst später, die Reben sind schlecht gehalten – zuerst alles gute Sorten gewesen, aber die ausgegangenen durch ganz gemeine ersetzt, so muss ich sowohl an Verbesserung des Bodens als junge edlere Stöcke noch vieles verwenden, auch im Hause einiges reparieren lassen, und darf mich freuen, wenn in den ersten Jahren der Ertrag die Ausgaben deckt und ich nicht zuschießen muss. Am härtesten ist es mir, so viele reichlich tragende Stöcke ausroden und durch solche ersetzen zu lassen, die mir noch Jahre lang nichts einbringen, aber es muss sein!

Die schlechten Trauben zwischen den guten verderben den ganzen Wein, der sonst der Lage nach zu den besten hiesigen gehören könnte. Das sind Schattenseiten! Dennoch bin ich überglücklich, und die Aussicht auf mein künftiges kleines Tusculum macht mir alles leicht!

Meersburg, 14. Dezember 1843

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