Schlagwort: Werner von Droste

Die Folgen einer Verwechslung

Von Annette von Droste-Hülshoff
7. Februar 1846

Wir haben binnen wenigen Monaten viel Angst ausgestanden, doch ist gottlob nur ein Schlag niedergefallen: wir haben den guten Onkel Fritz Haxthausen verloren, ein recht betrübender Verlust, jedoch einer, wie viele im Leben vorkommen und womit man sich abfinden muss. Aber dass Mama und ich, seine einzigen Pfleger – denn er war zuletzt hier in Münster – zwei Monate voraus wussten, er sterbe an Magenkrebs und werde wahrscheinlich zuletzt verhungern, das war sehr hart und überstieg zuweilen,… Weiterlesen »

Ich werde gewiss nichts mehr einsenden

Von Annette von Droste-Hülshoff
25. November 1845

Meinen herzlichsten Dank, liebster Bruder, für das hübsche Siegel, es war mir sehr erwünscht, eigentlich gradezu notwendig, und macht mir deshalb viel Freude. Ebenso herzlich danke ich Dir für deine Warnung hinsichtlich des Feuilletons. Ich bin ganz deiner Ansicht und werde gewiss nichts mehr einsenden, doch möchte ich gern ein eklatanten Bruch vermeiden, sowohl, um mir nicht mutwillig Feinde zu machen und ein paar Dutzend sehr scharfer satirischer Federn auf den Hals zu ziehen, die gewiss… Weiterlesen »

Werner, vom Pech verfolgt

Von Annette von Droste-Hülshoff
24. April 1845

Werner ist vor vierzehn Tagen mit dem Wagen zweimal über und über gekehrt worden, auf dem Wege von Münster nach Hülshoff, hat aber, gottlob, nichts gekriegt. Es war grade am Auftauen, drei Pferde nebeneinander gespannt, zwei an der Deichsel, das dritte daneben – da schlägt der Wagen an der einen Seite in ein Eisloch und total um. Kutscher und Jäger springen glücklich herunter, der Letztere nur halb glücklich, nämlich bis unter die Arme in einer „schalluhen Schlaut“ neben dem Fahrwege…. Weiterlesen »

Werner fängt Ökonomie an!

Von Annette von Droste-Hülshoff
5. September 1837

Ich sitze hier seit vierzehn Tagen ganz, ganz still, dass man es ja in Münster nicht merkt; denn nur unter dieser Bedingung hat Mama mir erlaubt, hierzubleiben. Sie fürchtete sonst Unkosten und Klatscherei; ich weiß nicht, was am meisten. So meint jedermann, ich sei wenigstens für gewöhnlich in Hülshoff, wo ich es aber, die Wahrheit zu sagen, nur wenige Tage aushalten konnte. Der Lärm, nein, ich sage zu wenig: das Geheul, das Gebrüll der Kinder könnte den stärksten Menschen verrückt… Weiterlesen »