Kategorie: Briefe an Ludowine von Haxthausen



aus: 1839, Briefe an Ludowine von Haxthausen, Briefe an Sophie von Haxthausen, Rüschhaus

Von Jenny hat Mama gestern einen Brief. Sie hat einen Umschlag gehalten und ist sehr traurig darüber, übrigens aber schon fast hergestellt. Das Kind hat noch nicht gelebt und ist erst von vier Monaten gewesen, so sehr hat sie sich in der Zeit verrechnet. Sie schreibt, es ginge ihr näher als wir wohl dächten; ich kann es mir aber wohl denken und wollte, wir wären jetzt bei ihr.

Rüschhaus, 7. November 1839

aus: 1820, Briefe an Ludowine von Haxthausen, Wehrden

Ich habe Mittwoch in Höxter im Konzert gesungen mit der Fennewitz. Du kannst nicht glauben, wie mir die Sache erschwert wurde. Zuerst bekomme ich den Brief mit der Bitte und den Noten zugleich am Sonntag davor. Die Zeit von drei Tagen war kurz genug zum Einstudieren, doch nahm ich es an. Den folgenden Abend spät (Montag) kömmt ein zweiter Bote, man hätte sich versehen, Madame Fennewitz hätte die andere Stimme einstudiert. Ich musste also wechseln, obschon ich zum Einstudieren dieser anderen Stimme jetzt nur einen Tag mehr hatte; ich nahm es jedoch an und wurde auch ziemlich fertig. Mittwoch gegen Mittag kommen wir zu Höxter an. Madame Fennewitz ist schon da, und wir wollen anfangen zu probieren; da kömmt es heraus, dass die Fennewitz, wie sie das Duett in Münster gelernt hat, einige Stellen geändert hat, weil sie ihr zu schwer waren; danach musste ich jetzt hintenach meine Stimme auch ändern; und endlich, wie das Konzert bald angehn soll, erklärt Herr Becker, der uns begleiten wollte, dass er es nicht könne und ich also selbst das Klavier dazu spielen müsse.

Ich wollte mich durchaus nicht dazu verstehn, weil ich bei meiner kurzen Zeit absichtlich alle Zwischenspiele auf dem Klavier überschlagen hatte. Wie sich dieser H[err] Becker aber ans Klavier setzte (in der Probe), machte er seine Sachen so schlecht, dass ich mich nur freute, dass ich es übernehmen konnte. Alle diese Fatalitäten zusammen machten mir aber eine solche Angst, dass ich, wie wir auftreten sollten, einen Krampf in der Brust kriegte, und hätte ich nicht überhaupt besser gesungen wie die Fennewitz, so wäre es mir übel gegangen; nun aber ging es gut und wir wurden sehr beklatscht.

Wehrden, Januar 1820

aus: 1813, Briefe an Ludowine von Haxthausen, Paderborn

Dem guten August danke ich herzlich für das schöne Gedicht. Grimm sage, es täte mir herzlich leid, dass er seine Namensveränderung oder Verdrehung so übel genommen hätte, und da es ihm so sehr missfiele, so wollte ich ihn in Zukunft nicht mehr Unwill, sondern Unmut nennen. Übrigens werde ich die Märchen mit größter Freude sammeln, um ihn zu versöhnen…

Paderborn, 27. Juli 1813