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Herr Mertens – mal nicht ganz so übel gelaunt wie sonst

(…) Mit Arno habe ich nicht geschrieben, weil ich gerade nach Plittersdorf geholt wurde, wo ich die Mertens sehr leidend antraf, es waren aber nur Krämpfe, und so konnte ich nach drei Tagen wieder hieher gehen. Sie brachte mich sogar selbst zurück, obgleich sie in den Tagen, die ich bey ihr war, mehrere Male vor Schmerzen ohnmächtig wurde; sie ist übrigens im ganzen ziemlich gesund jetzt; dies war nur so ein einzelner Anfall, sonst kann sie gewaltig viel vertragen und ist so gut zu… Weiterlesen »

Aufgetakelt in Bonn

Wenn du denkst, meine liebste Mama, ich dächte nicht an Euch, oder hätte kein Verlangen von Euch zu hören, weil ich so lange nicht geschrieben habe, so tust du mir aber erbärmlich Unrecht, — ich denke immer an Rüschhaus und Hülshoff, und dich und Jenny, — und ich bin in der größten Unruhe, daß ich nichts von Euch höre, — weder von Euch noch den Bökendorfern, – weder Onkel Moritz noch ich. — Schreibt mir doch, ich bitte inständigst, sobald als möglich; Ich selbst habe… Weiterlesen »

Heiserkeit, Kopfweh, Todesgedanken

Seit gestern, lieber Vetter, haben sich einige Symptome bey mir eingestellt, die vielleicht bey Bestimmung der passenden Arznei Einfluss haben könnten. Ich bin nämlich, nachdem ich, wie Sie wissen, schon einige Tage Husten gehabt, gestern Abend so heiser geworden, daß ich eine Stimme habe wie der beste Bassist, — auch ein schwindelndes übelndes Kopfweh hatte ich gestern Abend, Jucken auf der Herzgrube — Brennen der Hände und einen starken Anflug von Niedergeschlagenheit und… Weiterlesen »

Bönninghausen wird Apotheken und Ärzten gefährlich

Wenn Du mich für einen schändlichen Windbeutel und Faulenzer hältst, meine alte Sophie, so tust Du mir aber dieses Mal denn doch Unrecht, obgleich ich durch meine frühren Schreibsünden allen möglichen Argwohn verdient habe und also über nichts klagen darf. Aber dieses Mal müssen doch die Wäscherin und Bönninghausen die Schuld tragen — die Erstere hat den Schal erst gestern geschickt, und Doktor Büninghusen ist fortwährend verreist gewesen, und ich habe ihn erst vorgestern auf… Weiterlesen »

Es wird bald Zeit sein, unsre Koffer wegzuschicken

(…) Die Tante von Bonn und Marie sind noch hier, wollen aber in acht Tagen abreisen, — Tony hat ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht, — sie wollte mitreisen, und Mama, da sie klagte wie ein Bettler an der Straße, die Reise für sie bezahlen, — Tony ging indessen vorläufig auf einige Tage nach Loburg zu Beverförden, wo auch Tante Engel und, wahrscheinlich, mehrere der jungen Herrn waren, — aus den Tagen wurden Wochen, wir hörten und sahen nichts von ihr, —… Weiterlesen »

Ich wäre ein wenig independent …

(…) Ich kann mich unmöglich so schnell entschließen, als von mir verlangt wird. Wenn es nicht so lange Zeit hat, bis ich wieder in Rüschhaus bin und ein wenig mit Euch überlegt habe, so lasst es lieber ganz beruhen, denn auf keinen Fall ist mir viel daran gelegen mitzugehn, aber es könnte mir wohl, bey näherer Überlegung, sehr zuwider sein. Gegen Mannheim habe ich, an und für sich, einen Widerwillen. Die guten Seiten dieses Aufenthalts reizen mich nicht. Von der schönen Gegend kann… Weiterlesen »

Wenn Sie dem armen Mädchen etwas geben wollen

Simptome der Trudchen Heegemann Kammerjungfer zu Rüschhaus Zuweilen etwas Kopfschmerz, recht mitten vor der Stirn / — Klingeln in den Ohren, abwechselnd bald im Rechten bald im Linken / fast gänzliche Geschmacklosigkeit / — Appetitlosigkeit / — zuweilen Gähhunger, der nach einem Bissen Brote sich legt / — Hitze im Gesichte sonderlich an der linken Seite — / zuweilen verstopfte Nase / häufiges Jucken der Nase / heftiges Jucken mitten auf dem Kopfe / leichtes Verheben… Weiterlesen »