Kategorie: 1830

Mertens – mal nicht ganz so übel gelaunt wie sonst

Von Annette von Droste-Hülshoff
14. Oktober 1830

Mit Arno habe ich nicht geschrieben, weil ich gerade nach Plittersdorf geholt wurde, wo ich die Mertens sehr leidend antraf, es waren aber nur Krämpfe, und so konnte ich nach drei Tagen wieder hieher gehen. Sie brachte mich sogar selbst zurück, obgleich sie in den Tagen, die ich bei ihr war, mehrere Male vor Schmerzen ohnmächtig wurde; sie ist übrigens im ganzen ziemlich gesund jetzt; dies war nur so ein einzelner Anfall, sonst kann sie gewaltig viel vertragen und ist so gut zu Fuße, dass… Weiterlesen »

Aufgetakelt in Bonn

Von Annette von Droste-Hülshoff
14. Oktober 1830

Ich habe mich bei einem Friseur abonniert, und so würdest Du das Vergnügen haben, mich immer à la derniere mode aufgetakelt zu sehn. Das ist nun schon gut, bequem und auch gar nicht teuer, aber wie man mir zusetzt Kleider zu kaufen, das kannst Du Dir gar nicht denken. Es macht mich höchst unglücklich. Einen Hut habe ich schon kaufen müssen, und heute soll ich wahrhaftig wohl an mein Merinos-Kleid dran müssen. Mehr will ich aber nichts tun, obgleich man mich mit Vorschlägen beinahe tot… Weiterlesen »

Bönninghausen wird Apotheken und Ärzten gefährlich

Von Annette von Droste-Hülshoff
7. Juli 1830

Wenn Du mich für einen schändlichen Windbeutel und Faulenzer hältst, meine alte Sophie, so tust Du mir aber dieses Mal denn doch Unrecht, obgleich ich durch meine frühren Schreibsünden allen möglichen Argwohn verdient habe und also über nichts klagen darf. Aber dieses Mal müssen doch die Wäscherin und Bönninghausen die Schuld tragen — die Erstere hat den Schal erst gestern geschickt, und Doktor Büninghusen ist fortwährend verreist gewesen, und ich habe ihn erst vorgestern auf… Weiterlesen »

Ich wäre ein wenig independent …

Von Annette von Droste-Hülshoff
26. März 1830

Ich kann mich unmöglich so schnell entschließen, als von mir verlangt wird. Wenn es nicht so lange Zeit hat, bis ich wieder in Rüschhaus bin und ein wenig mit Euch überlegt habe, so lasst es lieber ganz beruhen, denn auf keinen Fall ist mir viel daran gelegen mitzugehn, aber es könnte mir wohl, bei näherer Überlegung, sehr zuwider sein. Gegen Mannheim habe ich, an und für sich, einen Widerwillen. Die guten Seiten dieses Aufenthalts reizen mich nicht. Von der schönen Gegen kann ich im… Weiterlesen »