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Freut’s meinen Jungen nicht?

(…) Sie sehn wohl schon aus meinen Federzügen, lieb Kind, daß ich wenigstens teilweise hergestellt bin; der Aufenthalt in Münster hat mir sehr wohl getan, was ein halbes Wunder ist, unter den täglichen Erschütterungen, die ich am Sterbelager und Sarge des guten Täntchens mit Elisen teilte. Ich tat mir über Macht Gewalt an und dachte, der hinkende Bote würde nachkommen; statt dessen hat diese Widersetzlichkeit gegen mein Nervenübel es gleichsam in Konfusion gebracht, die so übel behandelten Anfälle sind es müde geworden, wieder zu kommen, und jetzt bin ich wohl noch schwach, schändlich reizbar, aber doch nicht eigentlich krank mehr.

Freut’s meinen Jungen nicht? Es ist mir ordentlich ein Fest, es ihm zu schreiben, da ich weiß, wie mir zumute wäre, wenn ich ihn so elend wüßte. Lieber Levin, ich wollte, Sie hätten mein Krankenlager gesehn und jetzt meine rasche Genesung, um sich über Ihr eignes Befinden aller Apprehensionen[1]Apprehension: geistiges Erfassen einer Wahrnehmung zu entschlagen. (…)

References
1 Apprehension: geistiges Erfassen einer Wahrnehmung
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