Ich habe an Mama und Werner geschrieben, und so sollst Du, alter lieber Hans, auch nicht so ganz leer ausgehn. Wenn mir auch nur noch Zeit für ein paar Zeilen bleibt; manches, was eigentlich für Dich gehört, z. B. über Blumen, die ich gern für die Mertens hätte, steht schon in dem langen Briefe an Mama …

Übrigens habe ich hier schöne Sachen geschenkt bekommen; habe deshalb auch manches zurückschenken müssen, was meinem Geldbeutel nicht besonders gut bekommen ist. Es geht hier wie in Münster, alle Leute schenken mir etwas. Vorgestern hat mir ein geistlicher Herr eine Vase von Amethyst geschenkt - ist das nicht schön? Aber es ist kein klarer Amethyst, und die Vase ist überhaupt nicht schön von Form, es ist aber doch immer was Merkwürdiges. Auch Muscheln habe ich, aber keine ganz besonderen, und manche hübschen Mineralien und viel schöne Münzen; und die Mertens hat mir zu Weihnachten einen schönen Kasten mit Einsätzen geschenkt, voll geschliffner Steine!

Du kriegst auch was von mir! Ich habe in eine Gemäldelotterie gesetzt - entweder gewinne ich ein Gemälde oder, wenn ich eine Niete ziehe, so bekomme ich, in Steindruck, die Umrisse von allen den Gemälden, die verlost sind - also auf jeden Fall etwas, und das ist vor Dir. Ich hoffe, auch noch irgendwas für Mama zu erwischen, und für Werner und Line.

Du kannst nicht denken, wie mich oft nach Euch verlangt, und doch kann ich jetzt nicht fort, bis die Mertens einigermaßen hergestellt ist. Du kannst nicht denken, wie verlassen die arme Frau in ihrer Krankheit ist. Ich will nichts Übles von Herrn Mertens sagen - “ich sage man nix, als en Ochs und en Esel in eine Person, und en Elefant dazu”.

Bonn, 20. März 1831

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