1831 11.März

Denk Dir Mama, mit Deinem letzten Briefe zugleich bekam ich einen von Johannes, der mir vorschlug, mit ihm auf dem Dampfboot bis Wesel, und dann mit einem Hauderer weiter zu Euch zu kehren — ich kriegte in dem Augenblick ein solches Verlangen nach Haus, dass ich es beinahe getan hätte, so wenig schicklich es mir auch selber vorkam, aber die armselige Mertens hatte kaum ein Wort davon gehört, als sie so erbärmlich anfing zu weinen, dass ich per compagnie mit daran kam und ihr versprach nicht eher zu gehn, bis sie sich wenigstens einigermaßen erholt hätte. Das kann nun noch immerhin einige Wochen dauern. Das arme Tier!

Ich wollte, sie könnte mich nachher begleiten und ein paar Wochen bei Werner und Line mit mir zubringen; ich weiß gewiss, sie würde sehr bald wieder besser, wenn sie nur ein paar Wochen aus dem weitläufigen Haushalt weg wäre — sollte das nicht möglich sein, dass sie herüber käme? Wenn ich wüsste, dass Werner nichts dagegen hätte, dann schlüg‘ ich es dem armen Tier mal vor …

Plittersdorf, 11. März 1831

Mehr zum Adressaten: Therese von Droste