Kategorie: Anton M. Sprickmann

„Hübsche Sächelchen“? Das ist zu arg!

Von Annette von Droste-Hülshoff
8. Februar 1819

Nun bitte ich Sie noch einmal recht von Herzen, lieber Sprickmann, schreiben Sie mir doch recht deutlich und aufrichtig über das kleine Werk, nicht allein über offenbare Fehler, sondern was Ihnen nur immer unbehaglich daran auffällt und noch verbesserungswert scheint. Ich habe zwar schon soviel darüber reden hören, und jeder klug sein Wollende sitzt zu Gericht (denn meine Mutter, die das erste Exemplar bekommen hat, wie Sie aus der Zueignung sehen, liest es zuweilen zu meinem großen… Weiterlesen »

Diagnose: Fernweh

Von Annette von Droste-Hülshoff
8. Februar 1819

O mein Sprickmann, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, um Ihnen nicht lächerlich zu erscheinen, denn lächerlich ist das, was ich Ihnen sagen will, wirklich, darüber kann ich mich selber nicht täuschen. Ich muss mich einer dummen und seltsamen Schwäche vor Ihnen anklagen, die mir wirklich manche Stunde verbittert; aber lachen Sie nicht, ich bitte Sie noch einmal, mein Plagedämon hat einen romantischen und geckenhaften Namen, er heißt „Sehnsucht in die Ferne“; nein, nein, Sprickmann,… Weiterlesen »

Ausgedroschener Stoff

Von Annette von Droste-Hülshoff
8. Februar 1819

Was mein damals angefangenes Trauerspiel anbelangt, so habe ich es noch fortgesetzt bis zum dritten Akt, dann blieb es liegen, und jetzt wird es auch wohl ferner liegen bleiben. Es enthält zwar mitunter ganz gute Stellen, aber der Stoff ist übel gewählt, hätte ich es in damaliger Zeit fertig gemacht, wo ich dieses noch nicht einsah, sondern mir im Gegenteil diese Idee sehr lieb und begeisternd war, so war es wohl so übel nicht geworden, aber es ist ein entsetzlicher Gedanke einen Stoff zu… Weiterlesen »

Sprechen Sie Klartext, Sprickmann!

Von Annette von Droste-Hülshoff
27. Oktober 1818

… ich habe in diesem Jahre ein Gedicht in sechs Gesängen geschrieben, dem eine nicht zu wohl ausgesonnene Rittergeschichte zum Grunde liegt, das mir aber in der Ausführung ziemlich gelungen scheint. Dies wollt ich Ihnen nun schicken, sobald es fertig wär, konnte aber nicht so bald damit zu Stande kommen, weil ich im vorigen Jahre sehr an einem Kopfschmerz gelitten habe, der äußerst nachteilig auf die Augen wirkte; und habe ich mich hiebei, wie die Ärzte behaupten, sehr vor Rückfällen… Weiterlesen »