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Die Klatscherei der Bornstedt

(…) Sie werden von Elisen einen Brief erhalten haben, worin sie ihre Briefe und Portrait, so wie auch beides von mir, zurück wünscht. Sie können sich auf mein Wort verlassen, daß diesem Wunsch Elisens keine Bitterkeit zum Grunde liegt, sondern nur eine natürliche Furcht vor dem Schwerte des Damokles, das ihr durch die Klatscherei der Bornstedt erst recht sichtbar geworden ist.

Daß diese Klatscherei, die übrigens nur wenigen bekannt war, fast in der Geburt erstickt ist, haben wir teils Schlüters zu verdanken, teils dem Umstande, daß die Bornstedt mich ganz auf dieselbe Weise angegriffen und dadurch ihrem boshaften Plane zwei Köpfe gegeben hat, die sich einander auffraßen.

Ich habe übrigens Elisens Wunsch nicht angeregt, aber ihr allerdings Recht gegeben: Beides ist besser bey ihr aufgehoben. Dazu kömmt der fatale Umstand, daß jedermann das Bild kennt; Rüdiger glaubt, es sei in Minden, ihre Eltern, es sei in Münster, und so muß sie sich damit durchlügen, was auf die Dauer gar nicht geht, sobald die beiden Parteien zusammen kommen; es liegt also alles daran, daß sie es gelegentlich vorzeigen kann, während es doch Dein Eigenthum bleibt. …

Da kömmt soeben Hermann mit Elisens Antwort. Das ist schlimm. Sie will, daß ich nichts von Zurückgabe ihres Bildes schreibe – ein Zeichen, daß sie also auch nichts davon geschrieben – sondern bloß von den Briefen, und ich kann doch mein langes Sendschreiben deshalb nicht zerreißen; tue also, als wüßtest Du nichts davon. Nach meiner Meinung ist das Bild zwar geeignet, nicht den größten, aber wohl den nächsten Verdruß herbeyzuführen; indessen – wie sie will! (…)