Mehr über Annette von Droste-Hülshoff (hier auf einem Gemälde von Sprick)

Sie möchten Annette von Droste-Hülshoff kennenlernen? Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin, erfahren Sie mehr über ihren Alltag, ihre Arbeit, ihr Privatleben und den Briefverkehr zu ihrer Zeit. Lernen Sie ihre Wohnorte kennen, verfolgen Sie ihre Korrespondenz mit Zeitgenossen, und gehen Sie mit Annette von Droste-Hülshoff auf Reisen.

300 Briefauszüge der Dichterin sind hier verfügbar, kategorisiert und verschlagwortet. Auch alle Kommentare sind authentisch und stammen von Zeitgenossen.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


An: Anton M. Sprickmann, aus: Hülshoff
1814 20.Dezember

An meinem Trauerspiele habe ich bis vor zwei Wochen noch immer fortgeschrieben und werde auch jetzt wieder dabei anfangen; es geht etwas langsam, aber doch hoffe ich, es gegen den Frühling fertig zu bekommen. Ich wollte, es stände sogleich auf dem Papiere, wie ich es denke, denn hell und glänzend steht es vor mir in seinem ganzen Leben, und oft fallen mir die Strophen in großer Menge bei; aber bis ich sie alle geordnet und aufgeschrieben habe, ist ein großer Teil meiner Begeisterung verraucht, und das Aufschreiben ist bei weitem das mühsamste bei der Sache. Doch kömmt es mir vor, als ob sich meine Schreibart besserte, dies sagen mir auch alle, denen ich es auf Verlangen meiner Mutter vorlas; aber ich fürchte immer, dass diese… Weiterlesen »

Unter der Feder: "Bertha"
Hintergrund: Anton Matthias Sprickmann, Freund und Förderer aus Münster, ist 1814 nach Breslau gezogen. Vor seinem Weggang hat er Annettes Arbeit an ihrem Trauerspiel "Bertha" literarisch betreut.
An: Sibylle Mertens, aus: Rüschhaus
1843 24.Mai

Du wirst aus meinem langen Schweigen schon geschlossen haben, lieb Herz, dass es mit der Besserung sehr langsam zugegangen ist. Warum ich Dir nicht durch andre habe Nachricht geben lassen? Weil ich gern zu Dir wollte, lieb Kind, und dachte: „Habe ich erst durch eine fremde Hand aufschreiben lassen, so ist’s rein aus damit.“ Du weißt, wie es mit diesen Nervenübeln geht, zuweilen so gute Tage, dass man denkt: „Noch eine Woche crescendo, und ich kann Wind und Wetter ein Schnippchen schlagen“, und dann ist mit einem Male wieder alles nichts! Du begreifst, dass unter diesen Umständen, bei meiner großen Schwäche, die Meinigen (denen sonst, auf Ehre! die Sache ganz recht gewesen wäre) mich nicht fortlassen wollten, da mir ohnedies noch die… Weiterlesen »

Hintergrund: Im März 1843 hat sich die Droste aufgerafft und Sibylle Mertens nach langem Schweigen geschrieben, "wie elend ich sei, daß ich deshalb nicht geschrieben et cet." Die Bonner Freundin, einst selbst in schwerer Krankheit von Annette gepflegt, entschließt sich daraufhin - allen vorangegangenen Verstimmungen zum Trotz - zu einem Spontanbesuch. Vom 28. März bis 30. April 1843 hält sie sich in Münster auf, besucht Annette täglich im Rüschhaus.
Offenbar haben die beiden Freundinnen einen Gegenbesuch der Droste verabredet, den diese aus mit Hinweis auf bevorstehende Verwandtschaftsbesuche in Abbenburg und Meersburg absagt. Sibylle Mertens zieht etwa im August 1843 nach Italien, wo sie drei Jahre - bis Juli 1846 - bleiben wird.
An: Christoph B. Schlüter, aus: Rüschhaus
1841 19.September

Nun hat mein bekannter Äquinoktalhusten, an dem ich leider einige Wochen sehr gelitten, und den meine Schwester noch nicht miterlebt hatte, diese so arg geängstigt, und sie hat der guten Mama einen so argen Floh darüber ins Ohr gesetzt, dass eine Luftveränderung als durchaus nötig für mich erklärt worden ist. Kurz, es ist mal so! Ich reise mit. Und bemühe mich, der Sache die angenehmste Seite abzugewinnen, da mir doch mal die Qual der Wahl nicht geworden ist. Auch soll der Aufenthalt in Meersburg um vieles angenehmer sein als der in Eppishausen, schon des einträchtigen, friedlichen Wohnens unter Glaubensgenossen und im Schutze geordneter Gesetze wegen, was man dort so drückend vermißte, und dann ist diesseits des Sees „das… Weiterlesen »

Hintergrund: Schwester Jenny ist im August 1841 mit ihren beiden Töchtern ins Rüschhaus gekommen, um Annette zu einer Reise nach Meersburg abzuholen. Beide organisieren ohne Wissen der Mutter einen gleichzeitigen Aufenthalt Schückings auf der Meersburg - er soll dort als Bibliothekar für Laßberg arbeiten. Am 21. September verlassen die Schwestern Rüschhaus, reisen über Köln, Bonn, Koblenz, Mainz und Mannheim nach Meersburg, wo sie am 30. September eintreffen.
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