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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

1000 Schritte von meinem Kanapee

Mein lieb Herz! Jetzt müssen Sie doch wohl wieder zu Hause seyn. Ich bin richtig hier geblieben, im strengsten Inkognito, was auch höchst nöthig war, denn ich bin schändlich krank geworden. Vorher hatte ich nicht Zeit dazu, aber jetzt habe ich ein ganzes Jahr voll Kummer, Sorge und Aerger nachzahlen müssen. Zudem war mein Homöopath verreißt, ist erst vor einigen Tagen rückgekehrt, und ich habe mich solange allein durchgebissen – ganz heimlich, besonders vor den Hülshofern, um den Clövekorns, Wörlitzens et cet. zu entgehn. Schade, daß der Bönninghausen eine Frau hat, er würde mich sonst gewiß nehmen, wenn nur ein Funken Dankbarkeit und Edelmuth in ihm ist. Jetzt aber wird Niemand nehmen und hat genommen als ich – nämlich vorgesternWeiterlesen1000 Schritte von meinem Kanapee

„Nenn sie Hexe und Kokette, aber niemals kleine Nette!“

Was kommen Sie mir denn mit meiner steinalten, seit 25 Jahren begrabenen Koketterie? Ich habe Ihnen ja schon früher erzählt, wie wir sämtlichen Cousinen haxthausischer Branche durch die bittere Not gezwungen wurden, uns um den Beifall der Löwen zu bemühn, die die Onkels von Zeit zu Zeit mitbrachten, um ihr Urteil danach zu regulieren, wo wir dann nachher einen Himmel oder eine Hölle im Hause hatten, nachdem diese uns hoch oder niedrig gestellt. Glauben Sie mir, wir waren arme Tiere, die ums liebe Leben kämpften, und namentlich Wilhelm Grimm hat mir durch sein Mißfallen jahrelang den bittersten Hohn und jede Art von Zurücksetzung bereitet, so daß ich mir tausendmal den Tod gewünscht habe. Ich war damals sehr jung, sehr trotzigWeiterlesen„Nenn sie Hexe und Kokette, aber niemals kleine Nette!“

Wir haben unser Korn glücklich eingekriegt

(…) Ja, alte Mama, mir geht es nicht besser, ich mag nur nicht davon sprechen, weil es mir dann zu arg wird. Du weißt selbst, wenn ich auch zuweilen nichtsnützig bin, wenn Du da bist, so kann ich doch gar nicht ohne Dich sein. Ich setze mich drüber weg, so gut es geht, da es nun doch mal nicht anders ist, und denke jeden Sonntag: „Nun bin ich wieder eine Woche näher am Mai, aber es wird mir oft recht schwer. Deine Blumen besorge ich gut und will sie nachher Mariechen auf die Seele binden. Wir haben unser Korn alle glücklich eingekriegt und auch den Weizen noch vor der Regenzeit in die Erde, sonst sind hier viele Leute, die damitWeiterlesenWir haben unser Korn glücklich eingekriegt

Ein See von Träumen

(…) Ich brüte jetzt über einem Stoff zur dritten Erzählung für unser Buch, um doch ans Werk zu kommen, bis ich der nötigen Notizen über Belgien für die zweite (als erste soll ja die „Judenbuche“ gelten) habhaft geworden bin, und dichte zwischendurch etwas für den Cölner Schlingel, falls er auf unseren Vorschlag eingehen sollte – Gott gebe es, obwohl mir die Novelle passender für ein Taschenbuch scheint, da es mitunter schwer sein möchte, sie in die nötigen Abschnitte zu teilen, deren jeder doch seinen bedeutenden Fortschritt der Geschichte und spannende Punkte enthalten müßte. Ich glaube, wenn es mit dem Cölner nicht geht, könnte man es noch immer mit einem Taschenbuch (z. B. der Cornelia, wenn die noch existiert) versuchen. …WeiterlesenEin See von Träumen

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