Schlagwort: Morgenblatt

Im Auftrag

Von Annette von Droste-Hülshoff
15. September 1844

Meine Schwester, die Ihnen selbst schreiben wollte, aber sich seit einigen Tagen durch Einfluß des Äquinoktiums zu unwohl dazu befindet, läßt sie bitten, ihr doch zu sagen, was es für eine Bewandtnis mit den zehn oder zwölf Gedichten hat, die Sie Ihnen für das „Morgenblatt“ mitgegeben, da jetzt, nach drei Monaten, noch nicht ein einziges davon erschienen ist. Sie glaubt daraus schließen zu müssen, dass Cotta ihnen entweder die Aufnahme verweigert hat oder Sie aus irgendeinem… Weiterlesen »

Die Launen des Publikums

Von Annette von Droste-Hülshoff
2. August 1844

Mit meinem literarischen Treiben geht es gut, Cotta hat mir, da ich seit einem Jahre nichts mehr an „Morgenblatt“ geschickt hatte, einen überhöflichen bittenden Brief geschrieben und ein Prachtexemplar der „Nibelungen“, Folio mit Holzschnitten, geschenkt. Hierauf habe ich ihm den Verlag eines Bandes neuer Gedichte, dem auch die ältern zum Teil einverleibt sind, angeboten. Als Antwort hat er mir erst weitläufig auseinandergesetzt, wie wenig oder nichts er andern, selbst Uhlanden oder… Weiterlesen »

Unter die Nase gerieben

Von Annette von Droste-Hülshoff
20. Juni 1844

Wir werden jetzt, da wir allein reisen, vor der Mitte nächsten Monats nicht fortgehn. Gott gebe, dass wir jetzt nur nicht durchs Paderbörnische müssen, zu einer Rundtour bei allen Verwandten! Das würde bis zum Herbst hinhalten und ist ein fatales Hängen zwischen Himmel und Erde – überall in den allerengsten Beschlag genommen und doch nirgends heimisch und bequem, ein Reisesack die stehende Equipage und keine Minute für sich zum Arbeiten oder Ruhen … Lieber Levin, ich besuche jetzt… Weiterlesen »

Die Zyklen des Geschmacks

Von Annette von Droste-Hülshoff
20. Juni 1844

Ihre Erzählung im „Morgenblatte“ habe ich gelesen, von so weit an es mir möglich war; die Blätter liegen nämlich nur bis zum Schluß des Monats im Museum vor, wo sie dann geheftet werden und fortan nur im Lesezirkel zu erhalten sind, in dem die schlechte Gewohnheit herrscht, dass man die neuesten Hefte, statt sie wieder einzuliefern, einander leiht, so dass sie oft Monate lang nicht zu haben sind: so stehn Ihre ersten Nummern im Maiheft, und ich habe sie noch nicht erwischen können. Doch… Weiterlesen »