Bitte, liebe Jenny, besorge doch, dass alles an den rechten Mann kömmt, und schicke mir doch die Berechnung, was Du im Weinberge und für den Garten für mich ausgelegt und durch den Verkauf des Weins noch nicht gedeckt ist, damit ich es das nächste Mal deiner Pension beilege, denn leider kann ich Dir mit Mama kein Geld schicken, da ich den armen Werner, dem es schon so schwer wird, die nötige Summe für Mama aufzubringen, mich jetzt unmöglich entschließen kann zu mahnen. Wäre ich mitgereist, dann wär’ es ein anderes, dann hätte er mir natürlich Geld geben müssen. Sollte Dir übrigens Mama das Geld vorschießen und du es ihr im Herbste aus dem Ertrage des Weines wieder abzahlen können, so wäre mir das für dieses mal wohl lieb.

Ich habe diese zwei Jahre sehr schwere Ausgaben gehabt. Hüffer hatte Wernern nämlich, als er ihn fragte, ob die erste Auflage meiner Gedichte bald vergriffen sei, dies nur aus Höflichkeit bejaht, ohne zu ahnden, dass ich eine zweite veranstalten wollte. Nun bin ich im vorigen Jahre genötigt gewesen, wenn er mich nicht verklagen sollte, den ganzen Rest der alten Auflage (für 63 Reichstaler) ihm abzukaufen, und in diesem Jahre habe ich als Patengeschenk für die kleine Elisabeth 100 Reichstaler für sie in die Versorgungsanstalt eingesetzt. Das sind große Posten für mich, und Du kannst denken, dass ich dabei nichts weiteres habe zurücklegen können. Sollte dieses Jahr aber ein vorzügliches Weinjahr werden und Vorteil dabei sein, den Wein liegenzulassen, so tue dies ja, denn wenn ich es recht bedenke, kann ich Dir in ein paar Monaten das Geld doch wohl schicken. Die großen Ausgaben sind ja nun verschmerzt und kommen nicht wieder. Schicke mir nur die Berechnung.

Rüschhaus, 1. Juli 1846

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