Ich habe wieder einige sehr gute Rezensionen bekommen über die einzelnen Sachen, die eine in der “Revue”, wo meine “Judenbuche” sehr herausgestrichen und dem besten, was je in der Art geschrieben, an die Seite gesetzt wird, eine zweite in der Rezension des “Musenalmanachs”, wo Gutzkow meinen “Geierpfiff” sehr heraushebt und mich ein ganz außerordentliches episches Talent nennt, und noch eine dritte. Qu’en dites vous? Ich komme wirklich auf, woran ich eigentlich schon ganz verzweifelt hatte. Meine neuen Gedichte sind bald fertig.
Rüschhaus, 7. September 1842
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Die Welt kömmt mir seitdem gewaltig nüchtern vor Wie es mir geht? Jetzt schon gut; ich habe mich wieder ins Klima eingeübt, qualifiziere mich täglich mehr zur Schnelläuferin, gehe ganz bequem in einem Tage nach Hülshoff oder Münster und zurück und setze alle außer Atem, die Schritt mit mir halten müssen. Qu’en dites-vous? Ich denke, die achtundachtzig Jahre, die Sie mir angewünscht [...]...
Gekichere bis Mitternacht Ich habe die ganze Zeit bei Elisen logiert … Wir haben eine sehr liebe Zeit zusammen verlebt; Tante Ittchen war noch nicht da, und ich kroch derweil in ihr Bette, vor das sich Elise dann jeden Abend setzte, wo uns unter Ernst und Lachen oft die Mitternacht über den Hals kam, ehe wir es [...]...





Ihren “Geierpfiff” habe ich mit großer Freude gelesen, er ist sehr eigentümlich und hat nur eine Schwäche. Sie haben sich gescheut den Moment, wo der Räuber vorspringen will, scharf anzudeuten, das schadet aber dem Gegensatz. Das Mädchen könnte doppelt zu fürchten haben, Entehrung und Tod, und doch ist dieser Augenblick nicht mit all Ihrer Kraft gehalten, weil Sie - Annette und nicht Paul oder Peter von Droste sind. Wundervoll sind die Naturschilderungen, da ist überall quellendes warmes Leben, man sieht, wie tausendfach Sie diese Eindrücke in sich gesogen haben.
Jena, 11. April 1841
Nette schreibt mir, dass ihre Gedichte bald fertig seien, und sie sowohl vom “Geierpfiff” als auch von der “Judenbuche” sehr gute Rezensionen gelesen habe, das freut mich, da es ihr Mut machen wird, die Gedichte herauszugeben; reden Sie ihr doch auch zu, dass sie es tut; wäre sie hier geblieben, so hätte ich sie antreiben wollen, aber jetzt ist niemand um sie, der sich recht dafür interessiert; ich kann Ihnen nicht sagen, wie ungern ich Nette verloren habe, und auch sie ging ungern …
Brief an Levin Schücking, 3. November 1842