1837 18.März

Mein „St. Bernhard“ hat seltsame Schicksale! Sie wissen, dass ich von Eppishausen aus den Kölner Verleger gebeten hatte, mit der Herausgabe zu zögern, bis ich nach Bonn komme, weil ich noch einiges verändern wolle. In Bonn angekommen, finde ich denjenigen Professor, der sich mit der Besorgung der Sache beladen hatte, gänzlich zerfallen mit dem Verleger, der bis dahin auch der seinige gewesen war. Die guten Leute schrieben sich die furchtbarsten Injurien und werden wohl kaum auf dem Wege der Güte mehr auseinander zu bringen sein. Ich sah das eine Weile an, dann fing es doch an, mir höchst fatal zu werden, dass zwei Menschen, die einander nicht nennen hören konnten, ohne so rot zu werden wie ein paar Welsche, meinetwegen noch sollten, und vielleicht längere Zeit hindurch, miteinander verkehren müssen. Ich sagte das dem Professor; er wollte das leichthin nehmen, seiner Verbindlichkeit durchaus nicht entlassen sein, sagte, der Verleger habe noch neulich geäußert, dass er die baldige Zurückgabe des Manuskripts und die Bestimmung der Bedingungen wünsche et. cet. Da ich aber gar nicht zweifeln kann, dass beide Herren nur aus Point d’honneur so reden, und bei dem geringen Vorteil, dem, im Fall der besten Aufnahme, ein so kleines Unternehmen bringen kann, der Verleger, der ein sehr reicher Mann ist, sich unter diesen Umständen unmöglich noch gern mit der Sache befassen kann, so habe ich mein Manuskript binnen behalten und bin damit abgereist.

Der gute Professor, dem dies leid war, hat nun zwar demselben bereits einen Steckbrief nachgeschickt und und vorgeschlagen, ich möge es, wenn nicht dem früheren, dann seinem jetzigen Verleger geben, der ebenfalls ein großes Geschäft mache und ein sehr reeller Mann sei; da ich aber bis jetzt krank war und auch die Reise vor mir habe, habe ich hierauf noch nicht geantwortet. Ich möchte wirklich auch noch manches daran verändern.
Rüschhaus, 18. März 1937