Site Overlay

„Man muß sie morden …“

Welches Plaisir! da Mama und die Geschwister wiederkamen, aber keineswegs eine gewiße Sophie, ich hätte in selbigem Falle auch gewiß das bißchen Fett, was ich mir seit kurzem zugelegt, binnen drei Tagen wieder verloren, und noch einiges Mehreres von meinem geringen Vermögen dazu. — Nette Stoffel ist noch denselben Abend in dem fürchterlichsten Wetter nach Stapel gerannt, um dort ihren brennenden Durst nach Mitteilung zu befriedigen, denn ich will dir wohl sagen, daß sie alles Unweibliche was sie auf der Reise gesehn, deinen Vater nicht ausgenommen, zu ihren Eroberungen rechnet — vor allen aber August Haxthausen, weil er sie bisweilen wie eine Kuh bey der Kette herum geschleppt hat, und deinen Bruder Clemens, weil er ihr einmahl, da es kalt war, geraten hat, einen Überrock anzuziehn — du weißt, daß ich ihr kostbares Vertrauen nicht besitze, indessen wollte sie sich doch wohl einen Buckel lachen, als ich sie fragte „wie es ihr in der Fremde gegangen“ und wie sie fortging, sagte sie halbleise zu Jenny „von August sage ich aber kein Wort, sonst lassen sie mir keine Ruh mit Vexieren“ wir erzählten dieses an Mathilde Twickel, die gestern hier war, sie wurde vor Zorn braun im Gesichte, und rief unaufhörlich, „man muß sie morden, man muß sie morden, sie kann nicht mehr leben“ —

Ferdinand fängt jetzt wieder an etwas zu husten und keuchen, weil die Rede davon war, daß er wohl bald mal etwas anfangen könnte – Jenny hat mit keinen zu Bökendorf über mich gesprochen, und wenn sie davon angefangen haben, so hat sie abgelenkt, sie weiß also eigentlich nichts zu erzählen, und ich muß mich auf dich verlassen, so viel sehe ich aber wohl, daß sie sich zu Bökendorf alle gut zusammen genommen, und sich nichts von ihrem Zorn haben dünken lassen, — wenn sie das nur tun, so will ich mich um ihre heimlichen Gedanken nicht bekümmern – An deine Mutter schreibe ich noch mit dieser Post, und der Grosmutter und Frenzchen mit nächster. (…)