Den Laden alleine schmeißen

Von Annette von Droste-Hülshoff
2. April 1840

Ja, alte Mama, mir geht es nicht besser, ich mag nur nicht davon sprechen, weil es mir dann zu arg wird. Du weißt selbst, wenn ich auch zuweilen nichtsnützig bin, wenn Du da bist, so kann ich doch gar nicht ohne Dich sein. Ich setze mich drüber weg, so gut es geht, da es nun doch mal nicht anders ist, und denke jeden Sonntag: „Nun bin ich wieder eine Woche näher am Mai, aber es wird mir oft recht schwer.

Deine Blumen besorge ich gut und will sie nachher Mariechen auf die Seele binden. Wir haben unser Korn alle glücklich eingekriegt und auch den Weizen noch vor der Regenzeit in die Erde, sonst sind hier viele Leute, die damit sehr verlegen sind; jetzt haben wir die Kartoffeln aufgenommen und ziemlich viele und gute bekommen, im ganzen sind sie sonst überall schlecht geraten. Pflaumen haben wir so viele gebacken und ein Übermaß an Äpfeln eingescheuert, so dass wir einen großen Teil auf den Balken haben legen müssen.

Rüschhaus, 2. November 1840