Schlagwort: Rüschhaus

Nach Meersburg!

Von Annette von Droste-Hülshoff
4. Februar 1847

Mein lieb lieb Lies! Ich wage es, einen Brief an Sie anzufangen — jeden Tag einige Zeilen, da muss es doch endlich etwas geben. Mein Gott! wie ist doch in Münster die Trennung der Gesellschaften so groß! Dass auch nicht einer Ihrer Bekannten erfahren hat, wie elend krank ich gleich nach meiner Mutter Abreise geworden bin, und dass nur die äußerste Not, die allerseitige Überzeugung, dass ich in diesem Zustande keinem westfälischen Winter entgegengehn dürfe, meine nachträgliche Reise… Weiterlesen »

Mein liebes Zusammenleben mit mir selbst

Von Annette von Droste-Hülshoff
28. August 1846

Ich bin auf dem Punkte, nach Hülshoff auszuwandern. Mein guter Bruder will es so und hat recht daran; denn so verführerisch, ich möchte sagen betäubend lieblich mein Klausnerleben auch ist, so ist es doch allerdings nicht geeignet, jemanden, der sehr an den Nerven und noch mehr an Apprehensionen leidet, wieder zurechtzuhelfen. Also in Gottes Namen! Ich schicke den „Helmut“ mit vielem Dank zurück; er hat mir viel genutzt; so geschwind er sich von der Sache abmacht; denn mein Wissen war… Weiterlesen »

Der einzige, der mir helfen kann

Von Annette von Droste-Hülshoff
17. August 1846

Seit ich zuerst deinen und dann der lieben Mama Brief erhielt, hat es mir wie ein Stein auf dem Herzen gelegen, dass ich antworten müsste, und habe es doch nicht gekonnt, denn ich bin tüchtig krank gewesen und hatte noch dazu meinen Homöopathen nicht, der auf längere Zeit verreist war. Jetzt ist er seit 14 Tagen da, und sein erstes Pulver hat mir wieder wunderbar gut getan. Gestern habe ich das zweite genommen, was mich tüchtig angreift, ich denke, desto besser wirkt es nachher! Liebe… Weiterlesen »

1000 Schritte von meinem Kanapee

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. Juli 1846

Jetzt müssen Sie doch wohl wieder zu Hause sein. Ich bin richtig hier geblieben, im strengsten Inkognito, was auch höchst nötig war, denn ich bin schändlich krank geworden. Vorher hatte ich nicht Zeit dazu, aber jetzt habe ich ein ganzes Jahr voll Kummer, Sorge und Ärger nachzahlen müssen. Zudem war mein Homöopath verreist, ist erst vor einigen Tagen rückgekehrt, und ich habe mich solange allein durchgebissen – ganz heimlich, besonders vor den Hülshoffern, um den Klövekorns,… Weiterlesen »