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Ich kann jetzt wohl daran denken, ins Cölner Feuilleton zu schreiben

(…) Marggraf hat eine Sammlung politischer Lieder herausgegeben und meine „Warnung an die Weltverbesserer“ darin aufgenommen; so muß ich armes loyales Aristokratenblut da zwischen Herwegh, Hoffmann von Fallersleben et cet. paradieren. Freiligrath und Geibel sind aber auch darin, so gibt’s doch noch gute Gesellschaft. Der Redakteur des Feuilletons der Cölner Zeitung, Püttmann, trägt Elisen bey Gelegenheit der Übersendung einiges Honorars die Bitte vor, daß, da sie mich vielleicht persönlich kenne, sie doch suchen möge, mich zu seinen Gunsten dem „Morgenblatt“ abwendig zu machen, und zählt, um mich zu reizen, seine neuen berühmten Mitarbeiter her: Freiligrath, Geibel, Gutzkow, König, Marggraf etcet. Ich kann jetzt wohl daran denken, ins Cölner Feuilleton zu schreiben; hätte ich nur die Abschrift für Cotta fertig!

Doch das macht sich jetzt vielleicht sehr gut; neben meiner Tür (Zimmertür) wohnt ein armer Theolog, Markus, der gewiß den Verdienst gern vorlieb nimmt, und wo ich die Bequemlichkeit habe, unter seinen freien Stunden täglich die mir passendste zu wählen, da ich nur an seine Tür pochen darf. Wer hätte gedacht, daß von dem Dichten und Abschreiben das Letztere die größten Schwierigkeiten machen würde!

Denken Sie, Junkmann und Schlüter spannen alle Stricke an, mich zu bereden, Hüffern auch diese zweite Auflage zu geben; ich solle nur dreist 500 Taler fordern, Hüffer werde sie geben, aber nicht diesen Verdienst einem Fremden zukommen lassen. Die guten Leute radotieren[1]radotieren: reden ohne Unterlass, zuerst wenn sie meinen, Hüffer werde es verstehn, den möglichen Vorteil heraus zu schlagen, und dann, ich werde dümmer sein wie der Esel, der sich doch nicht zweymahl an demselben Steine stößt. (…)

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1 radotieren: reden ohne Unterlass
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