Mehr über Annette von Droste-Hülshoff (hier auf einem Gemälde von Sprick)

Sie möchten Annette von Droste-Hülshoff kennenlernen? Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin, erfahren Sie mehr über ihren Alltag, ihre Arbeit, ihr Privatleben und den Briefverkehr zu ihrer Zeit. Lernen Sie ihre Wohnorte kennen, verfolgen Sie ihre Korrespondenz mit Zeitgenossen, und gehen Sie mit Annette von Droste-Hülshoff auf Reisen.

300 Briefauszüge der Dichterin sind hier verfügbar, kategorisiert und verschlagwortet. Auch alle Kommentare sind authentisch und stammen von Zeitgenossen.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


An: Therese von Wolff-Metternich, aus: Hülshoff
1821 22.September

Nun aber zu dem, was du mir von Straube schreibst sehr betrübt, aber, wie Ossian sagt, „eine Geschichte vergangener Zeiten“; ich weiß wohl, dass Straube damals sehr herunter gewesen ist, aber jetzt ist er längst wieder besser und nach Werners Aussage gewöhnlich sehr munter und witzig; was Anna mir schreibt, dass er noch schwach wäre und nach einem Balle leicht Kopfweh bekäme, so finde ich das sehr natürlich, wenn er die ganze Nacht getanzt hat. Zudem hat mir Werner gesagt, dass er gar keinen Wein vertragen könnte, aber doch sehr gern tränk, und bei allen Festivitäten jedesmal ein Rauschgen und am folgenden Tage einen gewaltigen sogenannten Katzenjammer bekäme, das ist also die Schwäche nach dem Balle. Ich bitte euch,… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Meersburg
1844 17.Januar

An den gedruckten Gedichten habe ich überall wenig korrigiert, aber doch einiges, zumeist nur einzelne Worte, die leicht übersehn werden könne, aber nicht dürfen, da es oft krasse Druckfehler sind, die den Sinn entstellen. Ich habe im Manuskript überall, wo ich sie hinrangiert wünschte, dies auf einem weißen Blatte bezeichnet, auch ein Inhaltsverzeichnis nach der Folge beigelegt zur Erleichterung des Ordnens, wenn mal ein Blatt davonfliegen oder die ganze Pastete vom Tische rutschen sollte. Kleckse sind genug auf dem Manuskript – es ist soviel umhergeschleppt! Korrekturen noch mehr: besser so bunt wie eine Elster, als schlechtes Zeug stehnlassen. Wollen Sie die Gedichte anders ordnen, so steht dies bei Ihnen; Sie werden es… Weiterlesen »

An: Maria Anna von Haxthausen, aus: Hülshoff
1821 2.Dezember

Ich möchte wohl wissen, ob es jetzt auch bei Ihnen so ganz seltsam in der Natur aussieht wie hier, es sind in diese Woche schon zwei Gewitter gewesen — das eine so heftig mit Donner und Hagel wie mitten im Sommer (gestern Abend) und in dieser und der vorigen Woche dreimal ein Nordlicht, was ich noch nie gesehn hatte, ich habe es auch jetzt zweimal nicht gesehn, weil es sehr spät war und unsre Leute nichts davon sagten, erst das letzte Mal, vor etwa vier Tagen, riefen sie mich dazu, und ich, Tony und Elise, die andern haben es gar nicht gesehn, und auch wir kamen zu spät, so dass es nicht mehr aussah wie Feuer, sondern wie der Abendschein, der noch wohl nach Sonnenuntergang eine Stunde bleibt, doch habe ich noch ein paarmal gesehn, wie… Weiterlesen »

An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1845 6.Dezember

Von Schücking habe ich kürzlich Briefe, er wohnt jetzt in Köln, redigiert das Feuilleton der Kölner Zeitung und das Rheinische Jahrbuch und bekömmt für ersteres vom DuMont Schauberg 1000 Reichstaler, für letzteres auch einige hundert Taler Gehalt. Seine Aufsätze werden ihm extra sehr gut bezahlt, so dass er sich (ausgenommen, dass der Name Cotta brillanter klingt als DuMont) eigentlich jetzt reichlich so gut steht als in Augsburg; doch ist seine Frau sehr ungern von dort, wo ein sehr angenehmer Kreis von Literaten bestand, der in Köln gänzlich fehlt, fort gegangen. Es scheint, Schücking habe das Heimweh bekommen, er selbst spricht sich nicht klar darüber aus, aber aus einem Briefe Luisens scheint es hervor zu gehn. Er… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
1842 15.November

Ich habe die ganze Zeit bei Elisen logiert … Wir haben eine sehr liebe Zeit zusammen verlebt; Tante Ittchen war noch nicht da, und ich kroch derweil in ihr Bette, vor das sich Elise dann jeden Abend setzte, wo uns unter Ernst und Lachen oft die Mitternacht über den Hals kam, ehe wir es dachten; ich denke recht bald wieder hin zu gehen; es sollte mich wundern, wenn einem gewissen kleinen Pferdchen die Ohren nicht fleißig geklungen hätten, besonders, obwohl wider Verdienst, das rechte. … Jawohl ist sie seelengut; ich weiß sonst niemanden, der so durch und durch gut und mild wäre, außer etwa Schlüter, und ich glaube auch nie eine Freundin so, ohne Schwärmerei, herzlich und wie mein eignes Blut geliebt zu haben; und von ihr… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Plittersdorf
1831 11.März

Denk Dir Mama, mit Deinem letzten Briefe zugleich bekam ich einen von Johannes, der mir vorschlug, mit ihm auf dem Dampfboot bis Wesel, und dann mit einem Hauderer weiter zu Euch zu kehren — ich kriegte in dem Augenblick ein solches Verlangen nach Haus, dass ich es beinahe getan hätte, so wenig schicklich es mir auch selber vorkam, aber die armselige Mertens hatte kaum ein Wort davon gehört, als sie so erbärmlich anfing zu weinen, dass ich per compagnie mit daran kam und ihr versprach nicht eher zu gehn, bis sie sich wenigstens einigermaßen erholt hätte. Das kann nun noch immerhin einige Wochen dauern. Das arme Tier! Ich wollte, sie könnte mich nachher begleiten und ein paar Wochen bei Werner und Line mit mir zubringen; ich… Weiterlesen »

An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
1845 5.März

Ich habe eine lange recht schwere Zeit verlebt, krank, sehr betrübt und gänzlich unfähig zum Schreiben, was mir auf der Stelle Erbrechen zu Wege brachte. Wie oft habe ich an Euch Lieben gedacht und mich abgesorgt um Luise und das Kindchen, von denen mir auch niemand etwas sagen konnte. Ihr Brief an Hutterus gab mir die erste und einzige indirekte Beruhigung, da doch wohl alles gut stehn musste, wenn Sie an die Herausgabe Ihrer Gedichte denken konnten. Gott segne Mutter und Kind und lasse was Gutes wachsen aus dem kleinen dicken Fresser! Levin, schreiben Sie mir doch, wie der Junge jetzt aussieht. Ich muss den Schlingel sehen, wenn ich nach Meersburg komme, auf die eine oder andre Weise – Sie zu uns oder ich zu Ihnen. Mein Patenjunge!… Weiterlesen »

Hintergrund: Carl Lothar Levin Schücking, der Sohn von Levin Schücking und Luise von Gall, wurde am 19. Dezember 1844 geboren. Ein Gedicht auf ihn von der Droste ist nicht bekannt.
An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1842 7.September

Ich habe wieder einige sehr gute Rezensionen bekommen über die einzelnen Sachen, die eine in der „Revue“, wo meine „Judenbuche“ sehr herausgestrichen und dem besten, was je in der Art geschrieben, an die Seite gesetzt wird, eine zweite in der Rezension des „Musenalmanachs“, wo Gutzkow meinen „Geierpfiff“ sehr heraushebt und mich ein ganz außerordentliches episches Talent nennt, und noch eine dritte. Qu’en dites vous? Ich komme wirklich auf, woran ich eigentlich schon ganz verzweifelt hatte. Meine neuen Gedichte sind bald fertig. Rüschhaus, 7. September… Weiterlesen »

Hintergrund: "Die Judenbuche" wird nach dem Erstabdruck in Cottas "Morgenblatt" noch einmal im "Westfälischen Anzeiger" veröffentlicht, wiederum als Fortsetzungsgeschichte zwischen dem 1. Juni und dem 13. Juli 1842. Ein anonymer Rezensent stellt die Kriminalnovelle im Mai 1842 in der Dresdner "Abendzeitung" den Werken Immermanns an die Seite. Auch der Autor Karl Simrock, den die Droste in Bonn kennengelernt hat, äußert sich lobend über das Werk - sehr zu Stolz und Freude der Verfasserin. Die überwiegend positiven Reaktionen auf die "Judenbuche" nehmen schließlich die bislang eher skeptische Verwandtschaft für das schriftstellerische Talent der Droste ein.
An: Levin Schücking, aus: Rüschhaus
1842 12.September

Guten Morgen, Levin, es regnet draußen, in mir aber ist heller Sonnenschein, weil ich bei Dir bin und Dein gutes Affengesicht mir so recht vor Augen tritt. NB. Dein Porträt ist mir doch jetzt von großem Werte, und ich gäbe es um vieles nicht hin, obwohl Du mich ansturst wie ein grimmiger Leu, dass ich immer sagen möchte: friß mich nicht, kleines Pferd! Um jetzt auch mal auf mich selbst zu kommen: es geht mir denn so leidlich; von meinen Gesichtsschmerzen bin ich gottlob total geheilt, durch eine wahrhaft wunderbar wirkende Salbe, die mir ein altes Laienschwesterchen in Meersburg gegeben. Aber übrigens ist mir doch zuweilen hundsschlecht, und ich kann des Klimas noch ganz und gar nicht gewöhnen, obwohl ich alle Tage renne wie ein… Weiterlesen »

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