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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Was sagen Sie zu dieser Charlatanerie?

(…) Wissen Sie schon, daß der bewusste Saumaige ganz anders heißt und ein ziemlich genauer Bekannter der Rüdiger ist? Ein uninteressanter, höchst roher Mensch, der zwei Frauen geprügelt, aber nicht die geringste Lust zur dritten hat. Die Rüdiger hatte diesen Argwohn schon ein paarmahl gegen die Bornstedt ausgesprochen, die dann aber immer schnell geantwortet: Nein, nein, der Meinige heißt Saumaige! Jetzt, bey der Auktion, hat seine Karte auf dem Boden gelegen, und, um jeden Zweifel zu heben, auf der Rückseite mit Bleistift jene fatale Aufkündigung: „Il m’est de toute impossibilité“ et cet – was sagen Sie zu dieser Charlatanerie? (…)

Vorbereitungen für Jennys Hochzeit

(…) Meine Briefe sind jetzt nur lauter Zeddel, liebste Sophie, man kömmt gar nicht zu sich vor Packen, Besuchen machen und annehmen, das ist aber vielleicht gut für uns alle. Ich hatte in meinem letzten Briefe ganz den (wahrscheinlichen) Tag der Heirat zu sagen vergessen – vor dem 18. wird es nicht sein, weiter ist noch nichts gewiß, wenn die nötigen Scheine für Laßberg bis dahin ankommen, wird es wohl auf den Tag bleiben. Aber der Weg ist weit und die Papiere (Totenschein seiner Frau, seiner Eltern – scheint, daß die Proklamation richtig und keine Einsprüche geschehn) müssen von verschiedenen Orten kommen, Laßberg meint aber, bis zum 18. solle alles richtig sein. Kommt doch sobald als möglich, wir alle freuenWeiterlesenVorbereitungen für Jennys Hochzeit

Bitte um Einschätzung des Verlegers Hüffer

(…) Ich schicke Ihnen ein Stück Briefes, den ich von der Schopenhauer erhalten, mit der Bitte, mir doch sogleich Ihre Ansicht darüber zukommen zu lassen. Ich meinerseits glaube weder von Herrn Hüffer loskommen zu können und noch weniger, daß er für sein höfliches und freiwilliges Anerbieten eine solche Hintansetzung verdient; doch überlasse ich Alles Ihrem besseren Urteil. Hüten Sie sich aber, Sie arglosester und somit unvorsichtigster aller Menschen, diese Zeilen Herrn Hüffer etwa mitzuteilen, die Ausdrücke obskure und geringe Buchhandlung würden ihm schwerlich gefallen, zudem braucht er, falls Sie der Meinung sind, ihm das Manuskript zu lassen, gar nicht zu wissen, daß ich einen Augenblick darüber schwankend sein könnte; so etwas läßt immer einen kleinen Stachel zurück. Die Gründe derWeiterlesenBitte um Einschätzung des Verlegers Hüffer

Dergleichen kömmt ja alle Tage vor

(…) Nun zu der Gall; ob sie zu meiner Schwiegertochter paßt? Das könnte ganz wohl sein; schön und geistreich scheint sie wenigstens unwidersprechlich, und ich wäre sehr begierig, sie zu sehn; wo steckt sie denn jetzt? Nach Darmstadt denkt sie schwerlich so bald zurück zu kommen, da sie ihren Flügel verkauft hat. Es ist mir äußerst erfreulich, Levin, daß Sie in Ihrer jetzigen Verlassenheit einen geistigen Anhalt und Trost in ihr gefunden haben, und wenn es Gottes Wille ist, kann sie Ihnen allerdings dereinst vielleicht noch mehr werden. Dennoch muß ich Dich bitten, liebstes Kind, sei vorsichtig mit der Feder und hüte Dich vor jedem Worte, was Dich binden könnte; die Liebe wird weder durch Schönheit noch Talent noch selbstWeiterlesenDergleichen kömmt ja alle Tage vor

Ich wäre ein wenig independent …

(…) Ich kann mich unmöglich so schnell entschließen, als von mir verlangt wird. Wenn es nicht so lange Zeit hat, bis ich wieder in Rüschhaus bin und ein wenig mit Euch überlegt habe, so lasst es lieber ganz beruhen, denn auf keinen Fall ist mir viel daran gelegen mitzugehn, aber es könnte mir wohl, bey näherer Überlegung, sehr zuwider sein. Gegen Mannheim habe ich, an und für sich, einen Widerwillen. Die guten Seiten dieses Aufenthalts reizen mich nicht. Von der schönen Gegend kann ich im Winter nicht profitieren. Daß die Stadt schön und regelmäßig gebaut ist, ist mir gleichgültig. Das Theater ist gut, d.h. etwa wie das Casseler, aber Du weißt selbst, daß ich etwas geizig mit Theatergeld bin, undWeiterlesenIch wäre ein wenig independent …

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