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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Mit der Höllenmaschine nach Coblenz

(…) So bin ich gestern recht im Papstmonat hier angekommen, da das neue Dampfschiff „Friedrich Wilhelm“, das größte und schönste Schiff, wie man sagt, was noch den Rhein befahren hat, vom Stapel gelassen, probiert und getauft wurde. Das erste sah ich nicht, denn es war schon auf dem Wasser, als wir uns durch die Volksmenge gearbeitet hatten; dann aber sahen wir es ganz nah – wir standen auf der Schiffsbrücke – mehrere Male eine Strecke des Rheins herauf und herunter mit türkischer Musik und beständigem Kanonenfeuer durch die Schiffsbrücke segeln mit einer Schnelligkeit, die einen schwindeln machte. Endlich legte es an der Schiffsbrücke an, und das sämtliche diplomatische Corps, was die Probe mitgemacht hatte, begab sich ans Land. Ein soWeiterlesenMit der Höllenmaschine nach Coblenz

Sammlerglück und -list

Welch große Freude hast du mir gemacht, Du guter lieber Onkel! Was für Biester! Kreaturen darunter, die mir mein Lebtage noch nicht vor Augen gekommen sind! Und alle so wohl erhalten! Ich habe ein paar Tage nichts getan, als begucken; dann kriegte ich die Angst, daß sie mir staubig werden möchten und habe sie in meinen neuen Glasschrank gelegt und meinen Tisch daran gerückt, damit ich doch zwischendurch immer am Besehen bleiben kann. Und wo hast du die kleine Pharaonsmuschel hergekriegt? Das ist ein äußerst rares Stück, ich habe sie ein paarmahl in ganz großen Sammlungen, aber immer zuletzt, als das Beste von der ganzen Geschichte, gesehen. Die beiden Muscheln mit den langen Beinen find ich auch sehr schön, undWeiterlesenSammlerglück und -list

Zum Dichten gehört Schlechtwetter

(…) Meine Gedichte werden denn doch gegen Ostern erscheinen können. Bis vor kurzem habe ich wenig daran getan, aber seit es draußen kalt und kotig geworden ist, habe ich mich in meine Winterpoesie gehüllt; es ist doch sonderbar, daß zum Dichten eigentlich schlechtes Wetter gehört, ein neuer Beweis, daß nur die Sehnsucht poetisch ist und nicht der Besitz. Säß mein liebstes Kind mir noch gegenüber, ich würde wieder zwei Gedichte täglich machen; jetzt lasse ich es langsamer angehn, aber es giebt doch was, und ich bin neugierig auf Ihr Urteil über das Spätere. N B. Velhagen scheint doch an dem Verlage meiner Gedichte etwas gelegen; die Rüdiger sagt, daß er Nanny Scheibler angegangen, ihm denselben zu verschaffen; dies zur NachrichtWeiterlesenZum Dichten gehört Schlechtwetter

Alles andre ist fortan nur Zugabe

(…) Lachen Sie nicht über die wahrscheinlich ungehörige Aufschrift dieses Briefes, mein guter Levin; Sie haben vergessen, mir Ihre Augsburger Adresse zu geben, und da ich nicht denken kann, daß nach so kurzem Aufenthalte der „Levin Schücking“ allein ausreichen sollte, muß ich versuchen, ob der „Redakteur“ mir durchhilft. Warum ich Ihnen so lange nicht geschrieben? Liebes Kind, zwischen Ihren zwei ersten und dem letzten Briefe liegen zwei Reisen, zwei Krankheiten und Geschäfte so ernster und anhaltender Art, wie ich nie daran gewöhnt und deshalb doppelt ungeschickt und von ihnen beschwert war. Nehmen Sie dazu, daß ich schweren Herzens Sie an der Katastrophe Ihres Schicksals sah, mit dem Gefühl, bey meiner durchaus oberflächlichen Kenntnis aller äußern und innern Verhältnisse, kein WortWeiterlesenAlles andre ist fortan nur Zugabe

Recherche zum „Hospiz“: Ist das Schneehuhn dort heimisch?

(…) Ich habe dir unser Rüschhaus schon öfters beschrieben. Du weißt, daß der Raum beschränkt, unsre ganze Lebensweise höchst einfach ist. Kennte ich mein Minchen nicht so genau, ich dürfte gar nicht sie einzuladen wagen. Aber nun weiß ich, daß ich es darf, und meine noch wohl gar, Du würdest Geschmack an unsrer Art zu sein finden. Meine Mutter und Schwester sind den ganzen Sommer hindurch abwesend gewesen, zu Bökendorf nämlich, und ich erwarte sie morgen zurück. Ich dachte in dieser Zeit recht viel zu arbeiten, vor allem zu schreiben, aber, wie man zu sagen pflegt, Gott und gute Leute haben mir drüber weggeholfen, d.h. Gott hat mir Augenschmerzen geschickt, und recht gute liebe Leute, nämlich die Schwester und NièceWeiterlesenRecherche zum „Hospiz“: Ist das Schneehuhn dort heimisch?

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