Schlagwort: Meersburg



An: Levin Schücking, aus: Meersburg
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1842 4.Mai

Ob ich mich freue nach Haus zu kommen? Nein, Levin, nein. Was mir diese Umgebungen vor sechs Wochen noch so traurig machte, macht sie mir jetzt so lieb, dass ich mich nur mit schwerem Herzen von ihnen trennen kann. Hör, Kind! Ich gehe jeden Tag den Weg nach Haltenau, setze mich auf die erste Treppe, wo ich Dich zu erwarten pflegte, und sehe, ohne Lorgnette, nach dem Wege bei Vogels Garten hinüber. Kömmt dann jemand, was jeden Tag ein paarmal passiert, so kann ich mir bei meiner Blindheit lange einbilden, Du wärst es, und Du glaubst nicht, wieviel mir das ist. Ist’s nicht ein heitrer Ort, mein junger Freund, Das kleine Haus, das schier vom Hange gleitet, Wo so possierlich uns der Wirt erscheint, So übermächtig sich die… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Meersburg
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1842 26.Januar

Scheppe und ich sind auch dicke Freunde und haben uns wertvolle Geschenke an Versteinerungen und Schneckenhäusern gemacht, denn er kriecht ebenso wie ich am See und in den Weinbergen umher und ist lange vor mir gekrochen, so dass die Meersburger an diese neue Art von Vierfüßlern gewohnt sind, was mir jetzt gut zustatten kömmt, denn es fällt keinem ein, was Besonderes darin zu finden, die Höflichsten bleiben sogar stehn und geben mir die Stellen an, wo seltene Sorten zu finden sind und wo der Physikus und Herr Jung auch gesucht hätten. … Ich gehe zuweilen zu Kessels oder den guten Klosterfrauen, deren freundliche und verständige Unterhaltung mich sehr anspricht, sonst zu niemandem, denn ich habe keine Zeit, da der Nachmittag… Weiterlesen »

An: Elise Rüdiger, aus: Meersburg
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1841 14.Dezember

Meine Mutter hatte bei unserer Abreise ein Unwohlsein, Schwindel, plötzliche Übelkeiten, die mich doch sehr besorgt machten, so dass ich nur sehr ungern und halb gezwungen ging. Seitdem war die letzte Nachricht von Haus der plötzliche Tod unrer Anna (meines Bruders Töchterchen), und auf diesen Schrecken nun seit anderthalb Monaten keine Zeile! Sie können sich meine Angst nicht denken. Ich stand morgens im Finstern auf und wartete stundenlang an der Treppe auf den Postboten, damit man mir keinen Brief mit übeln Nachrichten unterschlagen könne, und ich glaube, wenn es länger gewährt hätte, wäre ich krank oder verrückt geworden. Gottlob! Der Brief ist da und alles gut. … Übrigens geht es Sch sehr gut. Er ißt, was ihm… Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Meersburg
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1841 26.Oktober

Soeben sagt mir Jenny, dass ich dir schreiben solle, dass Schücking hier ist. … Laßberg hat ihm nach Darmstadt, wo er sich grade bei Freiligrath aufhielt, geschrieben, um einen Katalog von seiner Bibliothek zu lassen; Laßberg st ganz von selbst auf den Einfall gekommen., da er sich schon längst, nach seiner geheimnisvollen Weise ganz im stillen, nach einem Menschen umgesehn, der nach den nötigen Kenntnissen keine große Forderungen mache und ihn nicht im Hause geniere; so habe ich nichts von dem Plane gewußt, bis er zur Ausführung kommen sollte, habe mich aber recht gefreut Schücking zu sehn, der vor etwa zehn Tagen angekommen und den ganzen Tag so fleißig an der Arbeit ist, dass Laßberg ihn lobt. Wir sehn ihn selten, außer… Weiterlesen »

An: Christoph B. Schlüter, aus: Rüschhaus
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1841 19.September

Nun hat mein bekannter Äquinoktalhusten, an dem ich leider einige Wochen sehr gelitten, und den meine Schwester noch nicht miterlebt hatte, diese so arg geängstigt, und sie hat der guten Mama einen so argen Floh darüber ins Ohr gesetzt, dass eine Luftveränderung als durchaus nötig für mich erklärt worden ist. Kurz, es ist mal so! Ich reise mit. Und bemühe mich, der Sache die angenehmste Seite abzugewinnen, da mir doch mal die Qual der Wahl nicht geworden ist. Auch soll der Aufenthalt in Meersburg um vieles angenehmer sein als der in Eppishausen, schon des einträchtigen, friedlichen Wohnens unter Glaubensgenossen und im Schutze geordneter Gesetze wegen, was man dort so drückend vermißte, und dann ist diesseits des Sees „das… Weiterlesen »

An: Sophie von Haxthausen, aus: Hülshoff
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1837 30.Dezember

Ich bitte, nimm Dich doch in acht und laß dich auf keine Gespräche ein, die Dich aufregen und ärgern, denn ich meine immer, die Geschichte mit dem Erzbischof ist Dir so in den Magen gefahren. Glaub nur, wir ärgern uns auch genug darüber, aber jetzt, wo das Recht auf unsrer Seite immer offner hervortritt und selbst protestantische Zeitungen dies anerkennen, können wir schon ruhiger erwarten, was der liebe Gott verhängt. Die bösen Mäuler sind wenigstens überall gestopft. Ich wünschte sehnlich, jetzt bei Dir zu sein, aber schreiben geht nicht, die Spionerie hat einen Grad erreicht, worüber ich als Märchen lachen würde, wenn nicht bereits die auffallendsten Beispiele vorgekommen wären. Wenn die Regierung wüßte, wie sehr der… Weiterlesen »