Kategorie: 1844

Das Liebste und Letzte

Von Annette von Droste-Hülshoff
12. Dezember 1844

Aber, lieb Herz, was schreiben Sie mir von der Möglichkeit einer Trennung! Glaubte ich es, so würde mir todangst; indessen haben Sie dies so oft, gottlob umsonst, gefürchtet, dass der Gedanke gar nicht bei mir haften will. Warum sollte R vom neuen Oberpräsidenten (den wir noch nicht mal erraten können) zurückgesetzt werden? Von einer Spannung zwischen R und Devigneau haben Sie mir freilich schon früher gesagt, aber übrigens ist die allgemeine Stimme so für R. Ich habe seiner, sowohl… Weiterlesen »

Spiegelberg, ich kenne Dir!

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. November 1844

Schreiben Sie mir doch in Ihrem nächsten Briefe, den ich hoffentlich bald erwarten darf, recht viel von Luisen, – was sie treibt, was sie schreibt, sonst arbeitet – kurz, führen Sie mir Ihre Häuslichkeit mal wieder recht vor Augen, dass ich mich daran erquicken kann. Mein Leben ist immer das gleiche, abgeschlossen, heimlich, ganz wie ich es mag; zög nur der Husten fort und statt dessen zuweilen etwas Neues aus der Literatur ein, oder ein freundlicher Besuch, der mich ein bißchen au… Weiterlesen »

Viel Aufsehn und wenig Beifall

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. November 1844

Wollen Sie auch von der Bornstedt hören? Ein junger Arzt, Verwandter von Scheiblers, hat die neuesten Nachrichten gebracht. Sie hat sich mit der Tante so schlecht vertragen, dass diese mit Freuden ein anderes Quartier für sie bezahlt und sie dort unterhält. Ihre Stellung ist womöglich noch schlimmer als in Münster, und Paris scheint nicht vorteilhaft gewirkt zu haben. Sie hat dort ein flammenrotes Samtkleid und einige Toques mit Schwungfedern aquiriert, die viel Aufsehn und wenig Beifall… Weiterlesen »

Alles nur Wind vor der Hoftür!

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. November 1844

Nun in Eil zwei Zeilen Antwort auf Ihren Brief, der mich natürlich aufs unangenehmste überraschen musste. Ich habe ihn gestern abend erhalten, heute früh meinen Bruder herüber bitten lassen und schicke Ihnen jetzt statt aller Auseinandersetzung die Kopie des Briefs, den derselbe soeben beendet und an Herrn Hüffer geschickt hat; wollen Sie dieselbe gefälligst vorläufig der Cottaischen Buchhandlung mitteilen, so wird die Sache dadurch ohne weitere Weitläufigkeiten erklärt und zugleich… Weiterlesen »