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Diebe, Landstreicher und die Leiche des Prinzen Nikolaus

(…) Du wirst schon längst wissen, daß Prinz Nikolaus von Russland in Holland gestorben, und die Leiche durch Münster gekommen ist, – Es war grade Markttag, und die Bauren sprechen viel davon, wie er in einem ganz schmalen Wägelchen vor dem sein Leibreitpferd, ein schöner Engländer gespannt gewesen, aufrecht gesessen, das Wägelchen sowohl wie das Pferd seien aber ganz schwarz verhängt gewesen, so auch die nachfolgenden Wägen, auf denen Kosacken gesessen. —

Ich finde die Art, so aufrecht sitzend Leichen zu transportieren, vorzüglich greulich, und mich dünkt seine junge Frau, die zweyte Prinzessin von Preußen muß es nie wieder vergessen können, wenn sie ihn so in seinem Wägelchen, ganz von der Sonne gedörrt, auf einige hundert Stunden Weges ankommen sieht. —

Es soll in der Zeitung stehn, daß der Kaiser von Oestreich den Fürsten Ipsilanti habe arrettieren lassen, wir wollen es aber noch nicht hoffen —

Es werden jetzt sehr viel Diebe und Landstreicher überall angehalten und nach Münster gebracht. — Dem Adolph der heute nach Münster gewesen, sind drey begegnet, der Eine muß ausgebrochen sein, denn er hat einen langen schwarzen Bart gehabt (…)

Alexander Fürst Ypsilanti war ein griechischer Freiheitskämpfer. 1821 war er nach Österreich geflohen, wurde dort gefangengenommen und bis kurz vor seinem Tod 1828 eingekerkert.