Kategorie: 1821

Erscheinungen am Himmel über Hülshoff

Von Annette von Droste-Hülshoff
2. Dezember 1821

Ich möchte wohl wissen, ob es jetzt auch bei Ihnen so ganz seltsam in der Natur aussieht wie hier, es sind in diese Woche schon zwei Gewitter gewesen — das eine so heftig mit Donner und Hagel wie mitten im Sommer (gestern Abend) und in dieser und der vorigen Woche dreimal ein Nordlicht, was ich noch nie gesehn hatte, ich habe es auch jetzt zweimal nicht gesehn, weil es sehr spät war und unsre Leute nichts davon sagten, erst das letzte Mal, vor etwa vier Tagen, riefen sie mich dazu, und ich,… Weiterlesen »

Ablenkung für die geistig verwirrte Freundin

Von Annette von Droste-Hülshoff
2. Dezember 1821

Unser lieber Werner, der Ihnen, liebste Großmutter, diesen Brief überbringt, wird Ihnen sagen, wie sehr wohl wir uns gottlob jetzt hier alle befinden; ich kann sagen, dass mir jetzt gottlob körperlich nichts fehlt, und ich habe die Aussicht, noch wohl gar eine recht feste Gesundheit zu bekommen, was ich nie mehr gehofft. Auch Ferdinand hat jetzt schon lange über nichts mehr geklagt; und unsre lieben Eltern, die ich zuerst hätte nennen sollen, wie auch Jenny und überhaupt alles hier im… Weiterlesen »

Nichts zu befürchten

Von Annette von Droste-Hülshoff
7. Oktober 1821

O Gott, ich kann nicht bergen Wie angst mir vor den Schergen Die du vielleicht gesandt In Krankheit oder Grämen Die Sinne mir zu nehmen Zu töten den Verstand. Es ist mir oft zu Sinnen Als wolle schon beginnen Dein schweres Strafgericht Als dämmre eine Wolke Doch unbewusst dem Volke Um meines Geistes Licht. Aus: „Am Gründonnerstage“ Teil des Gedichtzyklus „Das Geistliche Jahr“ Ich schreibe jetzt zuweilen an der Ledwina, die gut werden wird, aber so düster, dass mich… Weiterlesen »

Ich lerne den Generalbass auswendig

Von Annette von Droste-Hülshoff
22. September 1821

Ich habe jetzt sehr wenig Zeit, denn der Onkel Max hat mir ein selbstverfasstes Werk über den Generalbass geschenkt. (Eine Abschrift, denn es ist nicht im Druck.) Was folgt daraus? Dass ich aus Dankbarkeit das ganze Werk von Anfang bis zu Ende durchstudiere und auswendig lerne! Ich kann nicht sagen, daß ich es ungern tät, oder dass es mir schwer würde, da ich schon manche andere Werke über den Generalbass kenne, aber ich muss fast meine ganze Zeit daran setzen. Außerdem wird jetzt… Weiterlesen »