1845 21.März

Sie fragen, mich ob ich noch Gedichte liegen habe? Lieb Herz, wir haben ja den ganzen vorrätigen Plunder zusammen durchgesehn, und kaum der Thabouillot würdiges darunter gefunden. Für diese habe ich nun seitdem einige neue gemacht, und vor einigen Tagen eingeschickt, und was ich für die Thabouillot tue, tue ich gewiss dreimal so gern für Sie, wenn ich nur kann. Mein Kopf ist noch recht schwach und leer, ich will es in Hülshoff versuchen, und die Resultate, wenn sie irgend erträglich sind, zu Ihrer Disposition stellen.

Aber ich weiß gar nicht, wie ich mit der „Kölner“ daran bin; der Püttmann ist auf und davon, und die Gesinnungen des neuen Redakteurs sind mir unbekannt. Von den damals eingeschickten Gedichten sind zwei abgedruckt, das dritte, „Im Grase“, nicht. Ist es ausgemustert? oder verloren? Im letzten Falle würde ich es nochmals einschicken, im ersten aber wäre es wenigstens keine Schmeichelei und keine besondere Anfeuerung zu weiteren Beiträgen. Auch gebe ich nur dann meine Gedichte umsonst, wenn ich sehe, dass dies den guten Zwecken Ihrer lieben verehrten Mutter auch etwas nützt, sonst fühlte ich mich nicht berufen, den Osterhasen für die „Kölner Zeitung“ zu machen.

Rüschhaus, 21. März 1845